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Protest gegen Omer Fasts Installation in New York

Omer Fast hat mit seiner aktuellen Schau in der James Cohen Gallery in New York Proteste ausgelöst. Die Demonstranten in Chinatown kritisieren die nach ihrer Meinung rassistische Installation im Stile eines Warteraums für Busreisende. Im Innenraum der modifizierten Galerie hat der israelische Videokünstler mehrere Geldautomaten mit „Out-of-order“-Schildern, übervolle Papierkörbe sowie Vitrinen mit billigen Handyhüllen aufgestellt. Auf einem Flachbildschirm an der Wand ist zudem seine Videoarbeit „Looking pretty for God“ zu sehen, die sich mit Leichenbestattern auseinandersetzt.

Auch die Fassade hat Omer Fast verändert und eine typische leuchtend gelbe Reklameleiste mit den roten chinesischen Schriftzeichen „Kunstgalerie“ angebracht. Die Aktivisten des Committee Against Anti-Asian Violence, Decolonize This Place und Mitglieder des Kunstkollektivs Chinatown Art Brigade sehen in dem Kunstwerk rassistische Züge und hielten am Sonntag Schilder mit Parolen wie „Das ist nicht meine Kultur“ hoch. Auslöser für die Demonstration war ein Artikel der Kunstkritikerin und Kuratorin Danielle Wu auf dem New Yorker Kunstblog „Hyperallergic“. Dort beschreibt sie die Installation als „Geste kolonialer Aggression“ und „Spielplatz voyeuristischen Vergnügens, das das Überlegenheitsgefühl westlicher Moderne wieder in Kraft setzt“.

Omer Fast verunklärt in seinen Arbeiten die Grenzen zwischen eigener und medialer Erzählung, zwischen aktuellen und historischen Ereignissen, zwischen Erinnerung und Fiktion. Die Schau „August“ orientiert sich am deutschen Fotografen August Sander (1876-1964) und spielt mit dessen Erinnerungen an die Situation einer Portraitaufnahme eines Nationalsozialisten, der bei der Sitzung Walter Benjamin rezitiert.

Im Kreuzfeuer starker Kritik entfernte bereits Ende September das New Yorker Guggenheim Museum drei Werke aus seiner Ausstellung zu chinesischer Kunst nach 1989. Das Ziel dieser Arbeiten war es, durch Tiere auf die Gewalt von Menschen aufmerksam zu machen. Das Haus beugte sich den Forderungen nach „grausamkeitsfreien Exponaten“ der Demonstranten, Tierschützer und Kritiker.

Die Ausstellung „Omer Fast – August“ ist noch bis zum 29. Oktober zu sehen. Die James Cohen Gallery hat mittwochs bis samstags von 10 bis 16 Uhr, sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

James Cohen Gallery
291 Grand Street
New York NY 10002

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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