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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Beckmann platziert sich an der Spitze der modernen und zeitgenössischen Kunst bei Grisebach in Berlin

Zurück in die neue Welt



Max Beckmann, Tiergarten im Winter, 1937

Max Beckmann, Tiergarten im Winter, 1937

Als Max Beckmann 1937 fast unmittelbar nach Adolf Hitlers Ansprache zur Eröffnung der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ Deutschland für immer verließ, hatte er langfristig eigentlich die USA im Blick. Doch zehn Jahre musste er warten und sein Exil während des gesamten Krieges in Amsterdam verbringen, bis ihm die Übersiedlung endlich gelang. Vorausgegangen waren ihm aber schon ein paar seiner Gemälde, so im Jahr 1940 auch der „Tiergarten im Winter“, 1937 als eines der letzten Berliner Bilder des Künstlers entstanden. Erst 1963 kehrte die in sichtlich gedrückter Stimmung gemalte Ansicht der verschneiten Bäume nach Deutschland zurück und befand sich bis zuletzt in Familienbesitz. Jetzt aber wandert die mittelgroße Leinwand erneut über den Atlantik: Sie bildete das Hauptlos der Versteigerung „Ausgewählte Werke“ bei Grisebach in Berlin. Auf 700.000 bis 1 Million Euro taxiert, erhielt erst bei 1,5 Millionen Euro eine nordamerikanische Privatsammlung den Zuschlag.


Insgesamt lief die Auktion am 1. Juni zur Zufriedenheit des Auktionshauses: Nur zwölf der 51 Offerten fanden keinen Abnehmer, was einer Zuschlagsquote von rund drei Vierteln entspricht. Der Bruttoumsatz lag bei knapp 6,5 Millionen Euro und stellt den Hauptteil der insgesamt 17,7 Millionen Euro aus den acht Frühjahrsauktionen. Schwergewichte von Beckmanns Format waren allerdings nicht mehr dabei, den nächstfolgenden Zuschlag bei den „Ausgewählten“ markierte Norbert Krickes mehr als sechs Meter langes Stahlröhrengeflecht „Große Fließende“ von 1971 für 370.000 Euro (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Jeweils 250.000 Euro erzielten Gabriele Münters koloristisch ausgesuchte „Herbstliche Landstraße“ von 1910 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR) und Emil Noldes stimmungsvolles Aquarell „Aufziehendes Gewitter über Marschenhof (Seebüllhof)“ (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Ein weiterer Nolde dieser Art, „Rußender Dampfer“ von 1910, konnte seinen Wert auf 130.000 Euro mehr als verdoppeln. Auch Otto Muellers Mischtechnik aus Kreide und Aquarell „Zwei weibliche Akte im Wald“ kletterte leicht von 100.000 bis 150.000 Euro auf 165.000 Euro.

Bei der modernen Kunst suchten die Kunden das Unbekannte

Die untere Grenze der anvisierten 200.000 bis 300.000 Euro schaffte Conrad Felixmüllers kubistische „Frau im Wald (Wiesbaden)“, die sich 1918 angstvoll nach rechts aus dem Bild wendet. Mehr Erfolg hatte Karl Hofer: Sein 1938 in holzschnitthafter Technik aufgenommenes „Mädchen, sich kämmend“, reichte mit 330.000 Euro beinahe an die obere Taxe heran, und das fast romantisch verklärte Landschaftsbild „Weg nach Lugano“ aus dem Jahr 1926 überstieg die seine mit 125.000 Euro deutlich (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ein Selbstportrait Ernst Wilhelm Nays, 1940 in dicken, stürmischen Pinselstrichen auf die Leinwand geworfen, verbesserte sich ebenfalls von 50.000 bis 70.000 Euro auf 110.000 Euro. Unter den älteren Abstrakten brachte es Walter Dexel mit seiner konkreten Komposition „MO 1925 I“ bei 150.000 Euro am weitesten (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Bei den weniger bekannten Künstlern reüssierte Franz Nölken mit einem zwischen Rosa und Blau changierenden „In der Tür stehenden weiblichen Akt“ von 1911 bei stolzen 85.000 Euro, mehr als dem Doppelten der oberen Schätzung. Franz Willems’ neusachliches Frauenportrait „Im Schein der Fotolampe“ von 1928 brachte es ebenfalls auf gute 40.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), und ein anmutiges Bildnis von Max Kaus’ erster Frau Gertrud, „Turu“ genannt, aus dem Jahr 1924 ging für 70.000 Euro über den Tresen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Für 125.000 Euro schenkte sich ein Bieter Moise Kislings farbintensives „Bouquet de fleurs variées“ aus den mittleren 1920er Jahren (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). 94.000 Euro gab es für ein schlicht „Stahlskulptur“ betiteltes abstraktes Werk Hans Uhlmanns aus dem Jahr 1964. Gewürdigt wurde damit einer der wichtigsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit, der heute allerdings ein wenig in Vergessenheit geraten ist (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Bei Gerhard Marcks’ lebensgroßer Bronze „Schwimmerin II“ von 1938/52 waren die 160.000 Euro hingegen erwartet.

Zeitgenössische Kunst mit Warhol-Highlight und Grosse-Rekord

Den überwiegenden Teil der zeitgenössischen Kunst hatte Grisebach in eine eigene Auktion am 2. Juni gepackt, darunter das Hauptlos: Andy Warhols schwarz-weißer Siebdruck „Mona Lisa (Four Times)“ aus den späten 1970er Jahren landete mit 550.000 Euro im unteren Bereich der Schätzung. Wiederum folgte erst mit geraumem Abstand das nächste Werk, und zwar bei 270.000 Euro Gotthard Graubners dichtes dunkelviolettes Kissenbild „an van Dyck“ aus des 2013 verstorbenen Künstlers letzter Werk- und Lebensphase 2010/11 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Platz drei besetzte erwartungsgemäß Konrad Klaphecks Großbildansicht zweier Sandalen mit dem eleusinischen Titel „Das Lächeln der Auguren“ von 1968 für 140.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von 76,3 Prozent setzten die Zeitgenossen brutto knapp 3,8 Millionen Euro um.

Gut kamen Vertreter der konzeptuell-gegenstandslosen Kunst an, etwa zwei Dreiecke in Schwarz und Weiß von Blinky Palermo aus dem Jahr 1973 für 70.000 Euro, gewidmet Thelonious Monk (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), oder vier in den mondrianschen Grundfarben Gelb, Rot und Blau samt Weiß bemalte Holzkästen Imi Knoebels von 1995 für 60.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die gleiche Preisentwicklung nahm François Morellets zweischichtige, leicht versetzte Gitterstruktur „2 trames –1° +1°“ von 1971. Aber auch Markus Lüpertz’ gegenständliche Abkonterfaktur einer schlichten „Dachpfanne“ von 1977 machte mit einem Ergebnis von 130.000 Euro ordentlich Furore (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). C.O. Paeffgen gab sein „Küßchen für Oskar“, das sich ein gut bürgerliches Paar seit 1998 austauscht, erst für 40.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Johannes Grützkes dreifaches überzogenes „Selbstbildnis in Zeiten der Fotografie“ von 1985 stieß bei 18.000 Euro auf Gegenliebe (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Das collageartige Gemälde „Peng“ Uwe Lausens, der sich 1970 mit Ende zwanzig das Leben nahm, kletterte von 50.000 bis 70.000 Euro auf 80.000 Euro. Mit Eberhard Havekosts Ölgemälde „Fiktive Stadt“ von 1996 ging es für 25.000 Euro dann wieder in Richtung einer Farbfeldabstraktion. Gregor Hildebrandt schwelgte bei „Oma Giselas Tapete“, geklebt 2008 mit Kassettentonband auf Leinwand, ganz in der Ornamentik und heimste 23.000 Euro ein (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR). Jorinde Voigt ließ sich 2006 bei ihrer komplexen und vielschichtigen Zeichnung „Top 15 Popsongs…“ von grafischen Partituren inspirieren, was mit 21.000 Euro bedacht wurde (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Einen neuen Künstlerrekord stellte Grisebach für Katharina Grosse auf, als ein unbetiteltes, relativ neues Werk der 1961 geborenen Künstlerin, das an Gerhard Richters abstrakte Bilder erinnert, von 25.000 bis 35.000 Euro auf 110.000 Euro hochgehandelt wurde.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Villa Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@villa-grisebach.de



19.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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