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2018 jährt sich der Tod des Malers Ferdinand Hodler zum 100. Mal. Im Vorgriff auf das Hodler-Jahr in der Schweiz zeigt nun die Bundeskunsthalle in Bonn eine Retrospektive des auch für Deutschland wichtigen Künstlers

Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg



Ferdinand Hodler, Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813, 1908/09

Ferdinand Hodler, Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813, 1908/09

Zwei bereit gelagerte horizontale Streifen beherrschen das monumentale Wandbild. Im unteren Teil sind verschiedene Vorgänge zu sehen, die junge Studenten einer Freiwilligenarmee bei der Mobilmachung beschäftigen: Ganz rechts ruft ein Soldat zum Aufbruch, links steigt einer auf sein Pferd, dazwischen schnürt sich ein Kämpfer den Tornister um, während sich ein vierter einen schwarzen Mantel überstreift. Perspektivisch disparat dazu zeigt sich die obere Ebene eine Kolonne aus stramm in Viererreihen marschierenden Soldaten, die Gewehre streng über die linke Schulter gelegt. Der Maler Ferdinand Hodler fand für die Auftragsarbeit „Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813“ zu einer überzeugenden bildwirksamen Formel. Hier offenbaren sich Merkmale in Hodlers Kunst: Präzise Wiedergabe beobachteter Details, auf Wiederholung beruhende Schönheit und Harmonie, die er „Parallelismus“ nannte, vereinfachte Strukturen, reduzierte formale Elemente.


Für den von Theodor Fischer entworfenen Neubau der Universität Jena führte Hodler das Gemälde 1908/09 aus. Es blieb umstritten, wurde politisch bis in die DDR-Zeit hinein instrumentalisiert und war zeitweilig hinter einer Bretterwand verborgen. Heute gilt das Werk als Höhepunkt der Rezeption des Malers in Deutschland und ist nach aufwendigem Transport das Highlight einer Überblicksschau in der Bonner Bundeskunsthalle. Rund 100 Gemälde und 40 Grafiken wurden unter der Maßgabe versammelt, Hodlers künstlerische Strategien und Details seiner Erfolgsgeschichte herauszuarbeiten. Dabei setzt die Kuratorin Monika Brunner einen Schwerpunkt auf die Beziehungen zu Sammlern und zum Kunsthandel. Denn einen Großteil seiner Erfolge feierte Hodler in Deutschland, noch bevor er in der heimatlichen Schweiz Anerkennung fand. Heute befinden sich noch 38 Arbeiten in deutschem Museumsbesitz.

Insbesondere seine für öffentliche Gebäude in Deutschland ausgeführten Monumentalwerke begründen seine Geltung. Neben Jena ist hier vor allem sein für das neue Hannoveraner Rathaus gefertigtes Historiengemälde „Einmütigkeit“ zu nennen. Auf Empfehlung von Max Liebermann von der Stadt beauftragt, fasste Hodler den 1533 von der Bürgerschaft abgelegten Treueschwur auf die Reformation in ein vielfiguriges bewegtes Parallelogramm. Zeichnungen zum im großen Ratssaal erhaltenen Monumentalgemälde belegen in der Ausstellung Hodlers Ringen um Körperhaltungen und Anordnungen des am 20. Juni 1913 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. enthüllten Werkes.

Die Ausstellung startet mit eher kleinformatigen, pittoresken Landschaftsbildern und finsteren, an der traditionellen Helldunkelmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts orientierten Porträts. Der am 14. März 1853 als erstes von sechs Kindern eines Schreiners und einer Köchin in Bern geborene Ferdinand Hodler schuf sie während oder kurz nach Ende der 1867 begonnenen Lehre beim Vedutenmaler Ferdinand Sommer in Thun und des anschließenden Studiums bei Barthélemy Menn an der École des Beaux-Arts in Genf. Nach ersten erfolgreichen Wettbewerbs- und Ausstellungsbeteiligungen vervollständigte er seine Ausbildung 1879 während einer achtmonatigen Spanienreise. Mit dem Werk „Der Buchenwald“ malte Hodler 1885 sein erstes parallelistisches Bild in einer zudem deutlich aufgehellten Palette. Vier Jahre später provozierte er mit dem Gemälde „Die Nacht“ einen handfesten Skandal. Leider ist das Schlüsselwerk nicht in Bonn zu sehen. Mit dem hier formulierten Leitgedanken aus Schlaf, Tod und Sexualität erregte er die Gemüter so sehr, dass es als sittenwidrig gebrandmarkt und von der Ausstellung im Genfer Musée Rath ausgeschlossen wurde. Auf einer sofort initiierten privaten Präsentation avancierte es erfolgreich. In der Folge setzte auch im Ausland das Interesse an Hodler ein.

Symbolistische Kompositionen mit Personen inmitten einer erträumten Vergangenheit, eingehüllt in antikisierende Gewänder, und in Anspielung auf Trauer, Melancholie, Verzweiflung werden nun zu Hodlers Markenzeichen. „Die Lebensmüden“, ein Figurenbild aus der Zeit um 1892, demonstriert idealtypisch den axialsymmetrischen Standpunkt bei bildparalleler Raumanordnung sowie den Vervielfältigungsmodus in der Form übereinstimmender Körperhaltungen. Sie verweisen ebenso klar wie das einheitliche weiße Gewand auf allgemeingültige menschliche Schicksale. Der internationale Durchbruch gelang Ferdinand Hodler dann auf der 19. Ausstellung der Wiener Secession im Jahr 1904. Der österreichische Sammler Carl Reininghaus erwarb mehrere Bilder Hodlers und machte den Künstler über Nacht ausgesprochen vermögend. Um diesen Zeitpunkt herum setzte auch in Deutschland ein starkes Interesse an Hodlers Arbeiten ein. Bereits am 28. April 1900 eröffnete die Berliner Galerie Fritz Gurlitt mit zwölf „Tempera-Bildern“ Ferdinand Hodlers die erste Einzelpräsentation in Deutschland. Paul Cassirer stellte 1907 in seinem Berliner Kunstsalon 24 Gemälde Hodlers aus, und auch der Münchner Kunsthändler Heinrich Thannhauser förderte den Absatz seiner Kunst.

Hodlers Schaffen ging dann in den abstrahierenden Kanon der frühen Moderne über: Vereinfachung des Motivs durch große Flächen, klare, einprägsame Konturen und der Verzicht auf tiefenräumliche Perspektiven sind neben Symmetrien und Wiederholungen in seriellen Arbeiten die wesentlichen Aspekte seiner Bildsprache. Die Bonner Schau wartet mit Ölgemälden großformatiger, statuarisch angelegter Einzelgestalten auf, die zu den herausragenden Werken des Künstlers gehören, darunter „Der Holzfäller“ und „Der Mäher“, beide um 1910 entstanden, sowie „Der Redner“ aus den Jahren 1912/13. Hier stehen jeweils martialische männliche Figuren in einem zeichnerisch geprägten Stil im Fokus. Bei den auf Fernwirkung angelegten, ausdrucksstarken, hieratisch wirkenden Personen wird besonders deutlich, warum Kritiker schon zu Lebzeiten ausgesprochenes Deutschtum in Hodlers Malerei zu erkennen glaubten und die Sichtweise eines „germanischen Kraftüberschusses“ verbreiteten.

Ferdinand Hodler, hineingeboren in ärmliche Verhältnisse, ging den klassischen Weg eines letztendlich erfolgreichen Künstlers, der über mehrere Plattformen seinen Bekanntheitsgrad steigerte und sich auch engagiert um den Absatz seiner Gemälde bemühte. Diese Entwicklung spiegelt, griffig nach Chronologie und Sujets arrangiert, die Bonner Präsentation, wobei die Querwände in der großen Ausstellungshalle geschickt durch zunehmende Höhe und Länge den größeren Formaten, Erfolgen und Entwicklungssprüngen Rechnung tragen. In den letzten Jahren stieg Hodler noch zum gefragten Porträtmaler der Schweiz auf. Auch dieses Genre nutzte er neben großen Formaten, die Reputation steigernden Aufträgen, Ausstellungs- und Medienpräsenz fix als Mittel kontinuierlicher öffentlicher Wahrnehmung. Im Alter von erst 65 Jahren verstarb er am Pfingstsonntag des Jahres 1918 in Genf.

Die Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“ ist bis zum 28. Januar 2018 zu besichtigen. Die Bundeskunsthalle hat täglich außer montags sowie feiertags von 10 bis 19 Uhr, dienstags und mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der in der Kunsthalle 35 Euro kostet.

Kontakt:

Kunst - und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Friedrich-Ebert-Allee 4

DE-53113 Bonn

Telefon:+49 (0228) 91 71 200

Telefax:+49 (0228) 91 71 209

E-Mail: info@kah-bonn.de



02.11.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


08.09.2017, Ferdinand Hodler - Maler der frühen Moderne

Bei:


Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Bericht:


Zwei ungleiche Freunde

Variabilder:

Ferdinand Hodler, Landschaft bei Genf, 1889/90
Ferdinand Hodler, Landschaft bei Genf, 1889/90

Variabilder:

Ferdinand Hodler, Einmütigkeit (Redner), 1912/13
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Variabilder:

in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“
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Variabilder:

in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“ mit Porträts
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Variabilder:

in der Ausstellung „Ferdinand
 Hodler. Maler der frühen Moderne“ mit frühen Landschaften und Porträts
in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“ mit frühen Landschaften und Porträts

Variabilder:

Ferdinand Hodler, Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von
 1813, 1908/09
Ferdinand Hodler, Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813, 1908/09







Ferdinand Hodler, Landschaft bei Genf, 1889/90

Ferdinand Hodler, Landschaft bei Genf, 1889/90

Ferdinand Hodler, Einmütigkeit (Redner), 1912/13

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in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“

in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“

in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“ mit Porträts

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in der Ausstellung „Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne“ mit frühen Landschaften und Porträts

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Ferdinand Hodler, Die Lebensmüden, um 1892

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