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Oscar Murillo in München

Das Haus der Kunst in München widmet aktuell Oscar Murillo in der Reihe seiner Kapsel-Ausstellungen eine Schau. Der aufstrebende kolumbianische Künstler, Jahrgang 1986, lebt in London und nutzt neben Malerei auch Zeichnung, Drucktechniken, Skulptur, Installation, Performance und Videokunst. In die Ausstellung geht zudem ein Werk des internationalen und fortlaufenden Projektes „Frequencies“ ein, das Murillo gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin und Produzentin Clara Dublanc und Schülern umsetzt.

Oscar Murillo studierte zunächst an der University of Westminster und daraufhin bis 2012 am Royal College of Art in London. Durch seine Teilnahme an der Biennale in Venedig im Jahr 2015 zog er mit der Installation „Signalling devices in now bastard territory“ die Aufmerksamkeit auf sich. Schwere, teils zerrissene und wieder zusammengenähte schwarz bemalte Leinenstoffe waren auf Stahlstangen drapiert, auf Wäscheleinen gehängt oder an industriell gefertigten Haken gehängt. Auch in München ziehen sich die schwarzen Tücher durch die Räume und organisieren diese neu. Die Kuratorin Anna Schneider erklärt: „Die Körperlichkeit der schwarzen Leinwände tritt vor allem dann hervor, wenn sie wie Tierkörper in einem Schlachthof an einem Punkt aufgehängt werden und in schweren Falten den Boden berühren.“ Oscar Murillo beziehe sich hier etwa auf das „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch, die Black Paintings von Frank Stella oder Ad Reinhardt.

Das detailreiche aktuelle Wandbild „Land with lost olive trees“ präsentiert Arbeiter in einer Seidenfabrik an großen Maschinen. Die Zeichnung bezieht sich auf die lateinamerikanische Tradition der Murales. Thema ist mit den Worten Karl Marx’ die „Despotie der Fabrik“, die Murillo als erschöpftes System der Vergangenheit vorstelle, so Schneider. Für das Projekt „Frequencies“ arbeitet Murillo weltweit mit Schülern zwischen 10 und 16 Jahren zusammen, so auch in München. In Klassenräumen werden Leinwände auf Tischen befestigt, so dass die Schüler über mehrere Monate zum Schreiben und Zeichnen angeregt werden.

Die Ausstellung „Kapsel 07 / Oscar Murillo – Going Forth: The Institute of Reconciliation“ läuft bis zum 18. März. Das Haus der Kunst hat montags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro bzw. 5 Euro, für Kinder bis zu 12 Jahren ist er kostenlos. Der Katalog kostet im Museum 49,95 Euro.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
D-80538 München

Telefon:+49 (0)89 – 211 271 13
Telefax:+49 (0)89 – 211 271 57

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Oscar Murillo








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