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Oskar Kokoschka-Preis für Martha Jungwirth

Der Oskar Kokoschka-Preis 2018 geht an Martha Jungwirth. Das gab heute die Universität für angewandte Kunst in Wien bekannt. Die 1940 in Wien geborene Malerin darf sich nun über ein Preisgeld von 20.000 Euro freuen. In der Begründung führte Gerald Bast, Rektor der Universität, aus: „Die Jury ehrt mit Martha Jungwirth eine österreichische Künstlerin, die mittlerweile zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt, die stets ihren eigenen Stil, ihre Formensprache und die Ausdruckskraft in ihrer Malerei konsequent weiterentwickelte. Ihre künstlerische Arbeit bewegt sich in einem spannenden, oszillierenden Verhältnis zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit spiegelt sich in ihren malerischen Kompositionen einzigartig wider.“

Martha Jungwirth studierte von 1956 bis 1963 an Hochschule für angewandte Kunst Wien, der heutigen Universität, und lehrte an dem Haus von 1967 bis 1977. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie durch die Gruppenschau „Wirklichkeiten“ im Jahr 1968 in der Secession bekannt. Dort stellte sie gemeinsam mit Franz Ringel, Peter Pongratz, Wolfgang Herzig, Robert Zeppel-Sperl und Kurt Kocherscheidt aus. Im Jahr 1977 folgte eine Einladung zur Documenta nach Kassel. Es folgten Ausstellungen im Rupertinum in Salzburg, im Museum Moderner Kunst in Passau oder in der Kunsthalle Krems. 1974 erhielt Jungswirth den Preis der Grafik-Biennale in Florenz, 1986 den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, 2012 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst oder 2016 den Kunstpreis der Innsbrucker Klocker Stiftung.

Jungwirth widmet sich in ihrer Arbeit vor allem Aquarellen und Ölbildern, die an der Grenze zwischen figurativer und ungegenständlicher Ausprägung stehen. War sie in den frühen Werken noch stärker dem Gegenstand verhaftet, löste Jungwirth die Form in den 1980er Jahren immer mehr in Richtung Abstraktion und Emotion auf: Die Gegenstandsfarbe wurde zur Gefühlsfarbe. „Durch ihren Umgang mit der Farbe, pointiert gesetzten Farbtupfern und verschwimmenden Flächen, spürte Martha Jungwirth der Erinnerung von Gegenständlichkeiten nach. Sie setzte mit ihren virtuosen, kraftvollen und doch sensiblen Arbeiten wichtige Beiträge und Impulse in der Malerei. Im internationalen Kunstkontext wurde und wird Martha Jungwirth stärker wahrgenommen, als in Österreich, wo sie arbeitet und lebt“, ergänzte Bast als Jury-Vorsitzender.

Der Oskar Kokoschka-Preis erinnert an den großen österreichischen Expressionisten und wird seit 1980 alle zwei Jahre am 1. März, dem Geburtstag des Malers, vergeben. Die Auszeichnung würdigt hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst und richtet sich an nationale oder internationale Künstlerinnen und Künstler. Bisherige Preisträger waren Hans Hartung, Mario Merz, Gerhard Richter, Siegfried Anzinger, die Künstler aus Gugging, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John Baldessari, Maria Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus, Martha Rosler, William Kentridge, Raymond Pettibon, Yoko Ono, Peter Weibel und zuletzt Andrea Fraser.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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