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Gabriele Henkel gestorben

Gabriele Henkels letztes Werk: Ihre Ausstellung im Hetjens-Museum

Gabriele Henkel ist tot. Wie der Henkel-Konzern mitteilte, starb die schillernde Grande Dame der Düsseldorfer Kunst- und Gesellschaftsszene in der Nacht zum Freitag. Die Witwe des 1999 verstorbenen Firmenchefs Konrad Henkel wurde 85 Jahre alt. Legendär waren ihre glanzvollen Abendgesellschaften, zu denen sie Größen aus Wirtschaft, Kultur und Politik in ihre Düsseldorfer Villa einlud. Für den Henkel-Konzern baute sie von 1970 an eine exklusive Kunstsammlung mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler sowie ethnografischen Objekten auf, die im vergangenen Jahr erstmals in der Kunstsammlung NRW präsentiert wurde. Als Kuratorin wählte Gabriele Henkel damals Gemälde von Robert Delaunay, Mary Heilmann, Ellsworth Kelly, Konrad Klapheck, Imi Knoebel, Amédée Ozenfant, Gerhard Richter oder Frank Stella aus und stellte sie in einen Dialog mit der faszinierenden, oft abstrakten Ornamentik außereuropäischer Textilien, was für den grenzüberschreitenden Blick der Sammlerin sprach.

Die 1931 geborene Tochter des Düsseldorfer Chefarztes Theodor Hünermann heiratete 1955 den Firmenerben Konrad Henkel und wurde damit Teil der einflussreichen Gesellschaft in Deutschland. Schon damals war die Journalistin bei den Wochenzeitschriften The Observer und Newsweek in der Düsseldorfer Kunstszene umtriebig, kannte persönlich etwa Günther Uecker oder Joseph Beuys, der ihr empfahl, ihre extravaganten Tischdekorationen zu signieren und damit zur Kunst zu erheben. Die Affinität zur Kunst scheint in ihrer Familie grundgelegt zu sein. Denn Gabrieles Schwester Hete Hünermann führte in Düsseldorf die legendäre Galerie im Ratinger Tor. Mit ihr zog Gabriele durch Ateliers und Museen, suchte neugierig nach guter Kunst und unterstützte junge Künstler. Dazu gründete sie 2001 auch die Kythera-Kulturstiftung, die seit 2002 den Kythera-Preis verleiht.

1983 erhielt die Dame in Stil- und Gestaltungsfragen einen Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Gesamthochschule Wuppertal. Dort wurde Gabriele Henkel dann 1990 zur Honorarprofessorin für Kommunikationsdesign ernannt. Die Mäzenin und Sammlerin war auch selbst künstlerisch tätig und trat vor allem mit ihren Bildkästen voller vorgefundener Materialien an die Öffentlichkeit. Für die aktuelle Ausstellung des Düsseldorfer Hetjens-Museum hatte Gabriele Henkel noch Objekte aus der hauseigenen Sammlung ausgewählt und ihnen eigene Aquarelle gegenübergestellt, die sie in den letzten drei Jahrzehnten, inspiriert vom Meer, an den Küsten Europas schuf. Ihre abstrakten Blätter voller leuchtender Farben treten hier nun in einen Dialog mit weißer Porzellankunst des 20. und 21. Jahrhunderts. An der Ausstellungseröffnung am Mittwochabend konnte Gabriele Henkel nicht mehr teilnehmen. Das lag sie schon im Krankenhaus.


29.09.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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