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Kunst-Sterne leuchten in Linz

in der Ausstellung „Sterne. Kosmische Kunst von 1900 bis heute“

Im Lentos Kunstmuseum dreht sich aktuell alles um die Sterne. Die Kuratorinnen Sabine Fellner und Elisabeth Nowak-Thaller wollen mit ihrer Schau Einblick in das Verhältnis von Mensch und Sternenhimmel geben. Der leuchtende Nachthimmel ist sowohl Forschungsgegenstand, Sujet der Romantik, Schicksalsdeutung und Ort der Bedrohung. In vielfacher Weise, von träumerisch-poetisch bis ironisch, untersuchen 91 Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Mohammed Qasim Ashfaq, Alexander Calder, Sabine Jelinek, Alex Katz, Meret Oppenheim, Katharina Sieverding und Bernd Zimmer, die Sterne in etwa 130 Exponaten. Die Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Objekte, Grafiken, Filme und Videoinstallationen sind in sieben Kapitel gegliedert: Prolog, Lichtsmog, Bedrohung, Erhabenheit, Romantik, Leitstern und Kosmologie.

Mit der Einführung der künstlichen Straßenbeleuchtung verdrängte der Mensch den Nachthimmel mit Lichtern auf Gebäuden, Plätzen und in Straßen. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung kann durch Lichtverschmutzung keine Kometen mehr sehen, sie beeinträchtigt die Arbeit der Astronomen und stört den Wechsel des Tag- und Nachtrhythmus’. Der dunkle Himmel und seine Körper dienten seit jeher als ein Bezugssystem für Zeit und Raum, flößten Ehrfurcht ein und inspirierten Künstler. Den zeitlichen Einstieg in die Ausstellung geben die beleuchteten nächtlichen Straßen oder mondänen Bars der Großstädte, die etwa Klemens Brosch in „Nächtliche Großstadtstraße mit Bogenlampen“ schildert. Für ihn sind die Lampen die neuen Sterne am Nachthimmel. Die Auseinandersetzung mit dem Himmel muss nicht als Stern eine deskriptive Form finden und kann vielmehr assoziativ geschehen. Julia Bornefelds „Ephemere“ von 2016 ist ein Kronleuchter, dessen schimmernde und an einen Sternregen erinnernde kupferfarbene Metallbänder aus tausenden Ein-Cent-Münzen bestehen.

Gefährlich für den Menschen und seinen Lebensraum sind einschlagende Meteoriten. Einerseits flößen sie Furcht ein, andererseits tragen sie Material aus dem All in sich, das wissenschaftlich ausgewertet wird. Eine humorvolle Perspektive auf die einschlagenden Meteoriten bietet Barbara Anna Husar mit ihrer „Meteoritenfalle“ von 2011, die aus zusammengesetzten Fritteusen-Gittern besteht. Ernst und Erhabenheit durchziehen das abstrakte und beinahe esoterisch anmutende Werk „Le monde des naïf“ von Max Ernst. Der Surrealist setzte sich zu dieser Zeit mit den Arbeiten des Amateurastronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1821-1889) auseinander. Auf einer dunklen Leinwand vereint Max Ernst sich gegenseitig überschneidende weiße Polygone. Sie weisen Symbole und eine Art Fantasieschrift auf, die durch Sterne bereichert werden.

Die Ausstellung „Sterne. Kosmische Kunst von 1900 bis heute“ läuft bis zum 14. Januar 2018. Das Lentos Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 24. und 25. Dezember geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro bzw. 4,50 Euro. Begleitend zur Schau erscheint eine Publikation für 29 Euro.

Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
A-4021 Linz

Telefon: +43 (0)732 – 7070 3600
Telefax: +43 (0)732 – 7070 3604

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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in der Ausstellung „Sterne. Kosmische Kunst von 1900 bis heute“
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 Czernin, Untitled, 2016
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 Ernst, Le monde des naïfs, 1965
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