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Max Beckmann in Bremen

Max Beckmann steht im Mittelpunkt der Herbstausstellungen in der Kunsthalle Bremen. Seit dem Wochenende präsentiert das Museum der Hansestadt den großen deutschen Expressionisten unter dem Titel „Welttheater“ mit 120 Exponaten, neben Gemälden auch mit Grafiken, Skulpturen und Theatertexten. Seit den frühen 1920er Jahren bis zu seinem Tod 1950 ziehen sich Motive des Varietés, Zirkus’ und Jahrmarkts, von Akrobaten, Clowns und Schauspielern durch sein Œuvre. Die Kuratorinnen Eva Fischer-Hausdorf, Ortrud Westheider und Verena Borgmann betonen, dass es sich hierbei um die erste Ausstellung handelt, die sich dem Thema „Welttheater“ ausführlich widmet und ebenfalls den kulturgeschichtlichen Fragen wie auch den rezeptionsästhetischen und biografischen Aspekten nachgeht. Aus den USA wurden die Triptychen „Schauspieler“ von 1941/42 und „Argonauten“ von 1949/50 und auch das 1920 gemalte „Familienbild“ ausgeliehen. Beckmanns wenig beachtete schriftstellerische Tätigkeit wird in den Dramen „Ebbi“ und „Das Hotel“ der 1920er Jahre vorgestellt.

Max Beckmann begeisterte sich für das zeitgenössische Bühnenleben und war unter anderem mit dem Schauspieler Heinrich George befreundet. Der Maler hielt seine Schauspielerfreunde in Portraits fest, verewigte das Leben hinter den Kulissen, Seiltänzer oder Tiernummern im Zirkus. Für sich selbst favorisierte er die Rolle des Clowns, etwa im Selbstbildnis von 1921. Beckmann verstand den Pierrot als kritischen Beobachter der Gesellschaft. Sein „Welttheater“ ist daher als politischer Kommentar zu verstehen. Stephan Lackner, Journalist und Vertrauter des Malers, übertrug den Begriff auf Beckmanns Bildsprache und bezog sich 1938 auf die damalige Phase der Verunsicherung und Bedrohung der deutschen Kulturszene durch die Nationalsozialisten. Lackner bezeichnete damals seinen Freund, der sich ab 1937 im Exil in Amsterdam befand, als malenden „Theaterdirektor, Regisseur und Kulissenschieber“ im Begleittext der Londoner Schau „Twentieth Century German Art“.

Beckmanns Weltsicht wird etwa in dem 1938 gemalten „Apachentanz“ deutlich. In Paris waren „Apaches“ zwielichtige Jugendgangs, Zuhälter und Kriminelle. Die Varietés, Bars und Nachtclubs der Metropole übertrugen diese Außenseiterkultur in anspruchsvolle Tanznummern. Max Beckmann, der diese Aufführungen kannte, zeigt in seinem Gemälde den Höhepunkt im Tanz eines „Zuhälters“ mit seiner „Prostituierten“: Der Mann packt die Partnerin an den Beinen und wirbelt sie in die Luft. Auffallend ist, dass dieser dramatische Moment vom Publikum entweder gar nicht oder eher teilnahmslos wahrgenommen wird. Übertragen auf die damalige Zeit, klagt der Maler das Desinteresse der Weltbevölkerung gegenüber den politischen, sozialen und künstlerischen Entwicklungen an.

Die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“ läuft bis zum 4. Februar 2018. Die Kunsthalle Bremen hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend geschlossen. Der Eintritt beträgt 13 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet im Museumsshop 29 Euro.

Kunsthalle Bremen
Am Wall 207
D-28195 Bremen

Telefon: +49 (0)421 – 32 90 80
Telefax: +49 (0)421 – 32 90 84 70

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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30.09.2017, Max Beckmann. Welttheater

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Kunsthalle Bremen

Künstler:


Max Beckmann








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