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Paolo Piva ist tot

Der Architekt und Designer Paolo Piva ist am vergangenen Freitag überraschend in Wien mit 67 Jahren gestorben. Der 1950 in Adria geborene österreichisch-italienische Künstler führte nur einige Architekturprojekte durch, war aber umfangreich im Gebiet des Möbel- und Industriedesigns tätig. Charakteristisch ist eine schlichte Formensprache mit einer Orientierung an der Moderne und der Wiener Werkstätte, hier insbesondere an den Arbeiten von Josef Hoffmann. Bei Piva bildeten der Würfel und die Steppnaht ein konstant wiederkehrendes Motiv. Zu seinen Auftraggebern für Design zählte neben den italienischen Möbelherstellern Poliform, De Sede und B&B Italia auch die österreichische Firma Wittmann. Der Künstler erklärte, dass ein Designer „immer wieder von Neuem erfindet. Es geht um eine Art Eroberung des Objekts“.

Paolo Piva nahm 1968 sein Architekturstudium an der Universität Venedig auf, wechselte 1973 zur Klasse von Carlo Scarpa und beendet seine Ausbildung mit einer Diplomarbeit über Wien in der Zeit zwischen 1918 und 1934. Sein Interesse am sozialistischen Wien führte 1975 in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und dem Institut für Geschichte und Architektur in Venedig zur Ausstellung „Vienna rossa“. 1983 wurde er vom Pacific Design Center in Los Angeles zu mehreren Konferenzen eingeladen. Einige seiner Architekturprojekte waren der Entwurf für die kuwaitische Botschaft in Katar von 1980, sechs Jahre später die Renovierung des Palazzo Remer in Venedig. Zudem betreute er den Ideenwettbewerb zum Wiederaufbau der denkmalgeschützten Fiat-Fabrik Lingotto in Turin. Ab 1988 unterrichtete Paolo Piva, der sich mittlerweile ganz dem Entwerfen von Möbeln zugewandt hatte, Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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