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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Während die Gemälde Alter Meister mit einigen Ausfällen zu kämpfen hatten, reüssierten die Zeichnungen und Antiquitäten im Wiener Kinsky

A dark horse



Olga Wisinger-Florian, Der Fürstenweg in Raitz (Südmähren), 1907

Olga Wisinger-Florian, Der Fürstenweg in Raitz (Südmähren), 1907

Im angelsächsischen Raum wird als „dark horse“ gerne eine Person oder Umstand bezeichnet, der unerwartet aus dem Nichts heraus große Bedeutung erlangt. Bei der Auktion im Kinsky waren zwei Bilder des 16. Jahrhunderts ein solches „dark horse“, da sie mit einem beschaulichen gemeinsamen Schätzpreis von 1.500 bis 3.000 Euro einen unerwartet hohen Wert hervorzauberten. Das schlichte Motiv der Pendants sind zwei Heilige mit einem Schriftrollenband samt Bibelzitaten. Um die beiden bärtigen Männer vor Goldgrund, in ein blaues und in ein rotes Gewand gehüllt, entstand ein heftiger Schlagabtausch zwischen zwei Bietern, der den Hammer erst bei 115.000 Euro und damit bei einer 77fachen Steigerung fallen ließ. Der einzige weitere Posten, der an den beiden Auktionstagen im April einen sechsstelligen Wert errang, war ein Gemälde Olga Wisinger-Florians von 1907. „Der Fürstenweg in Raitz“ der zu Lebzeiten für ihre Landschaften berühmten Malerin ist eine farbfreudige herbstliche Stimmung aus Südmähren. Den Pfad rahmen seitlich schwarze Bäume, deren golden- und orangefarbenes Laub bereits auf dem Boden liegt und die silbrig-blaue Oberfläche des spiegelnden Gewässers an den Seiten des Weges betont. Das saftige Hellgrün, der weißliche Himmel und die Fähigkeiten der Künstlerin lassen den Betrachter den schweren nassen Duft des Herbstes riechen. Hier schnellten die Gebote von 50.000 Euro ebenfalls auf 115.000 Euro.


Mit einer guten losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 64 Prozent zeigte sich das Kinsky von seiner Versteigerung am 25. und 26. April sehr zufrieden. Vor allem das Kunsthandwerk lockte die Sammler hervor, die bereitwillig fast zwei Drittel des Angebots mitnahmen und zu regen Steigerungsraten beitrugen. Den Nettoumsatz für das Kunsthandwerk bezifferte der Wiener Versteigerer mit 1,3 Millionen Euro und als eines der besten hauseigenen Ergebnisse in dieser Sparte. Dafür hatten die Gemälde der Alten Meister mit einer Verkaufsrate von nur 45,5 Prozent zu kämpfen. So mancher teure Posten wollte hier keinen Abnehmer finden, etwa Denys Calvaerts farbfrohe manieristische „Anbetung der Könige“, Martin Johann Schmidts dramatische „Ermordung Cäsars“ von 1788 (Taxe je 50.000 bis 100.000 EUR) oder Jan Brueghels d.J. zwischen 1630 und 1635 gemalte „Maria mit Kind und Engel im Blumenkranz“ (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Auch das Highlight der Auktionsrunde scheiterte an 350.000 bis 700.000 Euro: ein Tondo der „Heiligen Familie mit Johannes dem Täufer“ des Florentiner Renaissancemeisters Sandro Botticelli und seiner Werkstatt. Sie hätten zum Gesamtergebnis von 2,3 Millionen Euro noch ein erkleckliches Sümmchen beisteuern können.

Alte Meister

Um 1610 malte der in Amsterdam lebende David Vinckboons d.Ä. das Bild „Bauernfreud“. Das Thema bezieht sich auf die damaligen Glaubenskriege in den Spanischen Niederlanden, die Vinckboons selbst zu spüren bekommen hat: Eine größere Gruppe von Bauern, bewaffnet mit Heugabeln, Stühlen, einer Armbrust und einem Dreschflegel, vertreibt die edel gekleidet Spanier. Der Sieg der bunten Holländer ist unaufhaltsam, selbst das erhobene Gewehr eines spanischen Schützen dient wohl nur zum gesicherten Rückzug. Der gewittrig dunkle Himmel über der Landschaft verdeutlicht wohl den inneren Sturm der Eroberten. Hier kamen 60.000 Euro zusammen (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Feinsinn und Ruhe hingegen kennzeichnet die Renaissancearbeit „Madonna mit Kind in Landschaft“ um 1525 von Paris Bordone und seiner Werkstatt. Liebevoll schmiegt sich die Gottesmutter an ihren Sohn und präsentiert ihn dem Betrachter. Der Jesusknabe erwidert die Zuneigung seiner Mutter und blickt nachdenklich aus dem Bild. Das kontemplative Werk bereicherte das Konto des Verkäufers um 40.000 Euro (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

In der Nachfolge Peter Paul Rubens’ steht Erasmus Quellinus II. Das macht seine biblische Darstellung der effektvoll gewandeten Königin von Saba mit ihrem Gefolge vor Salomon um 1650 deutlich, die sich innerhalb der Schätzwerte bei 20.000 Euro platzierte. Streng gefasst und in ein kostbares schweres Gewand in Weiß mit markanten goldenen Knöpfen und Gürtel samt grünlicher Schleppe gehüllt, steht Isabella Clara Eugenia von Spanien in ihrem Dreiviertelportrait. Die großen schwarzen Augen im leicht trotzig wirkenden Gesicht blicken selbstsicher aus dem Bild. Man möchte meinen, die Prinzessin aus dem Atelier Alonso Sánchez Coellos forderte den Endpreis von 38.000 Euro geradezu ein (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Die Texturen des matten schweren roten Samttuches mit Goldfäden, ein Nautiluspokal, exotische Früchte wie Granatapfel und Orange bieten gemeinsam mit reifen Trauben, Pfirsichen und dekorativen Weinranken einen optischen Augenschmaus in Huybert van Westhovens Stillleben. Die köstlich wirkenden Früchte sind zweifelsohne Luxusgut wie auch der Pokal, die in ihrer Gesamtheit 11.000 Euro einspielten (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR).

Rund hundert Jahre später ersann sich Georg Frederik Ziesel sein fülliges Arrangement aus Blumen in einer Steinvase nebst Trauben, Vogelnest und Rosen auf einer Plinthe und trat nun mit taxkonformen 7.000 Euro vom Auktionspult ab. Ebenfalls schon ins 18. Jahrhundert datiert ein Interieur mit einer jungen Frau und einem Knaben mit Mausfalle und Katze. Louis de Moni orientiert sich in der lebhaften Schilderung und dem rahmenden Bogen an der Malerei seines Leidener Vorgängers Gerrit Dou und war bei 14.000 Euro erfolgreich (Taxe 14.000 bis 28.000 EUR). Ein Reiz des Rokoko liegt in seiner leichten und verspielten Art. Der Prager Künstler Norbert Joseph Carl Grund übersetzt dies in das gängige Motiv einer „Eleganten Gesellschaft im Park“. Drei galante Herren begleiten zwei Damen in einen weitläufigen luftigen Park bei untergehender Sonne, die den blauen Himmel goldgelb färbt. Das hübsche Bild erfreute so manches Auge, so dass der Wert sich mit 21.000 Euro beinahe verzehnfachte.

Zeichnungen

Waren die Gemälde die Schwachstelle am 26. April, hielten sich die Kunden bei den Zeichnungen kaum zurück. Deren starke Nachfrage führte zu einer Zuschlagsquote von knapp über 80 Prozent. Ihnen gefiel eine manieristische Minerva in Rüstung über der niedergekämpften und anatomisch unmöglich verdrehten Unwissenheit. Die Feder- und Pinselzeichnung aus dem Umkreis Bartholomäus Sprangers, in Anlehnung auf dessen 1591 gemaltes gleichnamiges Bild, sicherte sich 5.000 Euro. Ähnlich erfolgreich verlief auch das Buhlen um einen italienischen Meister. Seine fünf fantastischen Meerestiere von etwa 1600 dienen als Schiffe für drei Personen, was einem Interessenten 3.200 Euro wert war (Rufpreis je 2.000 EUR). Die beachtlichste Wertsteigerung bei den Arbeiten auf Papier absolvierte die Zeichnung mit Neptun und Venus aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Das ungleiche Götterpaar wendet sich einander zu, der Meeresgott mit Delphin und die Schaumgeborene auf einer Muschel. Der Hammer fiel bei 3.800 Euro (Rufpreis 400 EUR). 200 Euro mehr wusste eine feine Arbeit aus dem Umkreis Michelangelo Buonarrotis mit einem Ausschnitt seines Freskos des „Jüngsten Gerichtes“ zu verdienen (Rufpreis 1.000 EUR).

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Das Versprechen von Sonne, Strand und blauem Meer begeisterte so manchen Sommerfreund. Olga Wisinger-Florian erfüllte dies in lichtdurchfluteten Farben und lockerer impressionistischer Manier mit ihrem von Badegästen besuchten „Strand von Étretat“ in der Normandie aus den Jahren 1893/94, der prompt für Begeisterung und 60.000 Euro sorgte (Taxe 18.000 bis 36.000 EUR). Eine geheime Verschwörung möchte man fast bei den Bildern vermuten, die alle drei 38.000 Euro kosteten. Einmal das Bildnis einer „Jungen Dame am Klavier“, das der Serbe Paul Joanovits exakt auf den 12. Mai 1916 datiert hat. Die zarten Gold- und warmen Brauntöne umschmeicheln die hübsche Frau, die in einen Traum von Altrosé gehüllt ist (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Die zweite Preiskollegin ist Peter Fendis „Berggrotte von Corniale“. Der Österreicher malte das beliebte Ausflugsziel 1821 mit drei Figuren – er selbst ist als Rückenfigur eingefügt – auf einer Dienstreise mit dem damaligen Direktor des k.k. Münz- und Antikenkabinetts in den berühmten Karsthöhlen von Postojna in Slowenien (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Das letzte Werk im Bunde schuf Rudolf von Alt 1883 mit seinem aquarellierten „Blick in das Mittelschiff des Stephansdoms, Wien“. Der Prachtbau war eine stete Inspirationsquelle für den Künstler, dessen gotische filigrane Architektur, barocke Altäre und Besucher er atmosphärisch in feinem Lichtspiel einfing (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Günstiger war der Erwerb „Der Hohe Markt in Wien“, den Rudolf von Alt um 1850 mit Aquarell und Gouache auf Papier bannte. Die freundliche Vedute mit ihren Prachtbauten, die in die Tiefe führen, beleben die Stadtbewohner, mal wartend, mal beritten auf dem Wege oder durch die breite Straße eilend. Die signierte Stadtansicht errang 20.000 Euro (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Eine Farbexplosion bot Joseph Niggs „Stillleben mit Blumen und Früchten“. Auf dem kostbaren Marmortisch steht die goldene Vase mit dem bunten Blumenstrauß, um den nicht nur eine Melone und Trauben liegen, sondern zu dem auch Rosen emporranken. Die Gouache entlockte einem Kunden die unteren angesetzten 5.000 Euro. Ferdinand Georg Waldmüller ließ 1841 einen elegant gekleideten Herrn ernst und würdevoll aus der Leinwand blicken, ganz so als ob ihn die erzielten 9.500 Euro in keinster Weise interessieren (Taxe 12.000 bis 24.000 EUR). Finanziell einträglicher präsentierte sich Friedrich von Amerlings 1873 gemaltes Konterfei der „Luise Nowak als Lautenspielerin“. In loser antikischer Gewandung und partiell entblößter Brust hat das Musikspiel die junge Frau scheinbar zur Reflexion verleitet, so dass sie ihren Kopf zu Seite dreht. Scheu war sie mit den eingefangenen 14.000 Euro nicht (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Zu den begehrten Landschaftsbildern gehörte Eduard Zetsches sommerliche Ansicht von Dürnstein aus dem Jahr 1887. Der ehemalige Bankbeamte kombiniert die felsige Umgebung mit einem strahlend blauen Himmel, in den die Stadtmauer sowie der weiße Kirchturm ragen. Das Idyll fand für 17.000 Euro ein neues Zuhause. Denselben Preis teilt sich Alfred Zoffs unruhige impressionistische Oberfläche einer „Holländischen Landschaft mit Windmühle“ um 1906 (Taxe je 10.000 bis 20.000 EUR). Einen beschaulichen, beinahe märchenhaft rosa-silbrigen Himmel gestaltete Walter Leistikow in seinem „Motiv aus der Mark“. Typisch für sein Œuvre sind Gemälde mit Seeansichten, die auch hier anzutreffen ist, wobei saftiges Grün für das Gras und die Bäume hinzutritt. Die Kauffreude der Kunden gipfelte in 26.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Ein gedämpftes Kolorit mit energischer Pinselführung und einem beinahe als Farbtupfenmasse zu bezeichnenden Pflanzenwerk offerierte Lea von Littrow im „Garten in Ragusa“, was zu einer Verdoppelung der Taxe auf 20.000 Euro führte. Ebenfalls pastos, aber auch kühl distanziert ging es auf Josef Stoitzners „Weidengruppe bei Liesing“ aus der Zeit um 1920 zu. Das dekorative Werk übertraf den angesetzten Preis von 10.000 bis 20.000 Euro mit einem Zuschlag von 31.000 Euro. Insgesamt verabschiedeten sich die Gemälde des 19. Jahrhunderts losbezogen zu gut 70 Prozent.

Antiquitäten

Zum Top-Los der Antiquitäten mauserte sich ein prächtiger Kabinettschrank aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die in Eger geschnitzten Intarsien mit Szenen aus dem Alten Testament, Allegorien und Landschaften beanspruchten 62.000 Euro (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR). Den Anfang der Versteigerung am 25. April machte das Glas. Hier errang eine kleine bernsteinfarbene alpenländische Branntweinflasche mit Wabenstruktur aus dem 18. Jahrhundert die angedachten 6.000 Euro. Gute 4.000 Euro teurer war ihr großer Bruder aus derselben Zeit in hellgrünem Glas und in Form eines Zwölfpasses (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Einen gläsernen Kalender mit Tierkreiszeichen, Namenstagen samt Gold- und Emailverzierung bot der Ranftbecher mit Almanach von Anton Kothgasser aus dem Jahr 1820. Die filigrane Arbeit kostete letztlich 11.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Ein kleines Kunststück absolvierte eine weiße gotische Kassette aus Elfenbein mit speerspitzenartigen, vergoldeten Kupferbeschlägen. Dieses siculo-arabische Werk ging mit 5.000 Euro ins Rennen und überquerte die Zielgerade bei stattlichen 30.000 Euro. Etwas niedriger lag der Schätzwert mit 3.500 bis 7.000 Euro für ein französisches Wandthermometer mit Barometer von 1784. Die feinen Schnitzarbeiten mit floralem Dekor, die die Messgeräte rahmen, konnte ein Amerikaner erst bei 54.000 Euro mitnehmen. Demselben Muster folgte ein aus Rhinozeroshorn gearbeitetes chinesisches Ritualgefäß mit Blütenrelief des 17. Jahrhunderts bei guten 38.000 Euro (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR). 40.000 Euro verbuchte kurz danach die große chinesische Kalebassenvase mit „Café-au-Lait“-Fond, Goldmalerei, Blumen und Landschaftsmedaillons der Qianlong- oder Jiaqing-Periode (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Das kostspieligste Stück beim Porzellan war ein Uhrgehäuse von Claudius Innocentius du Paquier aus Wien von 1725. Die auf vier Voluten ruhende Baldachinkonstruktion ist in leuchtendem Blau und Gold gehalten, wobei das Weiß des Porzellans und Purpur Akzente setzen. Das edle Gehäuse zieren seitlich zwei musizierende Engel, ganz als ob sie sich über die 50.000 Euro freuten (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Ein österreichischer Sammler griff bei einem Trompe l’œil-Frühstück mit Melange und Kipferl aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien von 1854 bereitwillig mit 20.000 Euro zu (Taxe 3.500 bis 7.000 EUR), was auch der Preis für fünf etwa gleichaltrige Gebäckteile aus Porzellan war (Taxe 2.500 bis 5.000 EUR). Einen Sturm der Begeisterung entfesselte ebenso ein Habaner Fayence-Zunftkrug der Tuchmaler mit Scharffeuerfarbdekor von 1700 mit 30.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Bei den Silberwaren war es eine teils vergoldete Monstranz aus dem 15. Jahrhundert, die allerlei Kauflust weckte. Über den längsovalen Vierpass-Fuß erhebt sich ein Schaft mit Nodus. Das Medaillon ist frontseitig für die Hostie verglast, die Rückseite ziert das Schweißtuch der Veronika. Das liturgische Gerät wechselte zur oberen Erwartung von 5.000 Euro den Besitzer. Die Grenzen des Schätzwertes respektierte auch ein großer silberner Becher aus Siebenbürgen von 1564. Seine konische Form mit weit ausschwingender vergoldeter Lippe ist lediglich mit einer Inschrift sowie einem Wappen geschmückt und erreichte 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Unerwartete Publikumsmagneten waren dann wieder ein großer Majolikateller des 16. Jahrhunderts mit einer Rauferei in einer Landschaft wohl aus Italien bei 5.500 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR), eine süddeutsche Messingkassette des 17. Jahrhunderts mit fein gravierten eleganten Paaren in der Art Michel Manns für 7.500 Euro (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR) und ein schmiedeeisernes Vorhängeschloss aus Süddeutschland. Das barocke Objekt trieb den Preis auf 9.000 Euro (Taxe 1.200 bis 2.500 EUR).

Skulpturen

Zu den bevorzugten Arbeiten gehörte eine fränkische Johannesschüssel um 1500. Bart und Haare des geköpften Täufers sind in kunstvolle plastische Locken gelegt. Rasch katapultierte sich der Preis der spätgotischen Lindenholzschnitzerei zu den finalen 36.000 Euro (Taxe 3.500 bis 7.000 EUR). Ein Fragment, das ebenfalls einen Sturm der Gebote auslöste, war ein Bronzefuß einer römischen Skulptur des zweiten Jahrhunderts nach Christus, der die Erwartungen mit einem Umsatz von 39.000 Euro verzehnfachte. Das verspielte Rokoko läutete Ferdinand Tietz mit der Büste eines Knaben ein. Der auch in Würzburg tätige Bildhauer verlieh dem Buben um 1750 Mandelaugen, eine Stupsnase und ein freches Lächeln. Neben den Locken ragen auch die Kleidung sowie der wagemutige Hut des Jungen in den Raum. Der Knabenkopf aus Alabaster fand für 5.500 Euro einen neuen Sammler (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR). Einen hohen Ausfall hatte das Kinsky mit der Zweifigurengruppe „Die Errettung der Hagar in der Wüste“ zu verzeichnen. Die frühklassizistische Alabasterarbeit von Joseph Bergler d.Ä. blieb bei 50.000 bis 100.000 Euro liegen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

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Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

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17.07.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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