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Berlin restituiert Werke aus der Sammlung Oppenheim

Franz Conrad Linck, Allegorische Figur „Europa“ mit Gewürzgefäß, um 1765

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat elf Werke aus dem Kunstgewerbemuseum und der Skulpturensammlung restituiert, die bis 1936 zur Sammlung Margarete Oppenheims gehörten und danach auf verschiedenen Wegen in den Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin gelangten. Für alle Werke, die nun an die Erben der Sammlerin zurückgegeben wurden, seien faire und gerechte Lösung auf Basis der Washingtoner Prinzipien gefunden, erklärte Hermann Parzinger, Präsident der SPK. Fünf Kunstwerke wurden von den Berliner Museen zurückerworben. Dabei handelt es sich um die beiden spätgotischen Holzskulpturen von Maria und Johannes aus einer Kreuzigungsgruppe des in Passau tätigen Meisters IP, zwei allegorische Rokoko-Figuren aus der Porzellanmanufaktur Frankenthal und um einen Flakon aus der Porzellanmanufaktur Meißen um 1745.

Margarete Oppenheim (1857-1935), die mit dem Chemiker und Industriellen Franz Oppenheim verheiratet war, besaß eine der größten und wertvollsten Kunstsammlungen Deutschlands, mit zahlreichen Impressionisten, aber auch Porzellan, Majoliken, Fayencen, Silberarbeiten und Kleinplastiken. Beraten von dem Kunsthändler Paul Cassirer, hingen in ihrer Villa am Wannsee Gemälde von Paul Cézanne, Vincent van Gogh oder Edouard Manet. Ihre Cézanne-Sammlung galt als größte in Deutschland. Margarete Oppenheim hatte bereits 1933 verfügt, dass die Kunstsammlung von den Testamentsvollstreckern zum von ihnen „geeignetst erscheinenden Zeitpunkt“ versteigert und der Erlös dem Nachlass zugeführt werden sollte.

Die Versteigerung fand im Mai 1936 beim Berliner Auktionshaus Böhler statt – zu einem Zeitpunkt also, für den davon auszugehen ist, dass die Testamentsvollstrecker, die ebenso wie Oppenheim und ihre Erben Juden waren, ihn nicht frei gewählt hatten, sondern durch die äußeren Umstände dazu gezwungen waren. Damit ist der Verkauf als verfolgungsbedingt einzustufen. Bei der Auktion erwarb das Schlossmuseum, das heutige Kunstgewerbemuseum, insgesamt 24 Objekte, von denen heute noch zehn erhalten sind. Im selben Jahr wurden drei weitere Objekte inventarisiert, die in den Akten als Vermächtnis oder Nachlass Margarete Oppenheim gekennzeichnet sind. Zwei von ihnen sind heute noch vorhanden. Im Rahmen der Recherchen hat das Kunstgewerbemuseum zwei weitere Objekte aus der Sammlung Oppenheim identifiziert, die noch zu Lebzeiten von Margarete als Leihgaben ins Museum kamen und dort verblieben, ohne dass es je zu einer Erwerbung kam.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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