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Wim Delvoye in Basel

Das Museum Tinguely zeigt ab heute die erste Schweizer Retrospektive zum Schaffen Wim Delvoyes. Die Kunst des 1965 geborenen Belgiers kennzeichnet ein gewisser Witz wie auch die Verbindung von Profanem und Sublimem, so Kurator Andres Pardey. Die Schau in Basel will einen Überblick zu seinem bisherigen Œuvre Delvoyes geben, der unter anderem an der Documenta IX teilnahm und im Centre Georges Pompidou in Paris sowie im New Museum of Contemporary Art in New York ausstellte. Die Exponate umfassen neben Kinderzeichnungen auch seine „Ironing Boards“ von 1990, aktuelle Werke wie „Maserati“ von 2014 oder die Tätowierung auf dem Rücken des Schweizers Tim, die für die Dauer der Art Basel zu sehen ist.

Die Verbundenheit Wim Delvoyes mit seiner Heimat Flandern verdeutliche sich in seinem Werk mit der Prägung von Tradition, Handwerk und Technik, so Pardey. Dies wie auch Fantasie und Utopie verbinde ihn mit Vorgängern wie James Ensor, Paul Van Hoeydonck oder Panamarenko. In den „18 Dutch Gas-Cans“ von 1987/88 setzt er Delfter Porzellanmalerei ein und in „Chantier“ aus den Jahren 1990/92 erhebt er in den kunstvollen Holzschnitzereien banale Objekte wie einen Betonmischer, Straßenabsperrungen und -schilder zur Kunst. Dabei assistiert ihm auch die moderne Technik, so nutzt er für den filigranen „Cement Truck“ von 2016, der als Installation im Solitude Park vor dem Museum aufgestellt ist, lasergeschnittene Cortenstahlplatten. An ihm zeigt sich auch Delvoyes Vorliebe für die Ornamentik, denn er verschmilzt gotische Ästhetik wie Spitzbögen, Rosetten und die für die Epoche übliche Tendenz, die Wand weitestgehend aufzulösen, mit der Form eines Zementmischers.

Einen anderen Ton schlägt Wim Delvoye in seinen „Cloacas“ an, die den menschlichen Prozess der Verdauung und des Ausscheidens veranschaulichen. Charakterisiert die erste „Cloaca“ von 2001 noch eine starke Nähe zum Labor, lockert sich dieser Ansatz in der „Cloaca Quattro“ von 2004/05. Hier imitieren Waschmaschinen und eine darunter gelagertes Konstrukt die Funktion der Organe. Letztlich wartet unten ein Ausgussrohr auf das Ende des Prozesses, um das Material in eine Edelstahlschüssel zu gießen. Damit thematisiert der Künstler eine Grundkonstante der menschlichen Existenz. Deutlicher Humor und die Irritation des Betrachters schimmern im „Etui pour une Mobylette“, zu Deutsch „Etui für ein Mofa“. 2004 schuf Delvoye für das hellblaue Gefährt ein passendes Futteral, so dass in verdrehter Funktion der Nutzer das Transportmittel von Ort zu Ort tragen kann.

Die Ausstellung „Wim Delvoye“ läuft vom 14. Juni bis zum 1. Januar 2018. Das Museum Tinguely hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 18 Schweizer Franken, ermäßigt 12 Schweizer Franken. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist er frei. Der begleitende Katalog ist im Museumsshop für 48 Franken erhältlich.

Museum Tinguely
Paul Sacher-Anlage 2
CH-4002 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 681 93 20
Telefax: +41 (0)61 – 681 93 21

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


14.06.2017, Wim Delvoye

Bei:


Museum Tinguely

Künstler:

Wim Delvoye








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