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Corinths „Bacchanale“ für Hannover gesichert

Lovis Corinth, Bacchanale, 1896

Das Ölgemälde „Bacchanale“ von Lovis Corinth hat ein neues Zuhause. Mit Hilfe von sechs Förderern konnte das 650.000 Euro teure Werk für das Landesmuseum Hannover angekauft werden. Es ergänzt nun die weltweit größte Corinth-Sammlung mit insgesamt 119 Arbeiten. Darüber hinaus ist das 1896 entstandene mythologische Fest auch ein Erfolg für die Provenienzforschung. Denn das „Bacchanale“ zählt zu den NS-verfolgungsbedingt zwangsverkauften Gemälden. Ursprünglicher Besitzer war der jüdische Textilunternehmer Alfred Michaelis Salomon (1878-1945), der es 1936 unter Druck versteigern ließ, um mit seiner Familie ins Exil flüchten zu können. Im März erstand die Kölner Galerie Czwiklitzer im Berliner Auktionshaus Rudolph Lepke das 117 mal 204 Zentimeter große Objekt. Der Familie Salomon gelang die Emigration, sie wurde aber im Mai 1940 in den Niederlanden verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Alfred Michaelis Salomon starb am 1. Februar 1945 im KZ Bergen-Belsen. Seine Kinder wurden in Auschwitz ermordet.

1957 kaufte das Kunstmuseum Gelsenkirchen das „Bacchanale“ der Galerie Czwiklitzer ab. Lange Zeit blieb das Corinth-Gemälde unbeachtet dort, bis sich 2010 die Erben des ursprünglichen Besitzers an das Museum wandten. Auf Empfehlung der „Beratenden Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter“ erhielten die Erben seiner Witwe Martha Marie Salomon, die als einziges Familienmitglied die Konzentrationslager überlebt hat, das Ölgemälde zurück. Die Londoner Galerie Dickinson bot das Bild in deren Auftrag dem Landesmuseum Hannover zum Kauf an.

Das „Bacchanale“ steht in einer langen Bildtradition. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. wird das Motiv überliefert, ab der Renaissance andauernd rezipiert. Auch Corinth inszenierte während den 1890er Jahren das Sujet in diversen Medien. Manchmal stellte sich der Maler sogar selbst als zentrale Gottheit dar. Die 1896 entstandene Version zeigt das Fest zu Ehren des antiken Weingottes als ein wildes, ausgelassenes Treiben. Im Querformat tanzen nackte Figuren über eine üppig blühende Frühlingswiese. Mänaden, Frauen mit wallenden langen Haaren und flatternden Tüchern, drehen sich im Kreis auf der linken Bildhälfte, während gegenüber ein dunkelhäutiger Satyr mit blutunterlaufenen Augen unter zorngerunzelter Stirn eine Nackte küsst. Daneben zerrt ein alter Mann, vermutlich Bacchus, eine seiner Mänaden mit sich. Diese blickt mit aufgerissenen Mund erschrocken in den Himmel. Im Vordergrund liegt ein junger Mann, als Pentheus gekennzeichnet, erschöpft auf dem Boden, während über ihm eine weibliche Figur freudestrahlend mit der Rute zum Schlag ausholt.

Trotz des mythologischen Themas und der neobarocken Formen traf dieses Bild bei Corinths Zeitgenossen nicht auf Wohlgefallen. Statt einer sinnlichen Darstellung zeigte der Maler das triebgesteuerte Geschehen: In besonderer Intensität und ironischer Übertreibung vereinen sich Lust und Begierde mit Gewalt in diesem Werk, was zum Ausschluss bei einer Ausstellung in der Münchner Sezession führte.

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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Zwischen Pathos und Melancholie

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Lovis Corinth, Bacchanale, 1896
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Künstler:


Lovis Corinth








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