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Zürich entdeckt französische Malerei des 19. Jahrhunderts

Eugène Giraud, Le bal de l’Opéra, 1866

„Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820-1880“ lautet der Titel der neuen Ausstellung im Kunsthaus Zürich, die die Bannbreite der unterschiedlichen Kunstströmungen des 19. Jahrhunderts in Frankreich thematisiert. Erstmalig in der Schweiz stehen sich die Salonmalerei und Werke aus der Romantik, dem Realismus, Naturalismus, der Freilichtmalerei sowie dem Impressionismus gegenüber. Es sind vor allem die Impressionisten wie Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir, die uns heute wegen ihrer antiklassischen Malweise und ihrer Abkehr von der offiziellen Salonmalerei als Wegbereiter der Moderne im Gedächtnis sind. Doch waren es zu ihrer Zeit andere Künstler, die in den Ausstellungen im Salon de Paris gefeiert wurden. Das Publikum schätzte damals etwa Paul Delaroche, Thomas Couture, Ernest Meissonier, Alexandre Cabanel, Jean-Léon Gérôme, Eugène Giraud oder William Adolphe Bouguereau hoch ein. Heute sind diese aber kaum mehr bekannt, besonders im deutschsprachigen Raum.

Der Salon de Paris, eine staatlich organisierte Verkaufsausstellung, wurde ab den 1820er Jahren für Frankreich und weit darüber hinaus zum Mittelpunkt des Kunstbetriebs. Eine ausgewählte Jury entschied über Annahme oder Ablehnung eingereichter Werke. Wer hier seine Bilder zeigen durfte, genoss ein gewisses Ansehen als Künstler, denn bis zu 900.000 Besucher zählte der Salon pro Ausstellung. So hatte beispielsweise Eugène Delacroix mit dem Gemälde „Die Dante-Barke“ 1822 hier sein Debüt. Bis 1880 präsentierten über 5.000 Künstler auf dicht gedrängten Raum, in alphabetischer Reihenfolge und nach Gattungsordnungen gehängt, ihre Werke. Bis heute besteht das Vorurteil, dass die Jury Künstler der antiklassischen Malweise, wie Romantik, Realismus und Impressionismus, ablehnte. Aus dieser Zurückweisung heraus mussten die Künstler sich selbst organisieren und etablierten eigene Salons. Doch auch der Salon de Paris verschloss sich nicht ganz den neuen Entwicklungen und ließ etwa Gemälde von Monet und Renoir zu.

Die Züricher Schau möchte den ins Abseits geratenen damaligen Stars der Kunstszene wieder zu neuem Glanz verhelfen und den Besucher auf die vielseitige Auswahl des damaligen Salons aufmerksam machen. 60 Künstler aus den verschiedenen Gattungen stehen sich anhand von über 100 Gemälden im Vergleich gegenüber. Dabei werden nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten aufgezeigt. So beherrschten etwa einige der Impressionisten auch den Stil der Akademie.

Die Ausstellung „Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820-1880“ läuft bis zum 28. Januar 2018. Das Kunsthaus Zürich hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt am 1. Weihnachtstag. Der Eintrittspreis beträgt 23 Franken, ermäßigt 18 Franken. Der Ausstellungskatalog kostet 49 Franken.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 253 84 84
Telefax: +41 (0)44 – 253 84 33

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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10.11.2017, Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820–1880

Bei:


Kunsthaus Zürich

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Eugène Giraud, Le bal de l’Opéra, 1866
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Jean-Baptiste Camille Corot, Orphée ramenant Eurydice des enfers, 1861
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Ernest Meissonier, Campagne de France. 1814, 1864
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