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Alicja Kwade erhält „Blickachsen“-Preis

Alicja Kwade, Big Be-Hide, 2017

Der Förderpreis der Skulpturenausstellung „Blickachsen 11“ in Bad Homburg geht an Alicja Kwade. Die Installation „Big Be-Hide“ der 1979 im polnischen Kattowitz geborenen Künstlerin, die etwa im Kunstmuseum St. Gallen und dem Georg-Kolbe-Museum in Berlin ausstellte, überzeugte die Jury einstimmig. Maria Schneider, Co-Kuratorin der „Blickachsen 11“, erklärte: „Alicja Kwade entwickelt ihre Werke mit genau ausgearbeiteten Bezügen zu Themen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Geschichte und Gesellschaft und baut immer wieder Brücken zu ihren Betrachtern. Trotz hoher Komplexität sind ihre Arbeiten umstandslos zu lesen und zu verstehen, auch wenn das, was wir sehen, nicht genau das ist, wofür wir es halten – weil es ein Unsichtbares hat im Sichtbaren, das Lust macht hinzusehen, genau sehen zu wollen, sich zu wundern und Fragen zu stellen.“

Der Titel von Alicja Kwades „Big Be-Hide“ spielt mit den Worten „Sein“ und „Verbergen“. Die Berliner Künstlerin, die von 1999 bis 2005 an der Universität der Künste in Berlin bei Dieter Hacker und Christiane Möbus studierte, nutzt zwei formgleiche „Steine“ aus unterschiedlichen Materialien. Ein Findling und sein Aluminiumabguss liegen nebeneinander, wobei ein großer zweiseitiger Spiegel sie trennt. Je nach Position des Betrachters übernimmt der Spiegel einerseits die Rolle eines doppelnden Reflektionsbildes, andererseits wirkt er wie eine scheinbar durchlässige Fläche, die den Naturstein mit seinem metallenen Ebenbild aufeinandertreffen lässt. So kann das Glas Teile der Objekte verstecken und zugleich diese als Spiegelbild doppeln. Durch diese Überlagerung von Wirklichkeit und Schein entsteht ein neuer Gegenstand. Peter Murray, Direktor des britischen Yorkshire Sculpture Park und Mitglied der Förderpreis-Jury, sagte: „Alicja Kwades außergewöhnliche Installationen zeichnen sich aus durch eine innovative Verknüpfung des Konzeptuellen mit dem Materiellen und unterlaufen unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum.“

Seit 2003 wird der mit 5.000 Euro dotierte „Blickachsen“-Förderpreis alle zwei Jahre vergeben. Frühere Preisträger waren Nicola Möser, SEO, May Cornet, Vanessa Paschakarnis, Vincent Olinet, Camille Henrot und zuletzt Gerard Herman. Alicja Kwades Installation „Big Be-Hide“ im Bad Homburger Kurpark und die Ausstellung „Blickachsen 11“ sind noch bis zum 1. Oktober zu sehen.


Infos: www.blickachsen.de


04.09.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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