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Van Gogh und Gaugin in Amsterdam

Vincent und Paul in Arles



Van Gogh & Gauguin

Quelle: Van Gogh Museum, Amsterdam

Van Gogh & Gauguin

Die Welt in jenen Farben und Formen wiederzugeben, wie er sie wahrnimmt und Geschichten zu erzählen, vorzugsweise seine eigene, bestimmten den künstlerischen Antrieb des als Sohn eines protestantischen Priesters geborenen, und selbst als Priester gescheiterten Vincent van Gogh. Paul Gaugin hingegen wurde zum Katholiken erzogen, blieb als Börsenmakler erfolglos und strandete, versuchte sein Heil im Ursprünglichen und Unberührten zu finden, in einer Kunst, die aus der Phantasie schöpft und deren symbolischer Gehalt die Wirklichkeit überhöht. Konträrer als diese beiden Künstler ihre Kunst auffassten, konnten Ansprüche nicht sein. Einst Freunde, war nach ihrer engen Zusammenarbeit in Arles der Bruch vorprogrammiert. So wie sie persönlich auseinander gingen, spaltete sich auch die Kunstgeschichte im Kampf um Gegenständlichkeit und Abstraktion.



Ausgehend vom Zusammenleben van Goghs und Gaugins in Arles wurde am 9. Februar die Ausstellung „Van Gogh und Gaugin“, die mehr als drei Jahre wissenschaftliche Vorbereitung erforderte, im Amsterdamer Van Gogh Museum eröffnet. Das Bestreben der großangelegten Schau, die in Zusammenarbeit mit dem Art Institute of Chicago entstand, ist es, die persönliche und künstlerische Beziehung der beiden Künstler ausführlich darzustellen. Anhand von rund 120 chronologisch gehängten Gemälden, Keramiken, Zeichnungen und Briefen wird eine der dramatischsten Episoden der Kunstgeschichte dokumentiert. Etwa 20 der gezeigten Werke stammen aus der Sammlung des Van Gogh Museums, die übrigen wurden von rund 65 Leihgebern aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt.

Der erste Teil der Ausstellung stellt die Periode kurz nach der ersten Begegnung van Goghs mit Gaugin in Paris vor. Die Werke van Goghs aus den Jahren 1886/87 stehen noch unter dem Einfluss des Impressionismus und des Pointillismus, während von Gaugin neben den berühmten Gemälden, die auf Martinique und in Pont-Aven entstanden sind, keramische Objekte gezeigt werden. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt jedoch auf der Zeit, die beide in enger Zusammenarbeit und intensiven Lebens in Arles verbracht haben. Vincent van Gogh drängte den fünf Jahre älteren Paul Gaugin, mit ihm zusammen das „Atelier des Südens“ zu gründen. Dem Maler, der ohnehin mittellos war und ein wenig kränkelte, schien die Idee einer Arbeitsgemeinschaft im Süden, finanziert von Vincents Bruder Theo, nicht ungelegen zu kommen. Er nahm an und folgte van Gogh ins sonnige Arles. Die Zeit, die nun folgte, gilt als eine der kreativsten Experimentierphasen beider Künstler. Sie profitierten vom jeweils anderen, näherten sich malerisch aneinander an, um bald darauf wieder auseinander zu streben. Ihre kurze Zusammenarbeit zeichnete ein gegenseitiges Geben und Nehmen aus. Auf gemeinsamen Spaziergängen durch die Natur malten sie dieselben Motive, wie z.B. die „Alyscamps“ auf der Allee mit den römischen Sarkophargen.

Nach neun Wochen im sogenannten „Gelben Haus“ an der Place Lamartine, mitten im Bahnhofs- und Bordellmilieu von Arles, fand die enge Zusammenarbeit Vincent van Goghs und Paul Gaugins ein jähes Ende. Die unterschiedlichen Charaktere und Ansichten führten zusehends zu unüberbrückbaren Spannungen, an deren Ende der anstrengend idealistische Van Gogh sich ein Stück seines Ohres abschnitt, woraufhin der egomanisch veranlagte Gaugin die Stadt zurück in Richtung Norden verließ. Die beiden Künstler sollten sich nie wieder sehen. Jene kurze Zeit in Arles hinterließ jedoch weitreichende Spuren in ihrm jeweiligen künstlerischen Schaffen. Van Gogh, in die Anstalt in Saint-Remy eingeliefert, arbeitete an der „Arlesierin“ nach einer Vorlage von Gaugin, und schaffte sogar 1889 eine Reprise jener „Sonnenblumen“, die sein ehemaliger Freund so bewundert hatte. Nach van Goghs Selbstmord im Jahre 1890 reiste Gaugin weiterhin, das idealisierte Bild der Welt suchend, durch die Kontinente. Auch an ihm ging die Episode in Arles nicht spurlos vorüber. Das stellen seine in der Ausstellung vertretenen 1889 und 1901 gemalten Stilleben mit Sonnenblumen unter Beweis. Paul Gaugin starb einsam im Jahre 1903 auf der Insel Hiva Oa.

Zu den präsentierten Werken in der Ausstellung gehören auch van Goghs 1888 entstandenen und berühmt gewordenen „Sonnenblumen“, die in möglichst vielen Versionen gezeigt werden. Erstmals seit 1888 wird das Exemplar aus der Londoner National Gallery zusammen mit den später entstandenen Versionen aus dem Van Gogh Museum und dem Seiji Togo Memorial Yasuda Kasai Museum of Tokyo gleichzeitig zu sehen sein. Das aus Japan stammende Bild ist anlässlich der Ausstellung erneut in die Kritik geraten, und es scheint immer wahrscheinlicher zu werden, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt.

Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni täglich von 9 bis 21 Uhr für Besucher geöffnet. Donnerstags und sonntags schließt das Museum um 18 Uhr. Es ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der für 32,50 Euro käuflich zu erwerben ist.

Kontakt:

Van Gogh Museum

Paulus Potterstraße 7

NL-1071 CX Amsterdam

Telefax:+31 (020) 673 50 53

Telefon:+31 (020) 570 52 00

E-Mail: info@vangoghmuseum.nl

www.vangoghgauguin.com



01.03.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Christine Philipp

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Paul Gauguin, Porträt von Van Gogh, die Sonnenblumen malend, 1888
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Van Gogh &
 Gauguin
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Vincent van Gogh, Das gelbe Haus, 1888
Vincent van Gogh, Das gelbe Haus, 1888







Paul Gauguin, Porträt von Van Gogh, die Sonnenblumen malend, 1888

Paul Gauguin, Porträt von Van Gogh, die Sonnenblumen malend, 1888

(Quelle: Van Gogh Museum, Amsterdam)

Vincent van Gogh, Das gelbe Haus, 1888

Vincent van Gogh, Das gelbe Haus, 1888

(Quelle: Van Gogh Museum, Amsterdam)

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1888

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1888

(Quelle: Van Gogh Museum, Amsterdam)

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1889

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1889

(Quelle: Seiji Togo Memorial Yasuda Kasai Museum of Art, Tokyo)

Vincent van Gogh, L’Arlésienne: Madame Joseph-Michel Ginoux, 1888

Vincent van Gogh, L’Arlésienne: Madame Joseph-Michel Ginoux, 1888

(Quelle: The Metropolitan Museum of Art, New York)

Paul Gauguin, Nachtcafe, 1888

Paul Gauguin, Nachtcafe, 1888

(Quelle: Pushkin Museum, Moskau)

Paul Gauguin, Les Alyscamps, 1888

Paul Gauguin, Les Alyscamps, 1888

(Quelle: Musée d'Orsay, Paris)




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