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Gerüchte über Bern und Glarus

St. Bernard, Rex, 1990

Die Kunsthalle Bern präsentiert gemeinsam mit dem Kunsthaus Glarus die Ausstellung „Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer“. Hier vereinen sich Werke von 29 Künstlern, darunter Lutz Bacher, Bernadette Corporation, Ulises Carrión, Castillo/Corrales, Guerrilla Girls, Danny McDonald, Gianni Motti, Puppies Puppies, Ramaya Tegegne, Werner von Delmont, Rrose Sélavy und Seyoung Yoon. Ihre Werke oder Fiktionalisierung der eigenen Autorschaft führen zu Erzählungen, die von Gerüchten begleitet sind oder diese thematisieren. So entstehe zwischen den zwei Ausstellungsorten ein Narrativ, das immer nur fragmentarisch erfahrbar sei, so die Kuratorinnen Valérie Knoll und Judith Welter.

Gerüchte regen die Fantasie an und verleiten zu spekulativem Denken. Ihr ungesichertes Terrain kann sich zum Beispiel am Ende als banal entpuppen oder den Ruf ruinieren. Gerüchte hinterlassen trotz ihres ungreifbaren Wesens Spuren, die lange Zeit überdauern können. In der Kunst finden sich mehrere Gerüchte zu Künstlern und ihrem Leben. Die Gemeinsamkeit zwischen Gerücht und Kunstwerk, so die Kuratorinnen, fuße auf subjektiv geprägten Ideen und Glaubensvorstellungen und gehe mit dem Verlangen nach gemeinschaftlichen Diskussionsprozessen einher, die ungesicherten Behauptungen des Künstlers, des Kunstwerks oder des Gerüchts kommentieren.

Die Kunsthalle Bern legte einen Schwerpunkt auf Künstler, deren Identität sich hinter Pseudonymen und Alter Egos versteckt. Ähnlich mag es heute mit der Selbstoptimierung sein, wobei das fiktionale Ausschmücken und die „frisierte“ Biographie versuchen, den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. So entsteht eine erfundene Person, die wiedererkennbar sein muss. Künstler befinden sich ebenfalls in der Situation, sich als Marke zu profilieren und ihren Wert durch Wiedererkennbarkeit steigern zu können. Des Weiteren bietet das Spiel mit Masken die Chance, das „Ich“ verschwinden zu lassen oder Viele zu werden. Auf Instagram verstecken sich Künstler zum Beispiel hinter Namen wie „Darkmaerchen“, „Cracknpain“ oder „Certified_Freak“, wobei mehrere Personen sofort wissen, um wen es sich handelt.

Das Kunsthaus Glarus konzentriert sich auf Kunstwerke, die durch ein gerüchtartiges Sprechen über sie an Kraft und Wirkung gewannen. Manche Kunstwerke führen zur Entstehung von Gerüchten, die wiederum Teil des Kunstwerks selbst werden. Manche Künstler interessieren sich etwa für die geschichtsschreibende Macht des Gerüchtes. Andere Arbeiten spielen mit dem Magischen oder Visionen oder geben vor, etwas zu sein, das dem Betrachter unbekannt ist.

Die Ausstellung „Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer“ läuft bis zum 1. Oktober. Die Kunsthalle Bern hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, samstags und sonntags schon ab 10 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Franken, ermäßigt 4 Franken beziehungsweise bei Kindern bis 16 Jahren 2 Franken. Das Kunsthaus Glarus hat dienstags bis freitags von 14 Uhr bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Franken, ermäßigt 5 Franken.

Kunsthalle Bern
Helvetiaplatz 1
CH-3005 Bern

Telefon: +41 (0)31 – 350 00 40
Telefax: +41 (0)31 – 350 00 41

Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
CH-8750 Glarus

Telefon: +41 (0)55 – 640 25 35
Telefax: +41 (0)55 – 640 25 19


06.09.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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St. Bernard, Rex,
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