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Reinhold Nägele in Stuttgart

Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert in seiner neuen Schau rund 90 Gemälde, Radierungen und Hinterglasmalereien Reinhold Nägeles und konzentriert sich dabei auf die Ansichten des schwäbischen Malers aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Mit 116 Werken besitzt das Haus eine der umfangreichsten Bestände des Künstlers. So kam das Gemälde „Abbrucharbeiten am Stuttgarter Bahnhof“ von 1924 schon ein Jahr später in die Sammlung des Museums und zählt damit zu den ersten Kunstankäufen der Stadt überhaupt. Die Ausstellung wurde außerdem um wichtige Leihgaben ergänzt, darunter auch Neuentdeckungen aus Privatbesitz, die erstmals öffentlich zu sehen sind.

Reinhold Nägele war zeitlebens eng mit der Region Stuttgart verbunden. Viele seiner Werke vor allem in den 1910er bis 1930er Jahren dokumentieren die architektonische Gestalt und die Wandlung der Stadt und ihrer Umgebung, was sich etwa in seinen Gemälden „Stuttgart – Baustelle des Mittnachtbaus Königstraße“ von 1926 oder „Neubau des Tagblattturms“ von 1930 niederschlug. Auch das kulturelle und politische Leben griff er als Thema seiner Bilder auf. Dabei erwies sich Nägele als präzisier Beobachter, der seine Seherfahrung einerseits naturalistisch dokumentarisch, andererseits komisch fantastisch ausführte. Seine oftmals kleinformatigen Arbeiten sind farbenfroh und schildern detailliert das Treiben der Menschen. Die feinen, zeichnerischen Malereien konstruierte er gerne in einer Aufsicht, bei denen die Figuren nur miniaturartig erkennbar sind.

Reinhold Nägele, 1884 in Murrhardt geboren, war gelernter Dekorationsmaler. Als Jugendlicher ging er zuerst bei seinem Vater in die Lehre, anschließend besuchte er die Kunstgewerbeschule in Stuttgart. 1907 und 1908 wurden seine Arbeiten bei Paul Cassirer in Berlin ausgestellt, was ihm zu größerer Bekanntheit verhalf. Nach dem Ersten Weltkrieg war Nägele 1923 Mitbegründer und stellvertretende Leiter der Stuttgarter Secession. Durch die Freundschaft mit dem Künstler Paul Kälberer schloss er sich der Vereinigung Freunde schwäbischer Grafik an, die 1937 auf Druck der Nazis aufgelöst wurde. Der Künstler emigrierte 1939 mit seiner jüdischen Ehefrau Alice Nördlinger und seinen Kindern nach New York City. 1963, nach dem Tod seiner Frau, kehrte er nach Deutschland zurück und verstarb 1972 in Stuttgart.

Die Ausstellung „Reinhold Nägele. Chronist der Moderne“ läuft vom 27. Januar bis zum 3. Juni. Das Kunstmuseum Stuttgart hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Museum 19 Euro kostet.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49 (0)711 – 216 196 00
Telefax: +49 (0)711 – 216 196 15

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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27.01.2018, Reinhold Nägele. Chronist der Moderne

Bei:


Kunstmuseum Stuttgart

Künstler:

Reinhold Nägele








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