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Am 02.12.2017 110. Auktion: Moderne Kunst Teil I und II

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit Möbeln, Antiquitäten, Glas und Porzellan tut sich der Kunstmarkt immer noch schwer. Das zeigte die Auktion im Wiener Dorotheum

Ein Triumphzug für den Tisch



Johann Joachim Kändler, Deckelvase mit dem Portrait Ludwig XV, um 1740

Johann Joachim Kändler, Deckelvase mit dem Portrait Ludwig XV, um 1740

Aufrecht sitzt Amphitrite mit goldenem Zepter in der linken Hand in einem Muschelwagen. Ein feiner Schmuck aus Perlenkette und -armband mit Edelsteinen ziert die nackte Meeresgöttin. Ihre rechte Hand umfasst ein purpurfarbenes Segeltuch, das als Bogen über ihrem Kopf verläuft. Drei kleine Amoretten schweben darüber und halten einen Lorbeerkranz sowie rote Korallenäste und Muscheln. Seitlich der Göttin kniet in den Wellen eine Nixe, die die Zügel der Delphine hält. Zudem bereichern eine Nereide, Glaucus, der Beschützer der Amphitrite, Triton und weitere Putten die üppige Komposition. Als Pendant gesellen sich zu dieser Porzellangruppe „Neptun und Thetis“. Als Herrscher der Meere steht der Gott in einem fahrenden Muschelwagen. In seiner Linken hält er den Dreizack und in der Rechten einen Lorbeerkranz. Nereiden und Tritonen umgeben ihn, während Thetis hinter ihm die wilden Meereswogen beruhigt. Diese beiden historistischen Meißner Porzellangruppen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es im Wiener Dorotheum. Die ursprünglichen Entwürfe entstanden um 1772/73 für die Zarin Katharina II. und stammen von dem berühmten Meißner Porzellanmodelleur Johann Joachim Kändler. Mit einem Zuschlagswert von 90.000 Euro gehörten sie zu den Spitzenobjekten der Versteigerung, obwohl sie die untere Grenze ihres Schätzwerts von 100.000 Euro nicht erreichen konnten.


Glas und Porzellan

Die Auktion am 26. April in Wien machte wieder einmal deutlich, dass die Sammler heute bei dem „Krimskrams“ an alten Möbeln, Skulpturen, Antiquitäten, Glas oder Porzellan genau hinsehen und nur das mitnehmen, was ihnen gefällt. Lag doch die losbezogene Zuschlagsquote bei nur 43,7 Prozent, die sich mit dem Nachverkauf noch auf einen akzeptablen Durchschnittswert von knapp 50 Prozent erhöhte. Zudem konnten sich die Kunden häufig ohne Gegenwehr bei den knapp 400 Objekten bedienen, denn die Ergebnisse rangierten oft unter den Erwartungen, so auch bei einem weiteren Entwurf Johann Joachim Kändlers: die überbordende Meißner Prunkdeckelvase mit dem Portrait Ludwig XV. kam in einer Ausführung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nur auf 90.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). In die selbe Fabrikationszeit datiert die aufwändige Kronen-Terrine mit Deckel, die Kändler ursprünglich 1738 für die sächsische Kurfürstin Maria Josepha von Österreich gestaltete. Das sogenannte „Drüselkästchen“ erreichte wenigstens seine untere Schätzgrenze von 20.000 Euro.

Gänzlich ohne Interesse blieben zwei spätklassizistische Kratervasen aus der Meißner Manufaktur mit Motiven der griechischen Antike. Die um 1814/30 in Weiß, Grün und Gold gehaltenen Gefäße im Wedgwood-Stil waren auf 60.000 bis 90.000 Euro angesetzt. Erst im Nachverkauf verabschiedete sich bei 6.000 Euro eine Teedose aus dem Besitz der Zarin Elisabeth, die um 1750 mit Blumenbouquets und Gefechtsszenen in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg vom Band lief (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Am seinem unteren Schätzwert von 11.000 Euro kratzte ein Ranftbecher Anton Kothgasser um 1830. Eine gotisierende Bordüre unter der Vedute bezeichnet diese als „Benedictiner Abtey zu den Schotten in Wien“. Erfreulicher lief es für einen bunten Glaslüster mit Halbedelsteinen. Erst im letzten Jahr wurde der Leuchter in Kronenform in Österreich produziert. Mit farblosem Glasgehänge, farbigen Muranotropfen, bunten Glassteinen, Rosenquarzen und Amethysten beeindruckte er die Bieter zu 8.000 Euro (Taxe 6.500 bis 9.000 EUR).

Skulpturen und Antiquitäten

Teuerste Position bei den Skulpturen war eine 1,4 Meter hohe, farbig gefasste Holz-Madonna mit Kind um 1520 aus dem schwäbischen Raum. Das zarte Lächeln der Gottesmutter spielte schließlich 22.000 Euro ein (Taxe 22.000 bis 28.000 EUR). Erfreulich war die Preisentwicklung bei einer Marmor-Skulptur. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Halbfigur des Apoll nach einem antiken Vorbild aus weißem Carrara-Marmor gehauen. Von 10.000 Euro konnte sich das elegante Götterbild auf ebenfalls 22.000 Euro steigern. Für Ferdinando Andreinis bewegt über die Weltkugel tänzelnde und Blumen streuende „Flora“ aus dieser Epoche blieben dann nur 7.000 Euro übrig; eigentlich hätten es mindestens das Doppelte werden sollen. Einträglich waren dann wieder die 4.500 Euro für eine Altarvase des Rokoko um 1760 mit Agaven-Aufsatz (Taxe 700 bis 900 EUR).

Großes Interesse bestand zudem an zwei prunkvollen Uhren. Bei der ersten handelt es sich um eine französische Louis XV-Pendule mit Boulle-Marketerie. Einen Kontrast zum überfließenden schwarz-goldenen Zierrat stellen die weißen Emailkartuschen des Ziffernblattes aus Bronze dar. Darunter sind ein figürliches Relief mit Zentaur, der eben eine Frau raubt, und Rocaillenfüße mit Frauenbüsten angebracht. Eine sitzende Minerva krönt die Uhr aus dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts. Anstelle der anvisierten 8.000 bis 10.000 Euro errang die Arbeit gute 11.000 Euro. Etwas schlichter kam die barocke Prager Stockuhr mit Wochengang daher. Das Uhrwerk ist zweimal von Sebastian Treffler signiert. Ende April fuhr die Uhr von etwa 1740/50 im Dorotheum 9.500 Euro ein und überstieg damit gleichfalls ihre Erwartungen von 4.000 bis 6.000 Euro. Keinen Abnehmer fand die über 250 Zentimeter hohe Automatenuhr aus dem süddeutschen oder böhmischen Raum des 18. Jahrhunderts mit einem späteren Karussellwerk samt Soldaten vor einer mittelalterlichen Festung (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Möbel

Im Bereich der Möbel konnten die Kunden zahlreich bei Tischen, Kommoden, Sekretären und Schränken auswählen. Hervor stach ein schwarz gebeizter Kabinettschrank aus Österreich oder Böhmen. Christie’s datierte ihn 2008 in seiner Auktion noch auf das späte 19. Jahrhundert, doch beim Dorotheum ist er in die Spätrenaissance um 1623 zurückversetzt worden. Verziert mit getriebenen Silberreliefs, die auf antike Stoffe aus Ovids „Metamorphosen“ Bezug nehmen, schaffte es der Schrank auf 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Aus Braunschweig stand ein barocker Hallenschrank mit architektonischer Gliederung bereit. Beide Türen und die Seitenteile sind mit feinen figuralen Elfenbeinverzierungen versehen. Mit der erneuerten Inneneinrichtung, die als Bar mit Beleuchtung konzipiert ist, verzeichnete das Möbel 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Etwas feiner in der Gesamterscheinung ist ein süddeutscher Tabernakelschreibschrank aus der Werkstätte Isaac Roos’. Alle Schauseiten zieren Einlagen in Form von Papageien und anderen exotischen Vögeln aus Edelhölzern. Begeistert von den kunstvollen Marketerien hoben die Bieter den Preis auf 20.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Noch begehrter war wohl nur das Zylinderbureau in einer Modellvariante nach David Roentgen. Das deutsche Möbel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte seinen Wert von 8.000 bis 12.000 Euro auf überraschende 45.000 Euro verbessern. Ein Uhrensekretär des Ansbacher Mechanikus Georg Friedrich Christoph Hausleiter von 1826 aus Mahagoni- und Ahornfurnier, dessen Flötenspielwerk in neugotischer Rahmung unter anderem Mozart und Rossini zum Besten gibt, platziert sich bei 19.000 Euro am oberen Rand des Taxrahmens. Ohne passenden Musiker blieb indes ein opulenter Konzertflügel der Firma Steinway & Sons. Das Instrument mit der Opus Nummer 31.215 von 1876 besteht aus einem dunkelbraunen palisanderfurnierten Korpus, der von ornamental geschnitzten und geschweiften Beinen auf Messingrollen getragen wird. Der deutsche Komponist Richard Wagner verwendete ein analoges Modell, das in seinem Museum in Bayreuth zu bewundern ist (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.07.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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Johann Joachim Kändler, Deckelvase mit dem Portrait Ludwig XV, um 1740
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Madonna mit Kind, Schwaben, um 1520

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Taxe: 22.000 - 28.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 670

Isaac Roos zugeschrieben, Aufsatzschreibkommode, um 1730/40

Isaac Roos zugeschrieben, Aufsatzschreibkommode, um 1730/40

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 514

Georg Friedrich Christoph Hausleiter, Uhrensekretär, Ansbach 1826

Georg Friedrich Christoph Hausleiter, Uhrensekretär, Ansbach 1826

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 559

Anton Kothgasser, Ranftbecher, um 1830

Anton Kothgasser, Ranftbecher, um 1830

Taxe: 11.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 812

Hallenschrank, Braunschweig, um 1720/30

Hallenschrank, Braunschweig, um 1720/30

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 519

Kabinettschrank, Österreich oder Böhmen, um 1623

Kabinettschrank, Österreich oder Böhmen, um 1623

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 504




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