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Thomas Deecke gestorben

Der Kunsthistoriker Thomas Deecke ist tot

Thomas Deecke ist tot. Der Kunsthistoriker und ehemalige Museumsdirektor starb am vergangenen Dienstag im Alter von 77 Jahren. Das teilte das Museum Weserburg in Bremen mit, dessen Gründungsdirektor Deecke war. Er leitete das Haus von 1991 bis 2005. „Die Mitarbeiter und Freunde der Weserburg trauern um einen großen Freund der Kunst und den Direktor der ersten Stunde“, hieß es weiter. Zur Welt kam Thomas Deecke 1940 in Lübeck. Sein Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Neueren Geschichte absolvierte er an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Freien Universität Berlin. In Berlin wurde er auch 1973 mit einer Arbeit über „Die Zeichnungen von Lovis Corinth – Studien zur Stilentwicklung“ promoviert. Von 1973 bis 1978 arbeitete er als Assistent Karl Ruhrbergs beim Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts. Danach war er bis 1985 Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Westfälischen Kunstvereins in Münster.

Von 1987 an erarbeitete ein im Auftrag des Senators für Bildung, Wissenschaft und Kunst ein Konzept für ein Sammlermuseum in Bremen. Unter der Leitung von Thomas Deecke ging das Haus unter dem Namen „Neues Museum Weserburg“ am 6. September 1991 in den alten Speicherhäusern auf dem Teerhof an den Start und brachte zeitgenössische Kunst in die Hansestadt. Das Museum war in Europa ein Novum: Erstmals wurde das Konzept eines Sammlermuseums umgesetzt, in dem ausschließlich Gegenwartskunst privater Leihgeber gezeigt wurde. So gelang es Deecke, mehrere herausragende Sammlungen aus dem In- und Ausland langfristig an das Haus zu binden und es national und international zu positionieren. 2000 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Bremen ernannt. Auch nach seiner Pensionierung verantwortete Deecke als Kurator mehrere Ausstellungen und mischte sich in die Diskussionen um die unsichere Zukunft der Weserburg ein.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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