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Neues UNESCO-Weltkulturerbe

Die „Venus vom Hohle Fels“ gehört nun zum UNESCO-Welterbe

Die sechs Höhlenfundstellen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg sind seit Sonntag Teil des UNESCO-Welterbes. Auf der Schwäbischen Alb, genauer im Achtal und dem Lonetal nahe Ulm, befinden sich Orte der ältesten mobilen Kunstwerke der Welt. Die mehr als 50 meist aus Knochen und Elfenbein gearbeiteten Objekte, darunter prähistorische Musikinstrumente, die „Venus vom Hohle Fels“, der „Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel“ sowie Skulpturen von Mammuts und Pferden, sind vor rund 35.000 bis 43.000 Jahren entstanden. In der Begründung des Welterbekomitees heißt es: „Die Dichte der Funde, die Bedeutung des Ensembles für die Geschichte der Entwicklung der Künste sowie der Beitrag der Stätte zur Erforschung des Jungpaläolithikums sind weltweit einzigartig.“

Diese Skulpturen halten die Tierwelt der eiszeitlichen Steppentundra fest. Neben großen Lebewesen wie Mammut, Wisent und Höhlenbär finden sich auch kleinere Vertreter der Fauna, etwa ein Wasservogel oder ein Fisch. Eine Besonderheit bilden die Mischwesen, wie der Löwenmensch. Die acht Flöten dürfen als Nachweis gelten, dass der eiszeitliche Mensch musizierte. Die sechs Höhlen – Geißenklösterle, Hohle Fels, Sirgensteinhöhle, Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle mit dem Bocksteintörle – verweisen durch die Dichte an vorgefundenen Objekten auf die Bedeutung des Ach- und Lonetals als wichtige Siedlungsgebiete der „frühesten modernen Menschen in Europa“, so die UNESCO.

Das UNESCO-Welterbekomitee, das noch bis 12. Juli in Krakau tagt, bereicherte die Welterbestätten des Bauhauses in Weimar und Dessau um weitere Gebäude: Zum einen um die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau, die ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Ausbildungsprogramme in Kooperation mit Arbeiterorganisationen war; zum anderen um die fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau, die die Entwicklung des Sozialwohnungsbaus in der Zwischenkriegszeit verdeutlichen. Beide Gebäude entstanden Ende der 1920er Jahre und wurden von Hannes Meyer gemeinsam mit Hans Wittwer entworfen. Hartwig Lüdtke, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärt: „Die Gebäudeserie ist Zeugnis einer radikalen Erneuerung in Architektur und Design. Sie macht den Übergang von Gropius’ weißer Moderne zu einem streng funktionalen Baustil, der die Grundlage der Nachkriegsarchitektur legte, deutlich.“

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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