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Kassel kauft Documenta-Kunst

Die Stadt Kassel kauft fünf Kunstwerke von Nevin Aladag, Miriam Cahn, Edi Hila, Susan Hiller und Olaf Holzapfel an, die auf der diesjährigen Documenta zu sehen waren. Das hat der städtische Magistrat in der vergangenen Woche beschlossen. „Die Arbeiten sind eine Auswahl aus den wichtigen Werken der Documenta 14 und bilden einen Querschnitt der Themen der diesjährigen Ausstellung“, sagte Kulturdezernentin Susanne Völker. Für die Ankäufe, die in die Städtischen Kunstsammlungen in der Neuen Galerie übergehen, stehen im Documenta-Jahr Mittel in Höhe von rund 290.000 Euro zur Verfügung.

Olaf Holzapfels Modell „Trassen“, das sich mit Grenzräumen und der traditionellen Technik des Fachwerks beschäftigt, stand in der Karlsaue. Die großformatige Holzskulptur und vier digitale Vorstudien integrieren sich in das Sammlungskonzept der Kunstsammlungen, in dem bereits Modelle verschiedener anderer Außenskulpturen der Documenta vorhanden sind. Von Nevin Aladag kommt der „Music Room Athens“ nach Kassel. Dafür hat die deutsch-türkische Künstlerin Möbelstücke auf Flohmärkten und in Trödelläden in Athen erworben und zusammen mit Instrumentenmachern zu Musikinstrumenten umgebaut. Es sollen voraussichtlich sieben der 15 Unikate, die im „Musikzimmer in Athen“ ausgestellt waren, erworben werden.

Die in der Documenta-Halle ausgestellten Gemälde und Zeichnungen der Schweizerin Miriam Cahn standen unter dem Titel „könnteichsein“ und präsentierten Personen, die Gewalt ausüben oder auf die Gewalt ausgeübt wird. Die Ankaufskommission hat sich für das Werk „vater kind kind“ entschieden, das das Thema der Flucht behandelt. Edi Hila ist Chronist seiner Heimat Albanien und setzt sich mit Geschichte und Gesellschaft seines Landes auseinander, unter anderem mit den Auswirkungen des Faschismus oder dem Übergang von der kommunistischen Diktatur zur Demokratie. Auf seinem verschwommenen Ölgemälde „Boulevard 3“ zeigt Hila den ehemaligen Regierungssitz der italienischen Faschisten, der heute von der Universität Tirana genutzt wird.

In den Werken von Susan Hiller spielt die Sprache eine wichtige Rolle. In ihrem Video „Lost and Found“ geht es um 23 verschiedene Stimmen von Personen, die Sprachen sprechen, die vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben sind oder wieder zum Leben erweckt wurden. Die Arbeit kann für den Schwerpunkt der Documenta 14 stehen, an den Rand gedrängten Kulturen eine Stimme zu geben. Auch Marta Minujíns beliebtes „Parthenon of Books“ bleibt Kassel teils erhalten. Die Argentinierin überlässt der Stadtbibliothek 2000 verbotene Bücher des Tempelbaus auf dem zentralen Friedrichsplatz. Unklar ist noch, was mit dem auf Völkerverständigung abzielenden Obelisken von Olu Oguibe auf dem Königsplatz geschieht. Wegen Preisforderungen in Millionenhöhe sah die Stadt zunächst von einem Ankauf der Arbeit „Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ des Nigerianers und Arnold-Bode-Preisträgers ab. Nun stehen Kassel und Oguibe doch noch in Verhandlungen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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