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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Koller in Zürich beschließt seine Frühjahrsauktionen mit einem qualitätvollen Programm aus Schweizer Kunst, Impressionismus und Moderne sowie Arbeiten der Nachkriegskunst und der Gegenwart

Ein Sommerspaziergang



Max Liebermann,  Große Seestraße in Wannsee

Max Liebermann, Große Seestraße in Wannsee

Durch dichte Baumkronen dringt das Licht auf die bevölkerte Straße. Familien mit Kindern flanieren an einem sommerlichen warmen Tag auf einer Straße am Wannsee in Berlin, die von den hohen alten Bäumen gerahmt ist. Das für Max Liebermann typische impressionistische Gemälde „Große Seestraße in Wannsee“ bedient sich eines Sujets, das der Maler ab 1909 in vielen verschiedenen Arbeiten thematisierte. In diesem Jahr kaufte Liebermann ein ausgedehntes Grundstück am Wannsee und ließ hier eine prächtige Villa errichten. Neben seinem eigenen Garten faszinierten den Künstler die Straßen, die an sein Haus grenzten und von Fußgängern und Fahrzeugen belebt wurden. Bei Koller in Zürich steht nun eine fast einen Meter und damit ungewöhnlich breite Ansicht der Seestraße bereit und fordert einen Schätzwert von 500.000 bis 800.000 Franken. Das liegt nicht zuletzt an der Marktfrische. Denn das wiederentdeckte Gemälde ist seit 1933 in Züricher Familienbesitz beheimatet.


Impressionisten und Moderne

Ein weiteres Spitzenobjekt der Versteigerung am 30. Juni liefert Emil Nolde mit seinem „Kleinen Dampfer“. Er ist eines von insgesamt 13 Ansichten des Hamburger Hafens, die Nolde im Februar und März des Jahres 1910 in der Hansestadt malte. Mit grobem Duktus gelingt es ihm, das Meer, den Himmel und den Dampfer trotz gleicher Farbpalette voneinander zu unterscheiden. Für 200.000 bis 300.000 Franken ist die stürmische Malerei zu haben. Von selber Hand stammt das schlichte Portrait „Junger Eingeborener“, den Nolde während einer Reise in die Südsee im Jahr 1913 entdeckte (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). 150.000 bis 250.000 Franken werden für einen koloristisch ausgefeilten, intimen Akt des flämischen Neoimpressionisten Théo van Rysselberghe erwartet. Mit leicht gerötetem Gesicht trocknet sich die junge Frau ab, während der Betrachter in einer etwas schamhaften Situation sie dabei beobachtet. Private Einblicke gibt auch Jean-Baptiste Armand Guillaumin mit dem Portrait seiner lesenden Tochter. „La lecture“ von Ende des 19. Jahrhunderts ist in etwas kräftigeren Pastelltönen gehalten (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR).

Weitaus dunkleren Farben bedient sich Franz von Stuck bei seinem romantischen Nachtstück „Sternschnuppen“ von 1912. Während er nur Augen für seine junge Frau Mary hat, schaut sie nach oben zu dem von leuchtenden Sternen bedeckten Himmel. Stuck fängt genau den Moment ein, in dem zwei Sternschnuppen über dem Paar aufblitzen (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Idyllisch ist auch ein Blick über eine weite Landschaft mit zwei Kühen und bewirtschafteten Feldern von Hermann Max Pechstein. Der in Zwickau geborene Maler hielt den „Sommerabend“ 1927 in Pommern im kräftigen Farbkontrast von Gelb und Grün fest (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Von der Ostsee war auch Lovis Corinth hingerissen, der die Meeresansicht „Küste bei Nienhagen“ von 1917 zur Auktion beisteuert. Kiefern nehmen den Vordergrund und einen Großteil der gesamten Bildfläche ein. Erst dahinter lässt sich der Strand mit seiner Promenade und einem Schiffssteg erkennen (Taxe 150.000 bis 360.000 SFR). Abstrakter ist da die farbintensive Darstellung einer Kuh von Heinrich Campendonk um 1914, die in ihrem kosmischen Farbgefüge einen deutlichen Bezug zum Blauen Reiter erkennen lässt (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Zurück in die Stadt geht es um 1948 mit Maurice Utrillos „Rue de Mont-Cenis, la Maison de Berlioz“. Bereits seit seiner Kindheit kennt der Künstler dieses Quartier in Paris um eine der wichtigsten Straßen am Montmartre; es findet des Öfteren Niederschlag in seinen Arbeiten. Ebenso still und beinahe menschenleer ist seine Vedute „La gare de Belleville-sur-Saône“ im Herzen des Weinbaugebiets Beaujolais (Taxe je 70.000 bis 90.000 SFR). Den selben Preis erwarten die seltsam statischen „Baigneuses au Bord du Nil“ von Emile Bernard aus dem Jahr 1893. Die Gattung Stillleben bedienen Mela Muter mit ihrer kraftvoll entwickelten Aufsicht auf die „Nature morte au panier de pommes“ (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) und James Ensor mit einer charakteristischen „Nature morte aux coquillages“. Die zarte Farbstiftzeichnung von 1914 soll 20.000 bis 30.000 Franken einspielen. Seine Inspiration fand Massimo Campigli bei der Malerei der Etrusker und der Florentiner Renaissance. So hat er auch seine feingliedrige „Donna con cappello“ 1941 in reduzierter Farbpalette als Fresko auf Mörtel hingezaubert (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). An die naive Malerei Henri Rousseaus knüpfte Antonio Ligabue 1962 in seinen „Leopardi nella foresta“ an und hat die Begegnung der beiden Wildkatzen vor einer exotisch-fantastischen Waldlandschaft angesiedelt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Schweizer Kunst

Die Abteilung der Schweizer Kunst wird vor allem von Albert Anker und der Familie Giacometti bestimmt. Ersterer ist mit zahlreichen Portraits von Dorfbewohnern zugegen, unter denen die innige Szene „Schreibender Knabe mit Schwesterchen“ von 1875 hervorsticht. Hochkonzentriert sitzt der junge Bub mit Feder und Tinte an seinen Schreibaufgaben, während ihm seine kleine Schwester gebannt zuschaut. Anker gehört innerhalb der europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Schöpfern von Kinderdarstellungen, wodurch sich auch der Spitzenpreis von 1,2 bis 1,8 Millionen Franken erklärt. Von Giovanni Giacometti sind es vor allem die farbfreudigen Landschaftsbilder, die hohe Preise fordern. Genannt seien die Bauern während der Heuernte in „Stampa“ vor einer imposanten Bergkulisse von 1927 (Taxe 150.000 bis 220.000 SFR), die ruhige Nachmittagsidylle der „Plazetta“ mit Bäuerin an der Sense von 1929 (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR) sowie der stimmungsvolle „Herbstmorgen“ von 1921 (Taxe 160.000 bis 240.000 SFR). Einen höheren Preis verlangt „Theodora“, ein liegender weiblicher Akt, mit dem sich Giacometti in die lange Tradition der Aktmalerei der Neuzeit stellt und hierfür einen ausgefeilten Kontrast von Gelbgrün- zur Rotvioletttönen verwendet. Mit aufgestütztem Arm ist die Unbekannte, die bis vor kurzem als Leihgabe im Kunstmuseum Solothurn zu sehen war, in die Lektüre eines Briefes versunken (Taxe 600.000 bis 900.000 SFR).

Von seinem sonst für seine Bronzeskulpturen bekannten Sohn Alberto Giacometti liegt für 300.000 bis 400.000 Franken die imposante Berglandschaft „Monte del Forno“ bereit. Sie entstand um 1923 in seinen jungen Jahren, als er sich seiner beeindruckenden Heimat um Maloja widmete und meist zusammen mit seinem Vater Giovanni künstlerisch aktiv war. Die gewaltige „Berglandschaft bei Handeck“ ist eines von drei farbenfrohen Gemälden, in denen sich Cuno Amiet 1927 auf den Berg Handeck in der Region Grimsel im Berner Oberland bezog (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Den „Thunersee mit Stockhorn“ fing er vier Jahre später an einem Wolkentag ein (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Weitaus gedecktere Töne verwendete Félix Vallotton für seinen kleinen Flusslauf „Ruisseau rouille et galets blancs“, der von kargen Bäumen umgeben ist. Das unprätentiöse Bild von 1921 startet bei 300.000 bis 500.000 Franken.

Am Beginn der langen Tradition der Schweizer Bergemalerei steht etwa Caspar Wolf mit der ebenfalls unaufgeregten „Steinbrücke bei Château-d’Œx“ im Kanton Waadt (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR), während Alexandre Calame 1862 und damit rund 100 Jahre später seinen Sommertag „Un plateau du Rigi“ mit Bergbauernhof dann schon dramatischer auffasst (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Die Tradition führt im 20. Jahrhundert Gottardo Segantini mit seinem pointillistischen „Abend im Engadin“ im mildem Licht von 1935 fort (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), gar im 21. Jahrhundert Valentin Roschacher mit seinem Panorama „Engadiner Seelandschaft“ an einem klaren sonnigen Wintertag des Jahres 2015 (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Gerade in seiner Lektüre innezuhalten scheint ein alter Mann von Ferdinand Hodler. Die melancholische Malerei „Meditierender Greis“ gehört zu einer Gruppe von Darstellungen alter Männer aus der Mitte der 1880er Jahre, deren Blick ohne konkretes Ziel in die Ferne gerichtet ist (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Mit dem Menschenbild hat sich auch Ricco Wassmer beschäftigt, dessen Werk zwischen Naiver Malerei, Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus anzusiedeln ist. Herausgekommen ist 1965 die Strandszene „Vieni qui“, in der ein einsamer Junge mit auffallend grüner Badehose einem Hund gegenübersteht (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Der geisteskranke Adolf Wölfli hat sich in seinen Zeichnungen seinen eigenen, nur schwer durchdringbaren Kosmos geschaffen. Herausgekommen ist 1916 etwa sein Farbstiftblatt „China-Engel“, das mit seiner runden Zentralfigur an Mandalas erinnert (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Grafik und Multiples

Am 1. Juni geht es bei Koller in Zürich mit Grafiken weiter. Den Beginn machen zahlreiche der symbolistischen schwarz-weißen Blätter Félix Vallottons, darunter „Les Trois Baigneuses“ von 1894 (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR) oder der gleichaltrige dunkle Nachthimmel „Wolken“ in einem posthumen Abzug (Taxe 800 bis 1.200 SFR). Höher notiert der Farbholzschnitt „Drei Akte im Wald“ von Ernst Ludwig Kirchner. Bereits 1928/29 setzte er sich mit dem Motiv in einer Schwarzweiß-Fotografie auseinander und 1933/34 fertigte er zwei Zeichnungen und zwei Aquarelle. Zeitgleich arbeitete Kirchner an dem schablonenartigen Holzschnitt, der auf das Jahr 1933 datiert und auf 70.000 bis 90.000 Franken taxiert ist. Auch Otto Mueller widmete sich dem weiblichen Akt in einer Farblithografie von 1921. „Fünf gelbe Akte am Wasser“ mit drei am Strand stehenden Frauen und zwei in der Nordsee Badenden können für 30.000 bis 40.000 Franken ins eigene Heim geholt werden.

Mit 35.000 bis 45.000 Franken ist Edvard Munchs zauberhafte Lithografie „Geigenkonzert“ von 1903 veranschlagt. Sie entstand in Berlin während einer Konzerttour der berühmten englischen Geigerin Eva Mudocci und ihrer Lebensgefährtin, der Pianistin Bella Edwards. Mit fünf Werken ist der Roy Lichtenstein vertreten. In „Two paintings: Dagwood“ kombiniert er 1984 die beiden Drucktechniken Holzschnitt und Lithografie, die er zudem in Farbe gestaltet. Auf der linken Seite ist ein Ausschnitt eines abstrakten Gemäldes zu sehen und auf der rechten Seite ein Teil mit der Comicfigur Dagwood (Taxe 22.000 bis 32.000 SFR). Wie ein sonnendurchflutetes Kirchenfenster leuchtet ein unikater Druck der Serie „Sanctum“ von Damien Hirst, dessen Komposition auf dem Raster einer gotischen Fensterrosette basiert. Der rote Schmetterling in der Mitte symbolisiert als fester Bestandteil der christlichen Ikonografie die Auferstehung (Taxe 38.000 bis 44.000 SFR).

Fotografie

Zu den Highlights unter den fotografischen Arbeiten gehören die zahlreichen Aufnahmen von Marilyn Monroe. Einzigartig ist ein eigenhändig koloriertes Foto von Bert Stern, das er sechs Wochen vor ihrem Tod schoss. „Marilyn with Azure Roses“ aus der Serie „The Last Sitting“ soll 5.000 bis 8.000 Franken einspielen. Einblicke in das Leben des spanischen Künstlers Salvador Dalí liefern zwei Fotoserien von Alberto Durazzi. 20 gestellte Aufnahmen von 1957 zeigen Dalí in seinem Haus in Port Lligat, 19 weitere den Surrealisten vor Schauplätzen in der Umgebung, die in seine Gemälde eingeflossen sind (Taxe je 5.000 bis 8.000 SFR). Nur mit einem schwarzen Kopftuch bekleidet, lichtete der Brite Albert Watson das Model Kate Moss im Jahr 1993 ab. Die Schwarzweiß-Aufnahme „Kate Moss in Turban, Marakkech“ gehört mit einem Wert von 8.000 bis 12.000 Franken zu den eher hochpreisigen Fotografien. Gleiches gilt für die hinreißende Milieu- und Menschenstudie „Nan und Brian in Bed, N.Y.C. 1983“ von Nan Goldin und den klaren Silbergelatine-Abzug „5th Avenue – New York“ des bekannten deutschen Fotojournalisten Thomas Hoepker mit zylinderbewehrtem Mann von der Rasterfassade eines Hochhauses aus dem Jahr 1960 (Taxe je 8.000 bis 12.000 SFR).

Nachkriegs- und Zeitgenössische Kunst

Die Offerte Kunst ab 1950 ist stark geprägt von abstrakten Werken, etwa einer Rhombe aus der Serie „Oggetto Ottico Dinamico“ von Dadamaino. Dafür hat die Italienerin 1965 kleine Aluminiumplättchen auf eine weiß gestrichene Holztafel aufgelegt und so sich scheinbar vorwölbende Op-Art-Strukturen von fließender Dynamik erzeugt (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Ihr in Florenz geborener Kollege Paolo Scheggi setzte sich in der Serie „Interena-cubi“ ab 1965 mit dem Verhältnis von Raum und Gemälde auseinander. Dazu reiht er gleich große Quader mit kreisrunden Löcher in der Mitte aneinander, die die dahinterliegende Querverstrebungen der Faltungen sichtbar werden lassen (Taxe 45.000 bis 65.000 SFR). Aus Mailand stammt Nanda Vigo, die sich besonders für das Verhältnis von Licht und Raum interessiert. Ihr aus Aluminium, Glas und Neon bestehendes Werk „Cronotopo“ von 2006 fordert die sensorische Wahrnehmung des Betrachters von Zeit, Licht und Raum (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

In seinem seriellen Werk „Simplement Rouge“ von 1998/99 dekliniert Bernard Aubertin die Farbe Rot. Die 30 monochromen Leinwände in drei Farbstellungen dehnen sich auf fünf Metern Breite über die Wand aus (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Rot mit seinen Farbvarianzen ist auch das bestimmende Gestaltungsmittel auf Rupprecht Geigers fast quadratischer Leinwand „792/88“ von 1988, die für 80.000 bis 120.000 Franken zu haben ist. Der Farbfeldmalerei ist gleichfalls Al Held verpflichtet, der 1963 einen dominanten gelben Farbraum schuf, ihn oben mit einem fast exakten weißen Balken, unter aber mit einer schwarzen Wellenbewegung begrenzte (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Mit optischen Täuschungen spielt der in Caracas geborenen Carlos Cruz-Diez. Die „Physichromie No. 668“ von 1973 besteht aus schmalen parallel angeordneten Linien, die in der Mitte leicht versetzt auf Plexiglaslamellen gemalt sind und so ein scheinbar vorstehendes Quadrat ausscheiden (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Auf die Farbe Weiß und zarte runde Reliefstrukturen, die durch ihre Schattenkanten hervortreten, verlässt sich Gottfried Honegger in seinem „Tableau Relief Z589“ von 1969 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Mit dem Licht als Ausgangspunkt für Sehen und Farben agiert der Schweizer Lichtkunstpionier Christian Herdeg und legt über eine dunkelviolett gefasste Holztafel eine ovale Neonröhre, die im Zusammenspiel ihre Farbe verändert (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Auf die abbildende Funktion der Malerei verzichtet Alois Lichtsteiner in seinem Schaffen, dennoch meint man auf seiner titellosen Leinwand von 2001/02 den Ausschnitt einer verschneiten Berglandschaft der Alpen vor sich zu haben (Taxe 14.000 bis 18.000 SFR). Aus der Schweiz treten zudem Alfred Hofkunst, der 1986 in seiner Bleistiftzeichnung „Hintern No 5“ ähnlich verfährt wie Lichtsteiner (Taxe 1.200 bis 1.600 SFR), und der Bildhauer Hans Josephsohn mit einem fragmentierten und groben weiblichen Torso um 1970 aus Zement hinzu (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Das Spitzenstück der Zeitgenossen gehört zum Spätwerk des Japaners Kazuo Shiraga. Mit Körpereinsatz verschmiert er die rote und schwarze Farbe über die Leinwand, sodass ein expressiver Gesamteindruck entsteht (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Ebenso kraftvoll ist die dynamische und spontane Farbexplosion „Raining in Rainbow“ des in Shanghai geborenen Walasse Ting aus dem Jahr 1960, der hier noch ganz ohne gegenständlichen Bezug auskommt (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Auf deutscher Seite der gestischen Malerei steht Ernst Wilhelm Nay, der bei der Versteigerung mit dem strahlenden Gemälde „Mit vielfältigem Gelb“ von 1958 vertreten ist. Die gelb-rote Arbeit zählt zu seinen „Scheibenbildern“, bei denen die Schichtung der ganzen, halben und unregelmäßigen Scheibenformen eine Energie der Reibung und des Gegensatzes erzeugen (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Die Figuration kommt dann bei den jüngeren Zeitgenossen zu ihrem Recht, etwa bei Russell Youngs pinkfarbener und mit Diamantpulver bestäubter „Marilyn“ von 2010 (Taxe 16.000 bis 22.000 SFR). Ebenso bei Andy Warhol bedient sich Jonathan Monk in seiner hintergründigen Serie „Andy Warhol’s Chairman Mao hand made in the Peoples Republic of China“. Drei Gemälde aus dem Jahr 2008 sind schon für jeweils 2.000 bis 4.000 Franken zu haben.

Die Auktionen „Impressionismus & Klassische Moderne“ und „Schweizer Kunst“ finden am 30. Juni ab 14 Uhr, die Auktionen „Photographie“, „Postwar & Contemporary“ und „Grafik & Multiples“ am 1. Juli ab 9:30 Uhr statt. Vorbesichtigungen für alle Auktionen sind bis zum 26. Juni täglich von 10 bis 19 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kollerauctions.com.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



26.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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