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Nadia Kaabi-Linke in Bonn

Nadia Kaabi-Linke, The Altarpiece, 2015

Das Kunstmuseum Bonn präsentiert erstmals in einer deutschen Institution die Werke von Nadia Kaabi-Linke. Die 1978 in Tunis geborene ukrainisch-russische Künstlerin wuchs in ihrem Geburtsort, Kiew und Dubai auf. In ihren Arbeiten wendet sie sich geopolitischen Themen, der Immigration und transnationalen Identitäten zu. Nach dem Studium am Institut supérieur des beaux-arts de Tunis wurde sie 2008 an der Pariser Sorbonne promoviert. In ihrem Œuvre entwickelt die in Berlin lebende Weltenbürgerin aus Städten wie London, Dallas, Berlin und nun Bonn ihre Erzählungen. Hier sammelt Kaabi-Linke Spuren, die für sie Zeichen des alltäglichen Stadtlebens sowie „konkrete Bilder für politisch-geographische Gegebenheiten und ihre Auswirkungen auf Menschen“ sind, so die Kuratorin Barbara Scheuermann. In der Folge transformiert Kaabi-Linke, deren Arbeiten unter anderem im Museum of Modern Art in New York, den Mosaic Rooms in London und dem Museu Calouste Gulbenkian in Lissabon zu sehen waren, diese Spuren in die Medien Fotografie, Zeichnung, Malerei oder Installation. Neben früheren Arbeiten schuf die Künstlerin Werke, die sich auf die Geschichte Bonns beziehen wie die Arbeit „Bonner Republik“.

Ihr „Altarpiece“ von 2015 hat Nadia Kaabi-Linke als Triptychon mit goldenem Rahmen gestaltet. Zu sehen sind schwarze und weiße Abdrücke von Spuren sowie Markierungen auf der Wand eines Berliner Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg. Bot er während des Krieges den Zivilisten Schutz, nutzte ihn die Rote Armee temporär als Kriegsgefängnis. Zu Zeiten der DDR diente er als Gemüselager und nach Wiedervereinigung entwickelte er sich zu einem Techno-Club. Gegenwärtig befindet sich in ihm die zeitgenössische Kunstsammlung Boros. Die Flügeltüren schützen das Kunstwerk und verhindern weitere Modifikationen. Kaabi-Linke gelingt es, mit dem „Altarbild“ sowohl Geschichte sichtbar zu machen, wie auch eine Momentaufnahme zu konservieren. Eine Berliner Sitzbank kombinierte Kaabi-Linke 2010 mit durchgehenden Stachelreihen und nannte sie „Parkverbot“. Die ursprüngliche Funktion der Bank ist damit eine Unmöglichkeit geworden. Mit dem „Parkverbot“ will Kaabi-Linke Gebote und Verbote zur Nutzung des öffentlichen Raumes reflektieren.

Die Ausstellung „Nadia Kaabi-Linke. Versiegelte Zeit“ läuft bis zum 28. Januar 2018. Das Kunstmuseum Bonn hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 24. und 25. Dezember sowie an Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Begleitend erscheint ein Katalog.

Kunstmuseum Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-53113 Bonn

Telefon: +49 (0)228 – 77 62 60
Telefon: +49 (0)228 – 77 62 20

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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