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Karl Schmidt-Rottluff in Ravensburg

Das Kunstmuseum Ravensburg stellt in der Schau „Das Rauschen der Farbe“ das Schaffen Karl Schmidt-Rottluffs näher vor. Zu sehen sind etwa 70 Landschafts- und Figurenbilder, Stillleben und Porträts des Brücke-Expressionisten, darunter Werke aus der hauseigenen Sammlung der Peter und Gudrun Selinka-Stiftung sowie Leihgaben aus dem Brücke-Museum Berlin, den Kunstsammlungen Chemnitz oder den Kunstmuseen Krefeld. Neben der künstlerischen wird auch die persönliche Entwicklung des introvertierten Malers vorgestellt. Schmidt-Rottluff selbst erklärte seine Kunst als „unerklärliche Sehnsucht, das zu fassen, was ich sehe und fühle, und dafür den reinsten Ausdruck zu finden“.

In Rottluff nahe Chemnitz kam der Maler 1884 als Sohn eines Mühlenwerkbesitzers zur Welt. In seinen frühen signierten Aquarellen und Ölskizzen seit etwa 1901/02 thematisierte er die ländliche Umgebung seiner Heimat, etwa im „Weg nach Rottluff“ von 1903. Der lockere, noch impressionistische Pinselstrich lässt die Leinwand durchschimmern. Das Kolorit der grünen Umgebung ist zwar naturnah, jedoch weisen die Flieder- und Blautöne der Ortschaft und im Himmel bereits auf Schmidt-Rottluffs Lust an effektvollen Kontrasten hin. 1905 folgte er seinem Schulfreund Erich Heckel nach Dresden und studierte dort Architektur. Im Frühsommer gründeten beide mit ihren Kommilitonen Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl die Künstlergruppe „Brücke“.

Karl Schmidt-Rottluff teilte die Intention seiner Kollegen, das „unmittelbar und unverfälscht“ abzubilden, was er sah und fühlte. „Mit ihrer neuen, emotionsgeladenen Bildsprache begründeten sie den deutschen Expressionismus. Elektrisiert von der Begegnung mit Werken Vincent van Goghs, die in ihrer ungestümen Malweise die Gefühlszustände des Malers manifestieren, fand Schmidt-Rottluff so früh zu einem eigenen impulsiven Stil, der sich sowohl durch die Farbigkeit als auch durch eine Konzentration der Form auszeichnete“, so die Mitteilung des Museums. Das vor Farbe vibrierende und in einen Strom aus kurzen Pinselstrichen aufgelöste Gemälde „Am Meer (Steilküste)“ von 1906 besitzt eine nervöse Energie, die das gerade noch erkennbare Motiv durchfließt.

Die Ostsee und das Leben im Einklang mit der Natur sollten zeitlebens eine wichtige Rolle im Schaffen Karl Schmidt-Rottluffs spielen. Jährlich zog es ihn an das Meer, das ihm fernab seines ab 1911 in Berlin situierten Lebens die Ruhe und Konzentration gewährte, die er für seine Arbeit benötigte. In den 1910er Jahren thematisierte er den Menschen und sein Verhältnis zur Natur. In den 1920er Jahren entwickelte sich die Landbevölkerung zu seinem neuen Sujet. Der Schwerpunkt lag hier auf der Arbeit als existentieller Lebensgrundlage. In den 1930er Jahren erschwerte die nationalsozialistische Kulturpolitik das künstlerische Tun und machte es schon bald zu einer Unmöglichkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Schmidt-Rottluff zur Malerei und leuchtend monumentalen Kompositionen zurück. 1976 starb er in Berlin.

Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff. Das Rauschen der Farben“ läuft bis zum 8. April 2018. Das Kunstmuseum Ravensburg täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos.

Kunstmuseum Ravensburg
Burgstraße 9
D-88212 Ravensburg

Telefon: +49 (0)751 – 82 810

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Karl Schmidt-Rottluff








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