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Diözesanmuseum Bamberg erhält Drachenschale

Die Drachenschale des Bamberger Bischofs Johann Gottfried I. von Aschhausen

Das Diözesanmuseum in Bamberg hat die rund 400 Jahre alte Drachenschale von Johann Gottfried I. von Aschhausen erworben. Die vor 1617 entstandene Arbeit trägt das Wappen des Bamberger Fürstbischofs und wurde durch den Museumsleiter Holger Kempkens im Frühjahr auf der Internationalen Kunst- und Antiquitätenmesse TEFAF in Maastricht bei einem Münchner Kunsthändler entdeckt. Den Löwenanteil des sechsstelligen Kaufpreises für die Bergkristallschale übernahm die Ernst von Siemens Stiftung. „Ein derartiger Neufund ist schon außergewöhnlich“, erläuterte Kempkens nun bei der Vorstellung des Kunstwerks im Diözesanmuseum. Als ein „Bamberger Gefäß“ identifiziert hatte der Kunsthändler die Schale aufgrund des im Schaft eingravierten Wappens des Fürstbischofs – zwei steigende Löwen, denen zwei Räder gegenüberstehen. Da Johann Gottfried I. 1617 auch noch Bischof von Würzburg wurde und seit dieser Zeit ein neues, erweitertes Wappen führte, sei schnell klar gewesen, dass die Schale in der Zeit vor 1617 gefertigt worden sein musste.

Das Objekt verdeutlicht die Geschichte des Bistums unter dem einflussreichen und zu seiner Zeit wichtigen Fürstbischofs Johann Gottfried I. von Aschhausen. Die kostbare Schale ist aus ungewöhnlich klarem Bergkristall gearbeitet. Das Schau- und Prunkgefäß zieren gravierte Bäume, Ranken, Vögel und Insekten. An der Seite erhebt sich ein Drachenkopf als Modezeichen seiner Zeit. Zurückhaltend eingesetzte Goldbänder und Emaildekorationen ziehen sich um den Hals des Drachens und am Fuß der Schale. Das Wappen des Fürstbischofs ist ein Indiz dafür, dass die Schale als Gastgeschenk gedacht war. 1612/13 reiste Johann Gottfried von Aschhausen als kaiserlicher Gesandter nach Rom. „Es gibt daher die Vermutung, dass die Drachenschale für diese Gesandtschaft hergestellt wurde“, so Kempkens. Das Kunstwerk ist der Öffentlichkeit nun im Diözesanmuseum zugänglich.


09.08.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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 Aschhausen
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