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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Nichts für schwache Geldbeutel ist die kommende Auktion europäischer Gemälde des 19. Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Viel Frankreich im Spanier



Joaquín Sorolla y Bastida, Tarde tormentosa, 1904

Joaquín Sorolla y Bastida, Tarde tormentosa, 1904

Die Boote stehen am Ufer, die Gischt des Meeres rollt schäumend auf den Strand zu, die letzten Strandbesucher brechen auf, um sich vor dem Gebrause von Wind und Wasser zu schützen. Denkbar treffend benannte Joaquín Sorolla y Bastida sein 1904 entstandenes Ölgemälde vom Strand in Cabañal bei seiner Heimatstadt Valencia „Tarde tormentosa“ – „Stürmischer Nachmittag“. Die Methode, unter freiem Himmel vor dem Objekt zu arbeiten, begegnete ihm erstmals, als er als Student und Stipendiat in den 1880er Jahren die Möglichkeit bekam, nach Italien und Frankreich zu reisen. Mit den Jahren erweiterte er seine Motive und Techniken. Sorollas Pinselstrich wurde schwungvoller und flüchtiger, ins Zentrum rückte zunehmend das Spiel mit Licht, das Erfassen eines kurzen Moments und die Aufhellung seiner Farbpalette. Als ein Exemplar aus dieser spontan und intuitiv direkt am Strand gestalteten Serie möchte „Tarde tormentosa“ bei der Auktion „19th Century European Paintings“ von Sotheby’s 500.000 bis 700.000 Pfund sehen.


Für Freunde des französisch geprägten, spanischen Impressionisten warten am 13. Dezember in London zudem noch die etwas günstigeren „Naranjos de Alcira“ von 1904, die üppig mit reifen Orangen und dichtem Blattwerk in der sonnigen Luft schaukeln (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Joaquín Sorollas pastellfarbene „Niña en la playa de Valencia“ von 1916, die sich hinter einen Sonnenschutz zurückgezogen hat, wirbt dann für 100.000 bis 150.000 Pfund, und seine baskische Tänzerin Natividad Álvarez tritt ein Jahr später unter ihrem Künstlernamen „La Bilbainita“ bei 70.000 bis 90.000 Pfund für den Betrachter auf. Spanisches Flair fangen zudem Santiago Rusiñol mit seinem realistischen Interieur in Sitges von 1894 samt Weißnäherin bei der Arbeit (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), Darío de Regoyos mit seiner malerischen Schlucht „El Tajo de Ronda“ samt dem Puente Nuevo von 1905 (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP) oder Hermenegildo Anglada-Camarasa mit seinem noch stärker stilisierten Felsmassiv „Montserrat, San Miquel“ um 1938 ein (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Vilhelm Hammershøi hatte sich nicht gerade der Freilichtmalerei verschrieben. Bevorzugt widmete sich der 1864 geborene Däne melancholischen Innenräumen mit anonymisiertem Bildpersonal und Symbolbedeutung. Dazu gehört auch seine „Frau vor einem Spiegel. Strandgade 30“ von 1906, die sich in der einstigen Wohnung des Künstlers in Kopenhagen frisiert und daher wohl als seine Gattin Ida gelten darf. Die nächtliche Szene in einem kleinen Raum wünscht sich 400.000 bis 600.000 Pfund. 1909 mussten die Hammershøis ihr Zuhause verlassen; das Gebäude wurde verkauft. 1912 fanden sie dann endlich in der nahen Strandgade 25 ihre neue Bleibe. Noch spartanischer und studienhafter malte Hammershøi hier die weit geöffneten und den Blick zum nächsten, unmöblierten Durchgangzimmer freigebenden „Weißen Türen“ auf grauem Fond (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Wer lieber dem heiteren und ausgelassenen Feiern zuneigt, könnte bei Ernst Josephsons „14 juillet“ auf seine Kosten kommen. Das Ölgemälde entstand 1883 am französischen Nationalfeiertag in Paris, als der schwedische Künstler dort sechs italienische Wandermusiker bemerkte. Der zentral positionierte Akkordeonspieler mit auf dem Rücken geschnallten Schlaginstrumenten geht nach vorne, während sein Blick zurück zu seinen beiden Sängern schweift. Die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen des Bildes führen auch die drei Kinder fort, die sich dem Betrachter zu- oder abwenden (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Vitale Malerei aus Skandinavien steuert zudem Josephsons schwedischer Kollege Anders Zorn mit seiner Schilderung „Am Strand“ von 1910 bei. Eine Frau hat ihre Kleider abgelegt und sich im Sand niedergelassen. Voller Unbeschwertheit genießt die Blonde die warmen Strahlen der Abendsonne auf ihrer hellen Haut und schützt mit ihren Armen ihre Augen vor dem blendenden Licht (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP).

Als drittes Werk aus der Sammlung der Bankiersfamilie J.E. Safra kommt die Abendstimmung „Sonnenuntergang über einem See“ des Finnen Eero Järnefelt zum Zug, der sich 1894 zu einer Symbiose aus westlich-realistischer Malweise und einer von japanischer Druckgrafik inspirierten Formensprache hinreißen ließ. Das Ergebnis ist die Vogelperspektive auf eine violette Wasseroberfläche mit stilisierten Inseln vor einer klar konturierten Berglandschaft, die das Orange der untergehenden Sonne in sich aufnimmt (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Dagegen erscheint Akseli Gallén-Kallelas „Ruderer auf einem See“ von 1916 geradezu naturalistisch (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Weibliche Kunst aus Skandinavien vertritt die in Finnland geborene und später in Schweden lebende Helene Schjerfbeck. Sie schuf in ihrer Karriere unzählige Portraits, oftmals mit flankierenden Stillleben, die sie in ihrer späteren Schaffensphase zunehmend ins Zentrum ihrer Kompositionen rückte. So stehen auch ihre beiden Blüten der „Camellias“ von etwa 1934 einsam vor unbestimmten Farbgrund in Beige (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Ebenfalls karg und auf die Person konzentriert schildert Schjerfbeck um 1927 mit Kohle und Gouache fast kubistisch das „Mädchen aus Kalifornien“ (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Es fehlen noch die Norweger, bei denen diesmal Nikolai Astrup mit seinem kolorierten Holzschnitt „Juninatt i haven“, einer träumerischen Gartennacht aus Jølster, bei 40.000 bis 60.000 Pfund überzeugt.

Unter den französischen Akteuren tut sich Gustave Moreau mit seiner trojanischen „Hélène“ von 1895 aus einer französischen Privatsammlung hervor. In seinen Schaffensperioden kehrte er immer wieder zu diesem Bildinhalt zurück, der ihn bereits seit seiner Jugend faszinierte. Seine Gouache der innerlich versunkenen Schönheit vereint klassische Renaissance-Merkmale mit symbolistischen und ästhetischen Prinzipien (Taxe 350.000 bis 500.000 GBP). Jean-Baptiste Camille Corot schickt zwei Gemälde in die Auktion. Seine „Paysage Breton“ um 1840/50 rhythmisieren helle Birkenstämmen, zwischen denen auf dem weichen, hügeligen Waldboden eine Mutter mit ihren zwei Kindern rastet (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Im kleinen Ort Marcoussis bei Paris fand Corot Inspiration für seine plein air-Malerei, so auch in der zweiten Hälfte der 1860er Jahre, als der dort zwei Bäuerinnen neben Spaziergängern auf der sommerlichen „Route à travers les champs“ sah (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Nach einem Gedicht Alfred de Mussets entwickelte Henri Gervex sein kontrovers diskutiertes Werk „Rolla“, das provozierend eine nackte Prostituierte auf einem Bett liegend zeigt, während die literarische Figur Jacques Rolla seinem Leben durch einen Sprung aus dem Fenster ein Ende bereiten will. Eine Ölstudie mit der Nahsicht des Protagonisten im geöffneten Fensterrahmen wartet bei 80.000 bis 120.000 Pfund auf Kundschaft. Mit anstößiger Nacktheit, die nicht mehr mythologisch verbrämt ist, musste auch Gustave Courbet seine Erfahrungen machen. Auch seine „Dormeuse“ um 1847, die in einer tiefgrünen Waldgegend an einem Bach in Rückenansicht lagert, ist keine Göttin mehr, in ihrer Intimität vielmehr ein Mensch aus Fleisch und Blut (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Italienischen Impressionismus steuert Giovanni Boldini mit seinen selbstbewussten, furios vor einer bunten Tapisserie portraitierten „Les Parisenne“ für 150.000 bis 200.000 Pfund bei, während Fausto Zonaro als Hofmaler des Sultans Abdülhamid II. lieber die Impression „Konstantinopel vom Bosporus aus“ entwarf (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Isaac Israëls steht für den niederländischen Impressionismus. Im Modehaus Hirsch & Cie, das seit 1882 französische Haute Couture nach Amsterdam brachte, hielt er um 1902/03 vier fleißige Hutmacherinnen bei ihrer Arbeit fest (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), während sein „Picknick im Bois de Bologne“ um 1905 die gemütliche Ruhe einer jungen Familie im Grünen vermittelt (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Trotz der deutsch-französischen Spannungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandte sich der Patriot Manfred Lindemann-Frommel 1891 einem Motiv aus dem Pariser Stadtleben zu, als er das rege Treiben an der „Porte Saint-Martin“ mit zahlreichen Menschen an einem sonnigen Tag unter blauem Himmel verewigte (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP).

Typisch deutsch wird es dann mit Heinrich Bürkel und seinen drei Gemälde aus dem oberbayrischen Landleben für Schätzungen zwischen 6.000 Pfund und 15.000 Pfund, während er in der Armenspeise in einem Klosterhof um 1864/65 italienisches Flair erzeugt (Taxe 7.000 bis 10.000 GBP). Die deutschen Künstler sind diesmal nicht mit so prominenten Werken in London zugegen. Hans Thoma lässt für 12.000 bis 18.000 Pfund die Sonnenstrahlen bei seinem Panorama von Säckingen die Wolken durchbrechen, Walter Leistikow gibt zum gleichen Preis ein Segelboot vor Anker in der Ostsee an einen bewölkten Tag wieder, und Otto Scholderer lädt uns um 1891 für 8.000 bis 12.000 Pfund zu einem sparsam mit drei Pfirsichen und einem Weinglas gedeckten Tisch ein. Etwas höher rangieren Adolph von Menzels Bleistiftzeichnungen eines älteren bärtigen Mannes in Untersicht von 1884 mit 15.000 bis 20.000 Pfund oder Edward Cucuels strahlend weiß gekleidete Schönheit neben Kohlköpfen am herbstlichen Seeufer mit 20.000 bis 30.000 Pfund. Durch sein Studium an der Münchner Kunstakademie hatte der Grieche Georgios Jakobides enge Beziehungen nach Deutschland und griff in seiner Genremalerei gerne Themen aus dem bäuerlichen Leben in Bayern auf, wie in der erst kürzlich wiederentdeckten Ölmalerei „Der Unersättliche“. Jakobides schuf hier 1883/84 eine gekonnt naturalistische und von dem Spiel mit Licht und Schatten lebende Szene, in der ein liebender Großvater sein blond gelocktes Enkelkind auf dem Schoß hält, während die etwas ältere Schwester versucht, ihr Essen vor dem Schleckermaul des Kleinen zu schützen (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



12.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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13.12.2017, 19th Century European Paintings

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Sotheby's

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Adolph von Menzel, Kopf eines bärtigen Mannes, 1884
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Gustave Moreau,
 Hélène, 1895
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Giovanni Boldini, Les Parisenne, 1873
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Gustave Moreau, Hélène, 1895

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Taxe: 350.000 - 500.000 GBP

Losnummer: 5

Manfred Lindemann-Frommel, Porte Saint-Martin, 1891

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Otto Scholderer, Stillleben mit Pfirsichen und Glas

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Adolph von Menzel, Kopf eines bärtigen Mannes, 1884

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Taxe: 15.000 - 20.000 GBP

Losnummer: 51

Ernst Josephson, 14 juillet, 1883

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Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

Losnummer: 14

Giovanni Boldini, Les Parisenne, 1873

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Taxe: 150.000 - 200.000 GBP

Losnummer: 25

Santiago Rusiñol, Die Weißnäherin. Sitges, 1894

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Taxe: 80.000 - 120.000 GBP

Losnummer: 18

Georgios Jakobides, Der Unersättliche, 1883/84

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Taxe: 100.000 - 150.000 GBP

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Isaac Israëls, Im Atelier der Hutmacherinnen, um 1902/03

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Taxe: 100.000 - 150.000 GBP

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Eero Järnefelt, Sonnenuntergang über einem See, 1894

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Jean-Baptiste Camille Corot, Paysage Breton, um 1840/50

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Vilhelm Hammershøi, Frau vor einem Spiegel. Strandgade 30, 1906

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