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Norbert Schwontkowski in Wilhelmshaven

Norbert Schwontkowski, …am Meer, 1996

Die Kunsthalle Wilhelmshaven zeigt eine Einzelausstellung zum Schaffen von Norbert Schwontkowski und kann sich hierbei auf die Sammlung des Frankfurter Arztes Josef Lindenberger stützen, der vierzig Gemälde zur Verfügung stellt. Der 1949 geborene und 2013 verstorbene Schwontkowski arbeitete meist gegenständlich mit subtilen Anspielungen auf die Kunstgeschichte und im speziellen auf den Surrealismus. Sein Werk „Heimweh“ von 1998 zeigt eine schattenhafte weibliche Figur, die versucht aus einer Hütte zu flüchten, jedoch von einem lang gezogenen Seil zurückgehalten und so ihrer Freiheit beraubt wird. Wie in anderen Bildern spielt sich dieses Szenario schemenhaft ab, die Handlung ist nebelhaft entrückt.

In dem Werk „Collectors Room“ von 2011 verschwindet eine weibliche dürre Figur in Rückenansicht hinter einer überdimensionierten Wand, an der afrikanische Masken hängen. Die Komposition ist wie andere Werke in gedeckten Tönen gehalten und wirkt wie eine Traumsequenz. Klar referenziert ist das Werk „…am Meer“ von 1996, das unweigerlich an Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ denken lässt. Anders als Friedrich malte Schwontkowski jedoch keine meditative Szene, sondern eine im Fallen begriffene Figur in der Mitte des Bildes, die auf einer Blutlache zu stehen scheint und aufgrund ihres schwarzen Gewands mit weißem Kragen an einen Priester erinnert. Die Brandung des Meeres im Hintergrund ist nur leicht zu erkennen, und die Anlage des Bildes verweigert sich jener romantischen Harmonie aus Friedrichs Gemälde.

Norbert Schwontkowski wurde in Bremen geboren. Er studierte ab 1968 an der Hochschule für Gestaltung in Bremen und ging im Anschluss nach Hamburg an die Hochschule für Bildende Künste, wo er sein Studium 1973 beendete. 1994 wurde er mit dem Bremer Kunstpreis ausgezeichnet und erhielt im selben Jahr den Overbeck-Preis. Überregional wurde er 2004 durch eine Ausstellung in der Bremer Kunsthalle bekannt. Sein Durchbruch gelang ihm dann 2005 mit einer Ausstellung in der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts. Im selben Jahr trat Schwontkowski eine Professor für Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg an, die er bis 2009 innehatte. Norbert Schwontkowski verstarb 2013 in seiner Heimatstadt.

Die Ausstellung „Dem Tod ins Gesicht gelacht. Norbert Schwontkowski – Malerei“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Die Kunsthalle Wilhelmshaven hat dienstags von 14 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. An Heiligabend, den Weihnachtstagen, an Silvester und Neujahr ist die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Kunsthalle Wilhelmshaven
Adalbertstraße 28
D-26382 Wilhelmshaven

Telefon: +49 (0)4421 – 41 44 8
Telefax: +49 (0)4421 – 43 98 7


09.10.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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