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Yan Xing in der Kunsthalle Basel

Die Kunsthalle Basel stellt aktuell den Chinesen Yan Xing vor. Der 1986 geborene Künstler nutzte für seine erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz als Ausgangspunkt die Deckenlampe über dem Bürotisch der Kuratorin und Direktorin Elena Filipovic. Entsprechend ist das zentrale Objekt ein unscheinbarer Lampenschirm aus mattiertem Glas samt Metallteilen, der auf dem Boden im Ausstellungsraum liegt. Für die Schau „Dangerous Afternoon“ erfand Yan Xing einen fiktiven Künstler, der die Werke herstellte. Nur der Lampenschirm ist damit ein „reales“ Objekt einer tatsächlich existierenden Person. Dem erfundenen Künstler ordnete Yan Xing einen fiktiven Kurator zu, der die Exponate in der Kunsthalle installierte. Inmitten dieses Ideenkonstruktes verwischen die Grenzen zwischen Künstlichem und Tatsächlichem in der Installation aus Fotografien, Objekten, Videos und Skulpturen.

Damit beginnt die Geschichte, die „Dangerous Afternoon“ durchfließt. Der fiktive Kurator, glücklich verheiratet, verliebt sich hoffnungslos in die Füße des Künstlers. Eine Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt einen sitzenden Mann, der ebenso anonym bleibt wie sein Pendant. Eine elegante Männerhand zieht dem Sitzenden den schwarzen Schuh vom Fuß. In der Folge versucht der Kurator nicht nur seine Leidenschaft zu akzeptieren, sondern auch den fremden Mann dazu zu bewegen, sich mit dessen Füßen vergnügen zu dürfen. Dies gelingt unter einer Bedingung: Als Gegenleistung muss der Kurator dem Fremden eine Nacht mit seiner Ehefrau gewähren. In der Folge entwickeln sich moralische Schwierigkeiten, schließlich muss die Ehefrau zum Ehebruch bewogen werden, damit der Kurator seine erotischen Fantasien mit dem fremden Mann ausleben kann.

Diese Mixtur aus Begierde, Qual, den Folgen der Handlungen und dem doppeltem Boden bildet die Rahmenhandlung für Schau. Schließlich fordert der fremde Künstler vom liebeskranken Kurator demütigende Handlungen ein, die zum Beispiel an den Wänden der Ausstellung Spuren in Form von Abreibungen hinterlassen haben. Diese entstanden, indem der Kurator aufgefordert wurde, auf allen Vieren zu kriechen. Auch die Objekte der Installation beziehen sich auf die Geschichte. So deuten etwa die langen Kupferobjekte mit Spitzen aus Stachelschweinborsten auf vage erotische Handlungen hin. Alle Anspielungen bleiben jedoch unklar, raffiniert und extrem elegant. Der einzig reale Gegenstand einer tatsächlich existierenden Person ist die abmontierte Deckenlampe. Die Fiktion wirkt jedoch auf die Arbeitswelt der Kuratorin Elena Filipovic, die ohne ihren üblichen Lichtspender bis zum Ende der Ausstellung ausharren muss.

Die Ausstellung „Yan Xing. Dangerous Afternoon“ läuft bis zum 27. August. Die Kunsthalle Basel ist dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20:30 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag schließt sie bereits um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 12 Schweizer Franken, ermäßigt 8 Schweizer Franken. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH-4051 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 99 00
Telefax: +41 (0)61 – 206 99 19

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Yan Xing








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