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Walter Libuda in Dresden

Walter Libuda, Kontinente wandern, 2007

Das Leonhardi-Museum in Dresden wendet sich in seiner aktuellen Schau Walter Libuda zu. Der 1950 im thüringischen Zechau-Leesen bei Altenburg geborene Künstler bietet ein vielgestaltiges malerisches, zeichnerisches und plastisches Œuvre, das er unter anderem im Bielefelder Kunstverein, der Neuen Nationalgalerie in Berlin sowie auf der 44. Biennale in Venedig präsentiert hat. In seinen fantastisch und rätselhaft anmutenden Kreationen verschwimmen oft die Grenzen zwischen Malerei, Plastik, Assemblage oder Objekt. Die etwa 100 Exponate in Dresden sind Arbeiten auf und mit Papier.

„In einer Realität, die darauf ausgelegt ist, alles zu erkennen, zu entschlüsseln und darüber ungefragt Mitteilung machen zu müssen, wirkt Libudas Irr-Realität wie das genaue Gegenteil“, so die Mitteilung des Museums. Walter Libuda, der von 1973 bis 1979 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studierte sowie Meisterschüler von Bernhard Heisig war, ruft in „Kontinente wandern“ von 2007 sieben Erinnerungen an Luftaufnahmen von bebauten Feldern hervor. Bei näherer Betrachtung erinnern die beschnittenen Kegel unterhalb der „Felder“ an unförmige Silos in bunten Farben. Das Wechselspiel der Formen führt in der unteren rechten Bildseite zu einer herauslugenden Chimäre mit rotem Auge. Das Maul besteht aus einer violett-grünen Noppenschicht, aus der sich ein grünes Schiff mit scharfen weißen Zähnen heraus scheibt. Der Bildtitel scheint zudem das Verwirrspiel des Dargestellten weiter zu unterstützen.

Walter Libuda, der 1985 nach Berlin zog und seit 1992 ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes ist, verschmilzt in der Plastik „Schnabelbaum“ von 2017 Vogel und Pflanze miteinander. Das saftige Grün und die vielen Äste fanden ihre Inspiration bei einer Tanne. Allerdings hängen die Äste nicht leicht gebogen nach unten, sondern wölben sich mit ihren farbigen Noppen leicht nach oben. Dem Baum sind mehrere Reihen an Vogelschnäbeln gewachsen. Der „Stamm“ täuscht seine florale Herkunft wohl auch nur vor, da er in der kleinen Naht mit Erhöhungen an Metallplatten mit eingestanzten Nägeln erinnert. So schwankt die Papierarbeit zwischen Baum, Vogel und bemaltem Metall, ohne eine klare Antwort zu geben.

Die Ausstellung „Walter Libuda. Magische Areale. Arbeiten mit Papier“ läuft bis zum 5. November. Die Öffnungszeiten des Leonhardi-Museums sind Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Leonhardi-Museum Dresden
Grundstraße 26
D-01326 Dresden

Telefon: +49 (0)351 – 268 35 13
Telefax: +49 (0)351 – 263 33 47


12.09.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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