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Art et Liberté in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet sich ab dem Wochenende der Geschichte der ägyptischen Künstlergruppe „Art et Liberté“. Die Ausstellung im K20 versammelt mehr als 200 Leihgaben aus rund 50 Sammlungen in zwölf Ländern, darunter Gemälde und Grafiken, Fotografien, Filme, Bücher und Dokumente des surrealistischen Künstlerkollektivs. Die Gruppierung verstand sich als ein internationales kulturelles und politisches Projekt, das dem Faschismus, Nationalismus und Kolonialismus zu einer Zeit trotzte, als Ägypten noch eine Kolonie Großbritanniens war. Mit ihren provokativen, poetischen, subversiven und anarchischen Arbeiten traten sie gegen die politische Unterdrückung und für ein freiheitliches Menschenbild ein.

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges schlossen sich 1938 in Kairo 37 Künstler, Literaten, Journalisten und Anwälte zu einer international ausgerichteten surrealistischen Gruppe zusammen. Im Dezember unterzeichneten die Mitglieder das Manifest „Vive l’art dégénéré“ (Es lebe die degenerierte Kunst), in dem sie sich etwa gezielt auf das damals nationalsozialistische Deutschland und die Ausstellung „Entartete Kunst“ bezogen. Zu den treibenden Kräften zählte der in Kairo lebende Dichter und Literaturkritiker Georges Henein. Der koptische Diplomatensohn hatte bereits ab 1930 engen Anschluss an die Pariser Surrealisten um André Breton. Die bis 1948 bestehende Gruppe aus Künstlern, Intellektuellen und Aktivisten war eine heterogene Plattform.

Die Kämpfe im Nordwesten Ägyptens, Tod und Zerstörung sind die Themen zahlreicher Gemälde der Ausstellung, darunter von Kamel el-Telmisany, Inji Efflatoun, Fouad Kamel, Amy Nimr, Samir Rafi oder Ramsès Younane. Letzterer nimmt mit einer Arbeit von 1939 Bezug auf die bittere Armut und Prostitution, indem er einen ausgezerrten, scheinbar leblosen weiblichen Körper über zwei Pfeiler hängt, die zugleich die Gliedmaßen ins Unermessliche strecken, während sich im Hintergrund drei knöcherne Figuren entfernen. Binnen eines Jahrzehnts entstanden etwa 30 Bücher bedeutender „Art et Liberté“-Autoren wie Edmond Jabès und Philippe Soupault, die vielfach ihre Künstlerkollegen um Illustrationen für ihre Bücher und Manifeste baten. Typisch für die Fotografie des Surrealismus ist die Verfremdung durch Collage, Montage oder Überbelichtung. Sie bot auch Möglichkeiten zur Kritik am ägyptischen Nationalismus, was etwa an dem circa 1940 entstandenen „Stillleben“ von Ida Kar deutlich wird, in dem eine Stoffpuppe mit Pionierhut offensichtlich einen Pharaonenkopf an sich reißt.

Die Ausstellung „Art et Liberté – Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938–1948)“ läuft vom 15. Juli bis zum 15. Oktober. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende und feiertags ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro bzw. 2,50 Euro. Es erscheint Katalog für 35 Euro.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen – K20
Grabbeplatz 5
D-40213 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 83 81 204
Telefax: +49 (0)211 – 83 81 209

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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15.07.2017, Art et Liberté: Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938-1948)

Bei:


Kunstsammlung NRW

Variabilder:

Manifest „Vive l’art dégénéré“ (Es lebe die entartete Kunst),
 1938
Manifest „Vive l’art dégénéré“ (Es lebe die entartete Kunst), 1938

Variabilder:

Mitglieder von „Art et Liberté“ in der Maison des
 artistes, Darb el-Labbana Zitadelle, um 1945
Mitglieder von „Art et Liberté“ in der Maison des artistes, Darb el-Labbana Zitadelle, um 1945









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