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Wien auf roter UNESCO-Liste

Hochhausbau gefährdet Weltkulturerbe Wien

Das Welterbekomitee der UNESCO hat die Innenstadt von Wien auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Das hat das Komitee heute auf seiner Sitzung in Krakau beschlossen. Grund dafür ist das Projekt eines Hochhausbaus am Rand des historischen Zentrums der Donaumetropole. Dort soll der teils bis zu 66 Meter hohe Komplex „Wiener Eislaufverein - Hotel Intercontinental - Wiener Konzerthaus“ entstehen. Das Komitee betonte, „dass die aktuellen Planungen beträchtliche und spezifische Bedrohungen für den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte“ bedeuten. Obwohl der Entwurf des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld, der im Februar 2014 als Gewinner des Architekturwettbewerbs hervorging, schon um rund zehn Meter reduziert wurde, ruft das Komitee Österreich dazu auf, die Planungen am Heumarkt zu überarbeiten und Standards für Baumaßnahmen im historischen Zentrum Wiens zu entwickeln. Denn schon in der Vergangenheit hat die UNESCO Wien etwa wegen eines Hochhausbaus in Wien-Mitte oder der Planungen für den Hauptbahnhof moniert.

Die UNESCO hat das historische Zentrum Wiens 2001 als „einzigartiges Stadtdenkmal“ auf die Welterbeliste aufgenommen. Sein reiches architektonisches Erbe sowie die über 2000 Jahre gewachsene städtebauliche Struktur – vom römischen Vindobona über die befestigte Residenzstadt bis zur Ringstraße – bezeugen Wiens kulturelle Tradition von universellem Wert. Drei Schlüsselepochen der europäischen Entwicklung – Mittelalter, Barock und Gründerzeit – prägen bis heute die einstige Metropole des Habsburgerreiches, das über 600 Jahre lang die Geschichte Europas maßgeblich mitbestimmte.

Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 12. Juli in Krakau. Auf seiner Sitzung berät es über Neuzugänge und bedrohte Stätten des Welterbes. 35 Bewerbungen sind in diesem Jahr für die Unesco-Welterbeliste eingegangen. Deutschland hat die „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ auf der Schwäbischen Alb und den „Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut“ vorgeschlagen. Für die bereits bestehenden Welterbestätten „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau“ sowie die „Lutherstätten in Mitteldeutschland“ liegen Erweiterungsanträge vor.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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