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Utopien von Wenzel Hablik in Berlin

Wenzel Hablik, Große bunte utopische Bauten, 1922

Wenzel Hablik gehört zu den großen Utopisten der Moderne in Deutschland. Doch heute ist der gebürtige Böhme nur wenigen ein Begriff. Dazu mag sein früher Tod 1934 im Alter von 52 Jahren in Itzehoe und die Negierung seines Schaffens durch das nationalsozialistische Regime beigetragen haben. Diesem Desiderat will nun der Martin-Gropius-Bau in Berlin Abhilfe schaffen und präsentiert ab dem Wochenende seine utopischen Architekturentwürfe, expressionistischen Interieurs und fantastischen Farbwelten. Der 1881 im westböhmischen Brüx geborene Hablik verstand sich als Universalkünstler und verschrieb sich dem Gesamtkunstwerk. Im Fokus der Berliner Schau stehen daher seine Architekturvisionen und sein farbig überbordendes Meisterwerk von 1923: Das Esszimmer seines Hauses in Itzehoe, das 80 Jahre weitgehend unbeschadet unter neutralen Tapeten überstanden hat und ab 2012 wieder freigelegt wurde. Das Raumkonzept stellt der Gropiusbau als Rekonstruktion vor.

Zu sehen sind auch Gemälde, etwa der kosmische „Sternenhimmel“ von 1913 oder die stilisierte symbolistische Landschaft „Sylt, Kampen. Dunkle Wolken, Watt“ von 1907, und Design. Als Mitglied des Deutschen Werkbundes war Wenzel Hablik in fast allen Bereichen der angewandten Kunst tätig und entwarf Webmuster, Möbeln, Tapeten, Schmuck, Lampen, Metallarbeiten oder Bestecke. Zudem verehrte er die Natur als höchste schöpferische Kraft und sah im Kristall das bedeutendste Symbol der Naturschöpfung. Für ihn war die Kristallarchitektur eine Gesellschaftsutopie auf dem Weg in eine bessere Lebenswelt. Daher durchziehen geometrisch-kristalline Formen sein Schaffen. Nach seinem Motto „Muss ich schon an der Erde kleben – dann wenigstens nicht mit dem Hirn“ konstruierte er Flugmaschinen und Luftkolonien, versah sie mit detaillierten Kommentaren zu Herstellung und Nutzung, wobei er nicht nur nach technischen Lösungen suchte, sondern auch neuartige Maschinen erdachte. Und Hablik eroberte sich mit seinen „Kristallbauten“ auch den Weltraum. So gestaltete er 1920 das „Museum im Hochgebirge“ und befreite den „Weg des Genius“ 1918 ebenfalls von der Erdenschwere.

Die Ausstellung „Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien. Malerei, Zeichnung, Architektur“ läuft vom 2. September bis zum 14. Januar 2018. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 Euro; bis 16 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 25 Euro, Buchhandel 49,95 Euro.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 247 49 888
Telefax: +49 (0)30 – 247 49 883


01.09.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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02.09.2017, Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien. Malerei, Zeichnungen, Architektur

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Bei:


Wenzel-Hablik-Museum

Bericht:


Wandgestaltung von Wenzel Hablik freigelegt

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Wenzel Hablik, Sylt, Kampen. Dunkle Wolken, Watt, 1907
Wenzel Hablik, Sylt, Kampen. Dunkle Wolken, Watt, 1907

Variabilder:

Wenzel Hablik, Sternhimmel, 1913
Wenzel Hablik, Sternhimmel, 1913

Variabilder:

Wenzel
 Hablik, um 1925
Wenzel Hablik, um 1925

Variabilder:

Wenzel Hablik, Museum im Hochgebirge, 1920
Wenzel Hablik, Museum im Hochgebirge, 1920

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Wenzel Hablik, Der Weg des Genius, 1918
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