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Wie sich Künstler sehen – Selbstporträts in Rüsselsheim

Max Liebermann, Selbstporträt, zeichnend, 1921

Mit ausgewählten Werken aus der Sammlung Frerich zeigen die Opelvillen in Rüsselsheim Künstler, wie sie sich selbst gesehen haben. Die Selbstporträts, die zwischen 1906 und 1978 entstanden sind, hat Kuratorin Beate Kemfert ausgewählt und ihnen zeitgenössische Fotografien der jeweiligen Künstler und Künstlerinnen vergleichend gegenübergestellt. Den Besuchern will sie so ermöglichen, eigene Rückschlüsse aus der jeweiligen Art der Inszenierung des Ichs zu ziehen. Gerade die Bandbreite der künstlerischen Möglichkeiten in der Selbstdarstellung will Kemfert damit vermitteln. Die Ausstellung präsentiert 42 Kunstschaffende mit 115 Werken. Vertreten sind unter anderem Klassiker der Moderne wie Max Beckmann, Marc Chagall, Lovis Corinth, Otto Dix, Käthe Kollwitz und Max Liebermann, aber auch unbekanntere Künstler wie Dietz Edzard, Raimer Jochims, Marie Laurencin, Thomas Bayrle oder Cäcilie Thiermann-Heise.

Günter Frerich war als Sammler fasziniert von der vielfältigen Darstellungsweise menschlicher Physiognomie, vor allem im Selbstporträt. Dieses muss keine reine Abbildung der äußeren Erscheinung eines Menschen sein, vielmehr kann es auch seinen Charakter widerspiegeln, seine Psyche und sein Selbstbild reflektieren sowie in Stil und Machart Rückschlüsse auf die jeweilige Entstehungszeit zulassen. Die Darstellungen machen tiefgreifende Umbrüche im Jahrhundert der beiden Weltkriege stilistisch genauso deutlich, wie persönliche Fragen der Künstler nach ihrer Identität sowie ihrem Schaffen.

Günter Frerich (1929-2013) war Zahnarzt in Köln. Jahrzehntelang sammelte er Handzeichnungen und Druckgrafiken zum Thema des Künstlerselbstporträts, bis er zuletzt über 400 Werke zusammengetragen hatte. Den zeitlichen Schwerpunkt setzte Frerich dabei auf die Kunst der Klassischen Moderne und die Entwicklungen bis in die 1970er Jahre. Gerade seine Zeitgenossen und ihre Selbstbildnisse interessierten den Sammler sehr. 2012 gab er seine Werke an das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermühle Düren, das als Leihgeber für die Ausstellung in Rüsselsheim auftritt.

Die Ausstellung „Das Selbstporträt. Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Frerich“ läuft vom 13. Dezember bis zum 8. April 2018. Die Opelvillen Rüsselsheim haben mittwochs bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr. An Heiligabend, Silvester und Karfreitag bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind frei.

Stiftung Opelvillen
Ludwig-Dörfler-Allee 9
D-65428 Rüsselsheim

Telefon: +49 (0)6142 – 83 59 07
Telefax: +49 (0)6142 – 83 60 14

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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