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Cyrill Lachauer in Berlin

Die Berlinische Galerie widmet Cyrill Lachauer die Ausstellung „What Do You Want Here“. Der 1979 in Rosenheim geborene Künstler und Ethnologe arbeitet mit Fotografien, Filmen und Texten. Zu sehen ist sein aktueller Werkzyklus „The Adventures of a White Middle Class Man“, der im letzten Jahr während seiner Reise durch die USA entstand. Die 36 Fotografien, Objekte und Texte verdichten die Beobachtungen mit fiktiven Situationen und historischen Bezügen entlang des Mississippi zu einer Erzählung. Eine besondere Rolle nimmt der Film „Dodging Raindrops – A Seperate Reality“ ein: Lachauer startete dafür in Los Angeles und folgte den vermeintlichen Feldforschungsreisen des umstrittenen Ethnologen und Begründers der New Age Bewegung Carlos Castaneda (1925-1998).

Die Serie „The Adventures of a White Middle Class Man (From Black Hawk to Mother Leafy Anderson)“ schuf Cyrill Lachauer zwischen November 2016 und April 2017. Nach eigenen Angaben folgte er den Spuren des Sauk- und Fox-Indianerhäuptlings Black Hawk (1767-1838), der das Gebiet am oberen Mississippi gegen die weißen Siedler zu verteidigen versuchte. Er wurde laut Lachauer in der Priesterin und dem Medium Mother Leafy Anderson (1887-1927) in New Orleans reinkarniert. Rasch trat dies in den Hintergrund, da Lachauer immer öfter die Frage „What do you want here“ hörte. Die Intonation wechselte von Verwunderung über Freude bis zu Hass und Aggression. Während seiner winterlichen Tour fühlte sich der Künstler unter anderem an Mark Twains „Huckleberry Finn“ erinnert, aber auch an Elvis Presley und „an die einsamen Hütten und Drogenküchen, … die mich nichts angehen und denen ich doch folge“.

Der 16minütige Film „Dodging Raindrops“ hat als Inspirationsquelle Carlos Castanedas Buch „A Seperate Reality“. Castaneda schildert hier seine angeblichen Forschungen bei dem Zauberer und Medizinmann Don Juan Matus, einem Yaqui-Indianer, in der Sonora-Wüste. Der Ethnologe wurde der Schüler des Magiers. Lachauer erklärt: „Und so folge ich Castaneda von Los Angeles über Nogales in die Wüste und zurück in die Stadt der Fiktion, die ihn der Dichtung überführte.“ Cyrill Lachauer studierte Regie, Ethnologie und Kunst in München und Berlin. Er wurde unter anderem mit dem 3sat-Förderpreis der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und dem Villa Aurora Stipendium Los Angeles ausgezeichnet. Seine Arbeiten waren in Galerien und einigen Museen zu sehen, etwa in der Galerie Thomas Fischer in Berlin, dem Museum Villa Stuck in München oder dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen.

Die Ausstellung „Cyrill Lachauer. What Do You Want Here“ läuft bis zum 30. April 2018. Die Berlinische Galerie hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt zu Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der begleitende Ausstellungskatalog kostet im Museumsshop 19,80 Euro, im Buchhandel 29,90 Euro.

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
D-10969 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 78 902 600
Telefax: +49 (0)30 – 78 902 700

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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03.11.2017, Cyrill Lachauer - What Do You Want Here

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Berlinische Galerie

Künstler:

Cyrill Lachauer








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