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Museumsdirektor Theo Jülich gestorben

Theo Jülich gestorben

Theo Jülich, der Leitende Direktor des Hessischen Landesmuseums, ist tot. Er starb am vergangenen Samstag nach langer schwerer Krankheit mit 61 Jahren, teilte das Darmstädter Haus mit. Bis zur letzten Minute sei er an seinem Schreibtisch im Dienst des Hessischen Landesmuseums und dessen Zukunft geblieben. Der hessische Kunst- und Kulturminister Boris Rhein würdigte den Verstorbenen: „Dr. Theo Jülich war ein herausragender Kunstwissenschaftler und hat das Hessische Landesmuseum Darmstadt mit Herzblut geführt. Eine seiner größten Leistungen war die Koordinierung der Sanierung des Landesmuseums, das seitdem zweifellos eines unserer kulturellen Flaggschiffe in Hessen ist. Dr. Theo Jülichs Tod reißt eine große Lücke – nicht nur an seinem Arbeitsplatz und bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch in der gesamten hessischen Museumslandschaft. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Freunden.“

Theo Jülich kam 1956 zur Welt, studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und wurde dort 1987 mit der Arbeit „Gemmenkreuze – Die Farbigkeit ihres Edelsteinbesatzes bis zum 12. Jahrhundert“ promoviert. Nach einer kurzen Tätigkeit am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg ging er 1989 als wissenschaftlicher Angestellter zum Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Im Jahr 2005 wurde er stellvertretender Direktor des Hauses, seit 2013 führte er das Landesmuseum als Leitender Direktor. Schon nach dem überraschenden Weggang von Direktorin Ina Busch 2008 kümmerte er sich um die siebenjährigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen des Universalmuseums, die er im Herbst 2014 mit der feierlichen Wiedereröffnung beenden konnte.

Jülichs Leidenschaft galt vor allem der Mittelalterlichen Kunst, etwa dem im spätem 19. Jahrhundert entdeckten, sogenannten „Mainzer Goldschmuck“, den er in seinem Haus als Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit inszeniert hat. Seine Ausstellung ist noch bis Anfang März zu sehen. Ebenso wie vom Mittelalter ließ sich Theo Jülich von der Geschichte des Hessischen Landesmuseums seit seinen Anfängen 1820 fesseln und arbeitete sie erstmals intensiv auf. Dass er das 200jährige Jubiläum im Jahr 2020 nicht mehr gestalten kann, sei daher besonders tragisch, so das Landesmuseum.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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