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Münchner Kunstpreis für Kitti & Joy

Der Münchner Kunstpreis „zwei:eins“ geht in diesem Jahr an Kitti & Joy

Heute Abend erhält das Künstlerduo Kitti & Joy den Münchner Kunstpreis „zwei:eins“. Sie dürfen sich einerseits über 12.000 Euro für ihre Projektidee „It’s all about the legend“ freuen, zum anderen auch über die Kooperation mit der Kunstberaterin und -historikerin Mon Müllerschön. Kitti & Joy arbeiten seit 2014 in genreübergreifenden Projekten zusammen und schlossen in diesem Jahr ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschülerinnen von Gregor Hildebrandt ab. Ihre Projektidee, zu der sie einen Lifestyle-Ratgeber für den Start in eine Künstlerkarriere entwickeln wollen, setzte sich gegen 14 Mitbewerber durch. Kitti & Joy beziehen sich in ihrem Schaffen häufiger auf unreflektierte gesellschaftliche, kulturelle und ästhetische Codes.

In der Begründung zur Preisvergabe an Kitti & Joy, hinter der die 1982 geborene Kristina Schmidt und die zwei Jahre jüngere Johanna Strobel stehen, heißt es: „Die Jury war beeindruckt vom Mut, über ein Thema zu arbeiten, in dem die Preisträgerinnen als junge Künstlerinnen selbst stecken. Offensiv wird dargelegt, dass Selbstvermarktung und -management ein Großteil des Erfolgs sind. Kitti & Joy legen die Spielregeln des Kunstbetriebs plakativ offen und nutzen die Sprache und die Bilder des Konsums, spielen mit der Ästhetik des Alltags und stellen gleichzeitig zur Disposition, wie es zu bestimmten Formen des Wissens und auch des Erfolgs kommt.“

Die beiden Künstlerinnen, die von Dieter Rehm, dem Präsidenten der Münchner Akademie der Bildenden Künste, vorgeschlagen wurden, thematisieren das Spannungsfeld zwischen Kunst, Werk, Künstler und Öffentlichkeit. Als Spezialistin und Projektpartnerin holten sie Mon Müllerschön ins Boot, die große Konzerne wie den Burda-Verlag und wohlhabende Sammler betreut und daher mit einer Branche vertraut ist, die ähnlich wie die der Kunstproduktion mit einer eigenen Sprache, eigenen Konventionen und eigenen Spielregeln funktioniert. Mit dem Preisgeld und der Partnerschaft zu Hubert Burda Media soll ein Magazin im Stil von Boulevard- und Lifestyle-Zeitschriften entstehen. Den Inhalt wollen Kitti & Joy ironisch brechen. Die Protagonisten ihrer Zeitschrift sind Künstler, deren Profilbildung am Anfang ihrer Karriere steht. Die Fragen „Wie bewege ich mich auf dem Parkett der Kunstwelt?“ oder „Wie lerne ich die Macher und Sammler kennen?“ wollen Kitti & Joy in ihrer Publikation „It’s all about the legend“ mit von ihnen konzipierten Stories, Reportagen, Fotostrecken und Tipps beantworten.

Der Münchner Preis für Kunst „zwei:eins“ wird seit 2015 jährlich vergeben. Er gilt ohne Altersbeschränkung für Künstler, die in München geboren oder anderweitig an die Stadt gebunden sind, etwa durch ein Studium, Wohnort oder Arbeit. Die Auszeichnung wird durch circa 30 Vertreter der Münchner Kunstwelt unterstützt, darunter die Vorstände des sozial-kulturellen Netzwerks SoNet, die Städtische Galerie im Lenbachhaus, das Museum Villa Stuck, die Akademie der Bildenden Künste und das Münchner Kulturreferat. Die Mitglieder begleiten die jeweiligen Preisträger bei der Umsetzung ihrer Projektidee. Zu den bisher ausgezeichneten Künstlern gehören Judith Eggert und Alexis Dworsky.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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