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Turner Prize an Lubaina Himid

Lubaina Himid hat den Turner Prize 2017 gewonnen

Lubaina Himid hat den diesjährigen Turner Prize gewonnen. Damit ist sie nicht nur die erste Farbige, die die Ehrung erhält, sondern auch die erste über 50 Jahre alte Kunstschaffende. In ihren Arbeiten thematisiert die Schlüsselfigur des Black Arts Movement, 1954 auf Sansibar geboren, die Diskriminierung Schwarzer in Großbritannien und die Kolonialgeschichte in den Gattungen der Malerei, Installation, Zeichnung und Grafik. Die Jury zeigte sich von der expansiven und überschwänglichen Herangehensweise an die Malerei fasziniert, in der Lubaina Himid Satire und einen Sinn für Inszenierung miteinander vereint. Ferner will sie die Rolle der Afrikanerin als einflussreiche Kuratorin und Lehrende anerkennen, die aktuelle Dinge thematisiere. Alex Farquharson, Direktor der Tate Britain und Vorsitzender der Jury erklärte: „Himid macht Werke, die mutig sind und sich schwierigen wie auch schmerzhaften Sujets zuwenden.“

Lubaina Himid wuchs in London auf und studierte bis 1976 Design am Wimbledon College of Art. 1984 erhielt sie ihren Master in Kulturgeschichte am Royal College of Art in London. Himid, die heuer vom britischen Kunstmagazin Apollo schon zum „Artist of the Year“ gekürt wurde, unterrichtet an der University of Central Lancashire im Nordwesten Englands. Ihre Kunst war etwa in der Galerie Modern Art Oxford, im St. Jørgens Museum im norwegischen Bergen, in der Tate St. Ives in Cornwall wie auch in diesem Sommer im Badischen Kunstverein in Karlsruhe zu sehen. Da der Turner Prize nun endlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die seit langem aktive Künstlerin gelenkt hat, äußerte sich Himid hierzu in einem Interview mit dem SWR amüsiert: „Es ist lustig. Ich male schon so lange, zeige meine Kunst schon so lange. Doch die Presse kam nie zu diesen Ausstellungen. Jetzt, auf einmal, kommen sie alle angerannt. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schön. Nur möchte ich manchmal fragen: Wo wart ihr die ganze Zeit?“

Der nach dem Maler Joseph Mallord William Turner benannte Turner Prize zählt zu den bekanntesten Auszeichnungen für bildende Kunst und wird jährlich an einen britischen oder seit längerer Zeit in Großbritannien lebenden Künstler vergeben, der mit einer vorherigen Ausstellung einen besonderen Beitrag zur Weiterentwicklung der zeitgenössischen bildenden Kunst geleistet hat. Die Altersbeschränkung auf 50 Jahre wurde mit zur aktuellen Ausgabe aufgehoben. Der erstmals 1984 verliehene Preis ist mit insgesamt 40.000 Pfund dotiert, wobei der Gewinner 25.000 Pfund, die anderen drei Mitbewerber je 5.000 Pfund erhalten. Die diesjährige Ausstellung zum Turner Prize, die auch Arbeiten der anderen drei Finalisten Hurvin Anderson, Andrea Büttner und Rosalind Nashashibi umfasst, findet bis zum 7. Januar 2018 in der Ferens Art Gallery in Hull statt.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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