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Von Comics, Graphic Novels und Animationen in Oldenburg

Unter dem gemeinsamen Titel „Die Neunte Kunst“ haben sich das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, das Horst-Janssen-Museum und das Stadtmuseum in Oldenburg für eine große Ausstellungskooperation zusammengeschlossen. Zu sehen sind internationale zeitgenössische Künstler, die sich mit grafischen Erzählungen und der Verbindung von Text- und Bildelementen beschäftigen. Das Thema der Graphic Novels wird dabei aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Als roter Faden findet sich in jedem Haus eine Originalzeichnung von Will Eisner, dem Begründer dieses Genres.

Das Stadtmuseum Oldenburg beschäftigt sich mit der Geschichte des Comics anhand von Beispielen aus dem deutschen, franko-belgischen und US-amerikanischen Raum. Arbeiten unter anderem von dem 1799 geborenen Vorreiter Rodolphe Töpffer, Walt Disney und Art Spiegelman verdeutlichen den Weg des Comics zur Massenpopularität. Im Vordergrund dabei stehen die Originalzeichnungen und deren Vorgeschichte, die verdeutlichen, wie Künstler an ihre Projekte herangehen. Das Stadtmuseum informiert nicht nur über das Stilistische. Die Wirkungsmacht der Bildgeschichten bildet einen weiteren Themenschwerpunkt: Was macht den Erfolg des Genres aus und inwieweit nimmt die massenhafte Verbreitung auf unseren Alltag Einfluss. Zusätzlich zu den zweidimensionalen Objekten werden Merchandising Artikel der Comichauptfiguren ausgestellt, die die Brücke zu den kommerziellen Verwertungsformen schlagen.

Unter der Überschrift „Aktuelle deutsche Graphic Novels“ stellt das Horst-Janssen-Museum Arbeiten von dreizehn national wie international ausgezeichneten Comiczeichner vor. In der Schau wird das heutige Geschehen der Comicwelt thematisiert. „Dass in einem Museum der Fokus auf die aktuellsten Werke der deutschen Comic-Szene gerichtet wird, ist ein Novum. Üblicherweise finden Comic-Fans ihre Foren auf Festivals, Messen und in Literaturhäusern“, erläutert Kuratorin Sabine Siebel. Künstler wie Anke Feuchtenberger, Ulli Lust und Jakob Hinrichs erzählen Geschichten von einschneidenden Erlebnissen, von persönlichen Alltagsdramen, Traumata bis hin zu weltpolitischen Katastrophen. Neben autobiografischen Werken finden sich hier auch Auseinandersetzungen mit Klassikern der Weltliteratur, die vereinzelt auch als Reportage angelegt sind.

„Unwanted Stories“ nennt sich die Ausstellung des Edith-Ruß-Hauses. Die Schau geht über die Graphic Novels hinaus und untersucht die Vielfalt des Genres mit großformatigen Wandzeichnungen über grafische Reportagen und filmische Animationen bis hin zum Computerspiel. Dabei liegt der Fokus auf den düsteren Vertretern der Gattung. Unter anderem beschäftigen sich Wojciech Bakowski aus Polen, Ganzeer aus Ägypten und David OReilly aus Irland mit den zeitgenössischen Formen der Sklaverei oder der digitalen Rekonstruktionen von Auschwitz. Dabei verweigern sie jedoch den Gebrauch einer Hightech-Ästhetik der derzeitigen Computeranimationen.

Die Ausstellung „Die Neunte Kunst. Die Geschichte des Comics“ läuft vom 3. Februar bis zum 2. April. Das Stadtmuseum Oldenburg hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Stadtmuseum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4-8
D-26121 Oldenburg
Telefon: +49 (0)441 – 235 28 86

Die Schau „Die Neunte Kunst. Aktuelle deutsche Graphic Novels“ im Horst-Janssen-Museum eröffnet ebenfalls am 3. Februar und läuft bis zum 6. Mai. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4-8
D-26121 Oldenburg
Telefon: +49 (0)441 – 235 28 91

Das Edith-Ruß-Haus öffnet während der Ausstellung „Die Neunte Kunst – Unwanted Stories“ dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Jeweils am 4. Samstag im Monat ist der Eintritt frei. Für alle drei Häuser ist ein Kombiticket für 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro erhältlich.

Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23
D-26121 Oldenburg
Telefon: +49 (0)441 – 235 32 08

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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