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Herbert Albrecht in Bregenz

Herbert Albrecht, o.T., 2015

Das Vorarlberg Museum in Bregenz zeigt aus Anlass des 90. Geburtstags von Herbert Albrecht aktuell seine Arbeiten mit Schwerpunkt auf neuesten Skulpturen. Die Ausstellung verteilt sich auf das Atrium des Museums und den Kornmarktplatz. Kurator Walter Fink stellt Albrechts Werken griechische und römische Figuren aus der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien gegenüber. Seit über sechzig Jahren gilt Albrechts künstlerisches Interesse der menschlichen Figur. Der österreichische Bildhauer, der mit 17 Jahren in den Krieg ziehen musste, stellt den Menschen alles andere als idealisiert dar. „Das Menschenbild ist fragil geworden, spätestens nach den Gräueln des Nationalsozialismus“, sagt Fink. So abstrahiert Albrecht den menschlichen Körper und führt ihn auf das Wesentliche zurück.

Herbert Albrecht arbeitet bis heute mit den klassischen Bildhauermaterialien Stein und Bronze. Eine titellose Arbeit aus weißem Carrara-Marmor von 2015 ist von sämtlichen Anklängen an das Menschenbild befreit. Die Skulptur fügt sich aus zwei geometrischen Komponenten zusammen, einem Rechteck auf einem keilförmigen Sockel und einem durchbrochenen Kreis. Die Bronzeplastik „Mutterfigur“ von 2012 erinnert schon eher an eine menschliche Gestalt. Auch hier reduziert Albrecht die Figur auf abstrakte Formen. Scheinbar beliebig geformte Körper umfangen eine in die Horizontale ausgerichtete Platte. Aber nicht nur der Mensch wird in Albrechts Arbeiten thematisiert. So zeigt die Schau auch die polierte Bronzeskulptur eines „Eulenkopfs“ von 1972.

Herbert Albrecht, 1927 in Au im Bregenzerwald geboren, besuchte ab 1941 die Bildhauerklasse der Kunstgewerbeschule in Innsbruck bei Hans Pontiller. Ab 1944 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg, kam 1945 in Kriegsgefangenschaft und kehrte anschließend in den Bregenzerwald zurück. 1946 beendete er seine Ausbildung in Innsbruck. Albrecht studierte von 1949 bis 1955 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Fritz Wotruba. Zurück in Vorarlberg fand er kaum Aufträge. Sein Durchbruch gelang ihm 1960 mit dem Auftrag für eine Betongroßplastik an der Front der Mehrerauer Klosterkirche in Bregenz. Albrecht nahm an internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teil, unter anderem im Künstlerhaus Wien und Bregenz, im Museum Vasarely in Aix-en-Provence, in der Galleria Arte Moderna in Locarno und in der Brückenturm-Galerie in Mainz. Zudem beteiligte er sich mit seinen Werken bei Neu- und Umgestaltungen von Kirchen in Bregenz, Dornbirn, Saulgau und Hombrechtikon in der Schweiz.

Die Ausstellung „Herbert Albrecht. Stein und Bronze“ läuft bis zum 3. September. Sie übersiedelt anschließend ins Kunsthistorische Museum nach Wien. Das Vorarlberg Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre ist er kostenlos. Der Katalog kost 14,95 Euro.

Vorarlberg Museum
Kornmarktplatz 1
A-6900 Bregenz

Telefon: +43 (0)5574 – 460 50
Telefax: +43 (0)5574 – 460 50 20


02.08.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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Vorarlberg Museum

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Herbert Albrecht, o.T., 2015
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Herbert Albrecht, Eulenkopf, 1972
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Herbert Albrecht, Mutterfigur, 2012
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Künstler:

Herbert Albrecht








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