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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das 21er Haus in Wien widmet sich in der Ausstellung „Spiegelnde Fenster“ den künstlerischen Reflexionen über Gesellschaft, Politik und Mensch

Kunst als Instrument der Welt- und Selbsterkenntnis



in der Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“

in der Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“

Kaum ein Motiv bietet Künstlerinnen und Künstlern so viel Raum zum Experimentieren wie das spiegelnde Fenster. Die durchsichtige Scheibe trennt und verbindet zugleich drinnen und draußen. Ebenso markiert sie die Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Raum. Fenster sind Öffnungen. Sie rahmen den Blick nach außen und spiegeln ihre Betrachter. Beide Motive – der Spiegel wie auch das Fenster – sind vielfach modifizierte Sinnbilder für die Wahrnehmung der Welt und die Erkenntnis des Selbst. Die Beobachtung, dass der Blick auf ein Bild dem durch ein offenes Fenster gleiche, schrieb der Renaissance-Gelehrte Leon Battista Alberti bereits 1435 in seiner Abhandlung über die Malerei nieder. Er entwarf damit eine Metapher, die Jahrhunderte lang die Vorstellung von einem Bild prägte, das durch die Regeln der Zentralperspektive organisiert ist und – wie das Fenster – einen Ausschnitt, einen Teil des größeren Ganzen sichtbar macht.


Der Sicht auf das Innere, das Äußere und deren Wechselwirkung geht die Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“ nach, die aktuell im 21er Haus, dem Museum für zeitgenössische Kunst, in Wien zu sehen ist. Der Wiener Parcours versammelt rund sechzig zeitgenössische Werke und einzelne historische Exponate aus der Sammlung des Belvedere, die allesamt um Erfahrungen von Selbst und Welt kreisen und wirft einen vielschichtigen Blick auf das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft.

Von der Präsenz des Körpers in seiner Absenz erzählen die Fotografien von Bernhard Frue. Für seine Serie „Samthasen“ von 2004 fotografierte Frue, der früher unter seinem Geburtsnamen Fruehwirth auftrat, die provisorisch errichteten Rückzugszonen von Prostituierten im Pariser Park Bois de Boulogne und stellt damit das Thema des freien beziehungsweise fremdbestimmten menschlichen Körpers in einen Bezug zum Spannungsverhältnis von öffentlichem und privatem Raum. Körperliche Rituale als Ausdruck der Bewältigung sozialer, ökonomischer und politischer Eskalationen kommen in den Arbeiten von Walter Gamerith, Isa Rosenberger und Alfred Hrdlicka zur Darstellung. Johanna Kandl nimmt in ihrer Malerei die ökonomischen und sozialen Randzonen der Gesellschaft in den Blick und entlarvt die Systematik des Neoliberalismus, der im Turbokapitalismus seinen markanten Ausdruck findet. Der in Kandls Gemälden formulierte Bruch zwischen Bild und Text öffnet Raum für Zweifel, Auseinandersetzung und Dissens.

Ähnlich agieren auch Markus Muntean und Adi Rosenblum. In dem 2009 entstandenen Gemälde „Untitled (We imagine that we remember... )“ verknüpft das Künstlerduo eine Szene des gewaltsamen Aufeinandertreffens von Demonstrierenden und Polizei mit der Dissonanz von persönlichem Erinnern und offizieller Geschichtsschreibung. Joseph Kosuth beleuchtet in seiner Installation „Word, Sentence, Paragraph (Z.&N.) in German“ aus dem Jahr 1986 eine Textpassage aus Sigmund Freuds „Psychopathologie des Alltagslebens“ zu sprachlichen Fehlleistungen in Kriegszeiten. Die einzelnen Wörter der Textpassage werden in Kosuths Wandarbeit durch weiße, waagerecht angeordnete Neonstäbe partiell verdeckt und gleichzeitig durch die Lichtquelle beleuchtet. Während Freud analysiert, wie sich der psychische Druck gesellschaftlicher Ausnahmesituationen unbewusst artikuliert, referiert Kosuth auf die Struktureinheiten von Texten und spielt mit der Produktion und Auslöschung von Bedeutung.

Natur und ihre physikalischen Gesetze als Metapher für die Gesellschaft oder den Körper stehen im inhaltlichen Zentrum der Arbeiten von Peter Weibel, Susanne Kriemann und Judith Fegerl. Michael Franz und Nadim Vardag zeichnen in ihrem Film „Entropie“ von 2012 ein atmosphärisches Bild des Kulturbetriebs, dem durch das ständige Rotieren von Inhalten eine langsame Sinnentleerung und damit der Stillstand drohen. Einer bewussten, paradox positiven Sinnentleerung scheinen sich dagegen die Protagonist_innen des Videos „Hotel Roccalba“ von Josef Dabernig aus den Jahren 2007/08 hinzugeben, wenn sie kollektiv Tätigkeiten nachgehen, aber letztlich nichts geschieht. Dennoch ist ihr Tun mit Bedeutung aufgeladen, ein Hintersinn, der sich dem Sichtbaren nicht erschließt.

Selbsterfahrungen und das Erforschen der eigenen Psyche einen das „Selbstbildnis“ von Georg Chaimowicz aus dem Jahr 1959, Martha Jungwirths fantastisches „Käferwesen“ von 1992 und Richard Teschners Gemälde „Platzregen“ um 1907, das die Naturgewalt personifiziert und sie als monsterhaftes Wesen darstellt. Das Verschränken von Innen- und Außenwelt liegt auch den Arbeiten von Tobias Pils und Toni Schmale zugrunde: angesiedelt in einer Schwebe zwischen Realitätsbezug und Imagination, folgt Pils dem Ziel, die Vorstellung des Motivs beim Malen zu verlieren. Toni Schmale beschreibt ihre Arbeiten als „Verbindung der inneren und äußeren Realität “ und als „Maschinen, die Begehren in sich haben“. Ihre Skulpturen lassen sich als Abstraktionen von Alltagsgegenständen, Sportgeräten oder auch Fetischobjekten deuten, deren suggestive Titel sexuelle Konnotationen, ein imaginäres Spiel zwischen Begehren und Disziplinierung, Macht und Unterwerfung in Gang setzen.

Was sich bei Pils ebenso wie bei Schmale manifestiert, zieht sich programmatisch durch die gesamte Ausstellung. Mit der individuellen Sicht auf gesellschaftliche und individuelle Lebensrealitäten sind die ausgestellten Werke ein Angebot, den Blick auf diese zu verändern. Unabdingbar bei dem Parcours künstlerischer Perspektiven auf die Welt und das Selbst ist jedoch der kleine Katalog mit seinen prägnanten Beschreibungen. Den Exponaten allein gelingt dies meist nur verschlüsselt.

Die Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“ ist bis zum 14. Januar 2018 zu sehen. Das 21er Haus hat täglich außer montags und dienstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Der 136seitige Katalog kostet 7 Euro.

Kontakt:

21er Haus - Museum für zeitgenössische Kunst

Arsenalstraße 1

AT-1030 Wien

Telefon:+43 (01) 795 577 00

Telefax:+43 (01) 79 557 136

E-Mail: info@21erhaus.at



15.11.2017

Quelle/Autor:Kuntmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


22.06.2017, Spiegelnde Fenster - Reflexionen von Welt und Selbst

Bei:


Österreichische Galerie Belvedere

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Isa Rosenberger, Espiral, 2010/13
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Friedl Kubelka und Peter Weibel, Mehr Wärme unter den Menschen, 1972/2014
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Johanna Kandl, Ohne Titel (privatization is much more than an abstraction), 2003
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Michael Franz und Nadim Vardag, Entropie, 2012
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Adriana Czernin, Selfportrait (Investigation of the Inside), 2009
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Vittorio Brodmann, Crush with eyeliner, 2013
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in der Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“
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Isa Rosenberger, Espiral, 2010/13

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Friedl Kubelka und Peter Weibel, Mehr Wärme unter den Menschen, 1972/2014

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Johanna Kandl, Ohne Titel (privatization is much more than an abstraction), 2003

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Michael Franz und Nadim Vardag, Entropie, 2012

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Adriana Czernin, Selfportrait (Investigation of the Inside), 2009

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Vittorio Brodmann, Crush with eyeliner, 2013

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in der Ausstellung „Spiegelnde Fenster – Reflexionen von Welt und Selbst“

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Simon Wachsmuth, Pulad Zurkhaneh, 2007

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