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Reinhold Koehlers Décollagen in Bergisch Gladbach

Reinhold Koehler, Plakatdécollage XII, 1959

Zum Jahresbeginn zeigt das Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach den Siegener Künstler Reinhold Koehler (1919-1970). Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen seine destruktiven Décollagen, die im Gegensatz zur Collage, also dem Zusammenfügen verschiedener Elemente, auf Reduktion beruhen und mit der Ästhetik des Zerstörten spielen. „Man macht Décollagen, um Collagen zu verhindern“, formulierte Koehler 1958. Kuratorin Petra Oelschlägel führt damit einen weiteren künstlerischen Umgang mit dem Medium Papier vor, der in die Villa Zanders passt. Diese pflegt seit 1992 den Schwerpunkt „Kunst auf Papier“.

Mit seiner Décollage-Technik steht Reinhold Koehler in der kunsthistorischen Tradition der Affichisten, benannt nach dem französischem „affiche“, also Plakat, das diese gerne als Grundmedium für ihre Abreißarbeiten nutzten. Den Begriff dieses künstlerischen Vorgehens prägte 1958 beispielsweise auch schon der heute besser bekannte Wolf Vostell in seiner eigenen und selbst schon zerrissenen Schreibweise „Dé-coll/age“. Die Zeit der Tätigkeit dieser Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt von Aufbrüchen in neue Ausdrucksweisen, Techniken und Materialien, ausgehend von den gewonnenen Freiheiten des Informel.

Reinhold Koehler, Zeitgenosse dieser rasanten und bis heute prägenden Entwicklungen, wurde 1919 in Dortmund geboren. Nachdem er in den Kriegsdienst einberufen wurde, kam er 1945 verwundet nach Dortmund zurück und begann autodidaktisch bildkünstlerisch sowie literarisch zu arbeiten. Es folgten Experimente mit verschiedenen Materialien und Techniken des Auswaschens, Aufreibens, Einritzens und Abreißens. Eine Reise nach Paris und die Begegnung mit den Affichisten beflügelten diese Tätigkeiten. Es folgten Aufenthalte in Italien, Spanien und dem ehemaligen Jugoslawien. 1968 begann Koehler eine Lehrtätigkeit an der Gesamthochschule Siegen, bevor er kurz darauf im Jahr 1970 überraschend verstarb.

Die Ausstellung „Reinhold Koehler – Décollage“ läuft von 14. Januar bis 22. April. Das Kunstmuseum Villa Zanders hat täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag zusätzlich bis 20 Uhr und sonntags schon ab 11 Uhr. Über Karneval vom 8. bis 13. Februar bleibt das Haus geschlossen, hat dafür aber zusätzlich am Karfreitag, Ostersonntag und -montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Werkverzeichnis von Koehlers Décollagen zum Preis von 24 Euro.

Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad-Adenauer-Platz 8
D-51465 Bergisch Gladbach

Telefon: +49 (0)2202 – 14 23 34
Telefon: +49 (0)2202 – 14 23 40

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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Variabilder:

Reinhold Koehler, Plakatdécollage XII, 1959
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Künstler:

Reinhold Koehler








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