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Edwin Scharff Museum eröffnet mit Emil Cimiotti

Nach anderthalbjähriger Sanierungspause öffnet das Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm an diesem Wochenende wieder seine Pforten. Neben einem neuen Eingangsbereich, technischer Aufrüstung unter anderem unter Aspekten der Behindertengerechtigkeit und einer neuen Homepage wurde auch die Dauerausstellung zum Namensgeber Edwin Scharff neu konzipiert. Einer der Räume wurde von dem 1960 in Hamburg geborenen und heute in Düsseldorf lebenden Künstler Stefan Wissel gestaltet. Erneuert wurde auch die bisherige Dauerpräsentation zu Ernst Geitlinger, aus dessen Werk das Museum ebenfalls einige bedeutende Stücke verwahrt. Hier kommen unter anderem Filminterviews ehemaliger Studenten des früheren Professors an der Akademie der Bildenden Künste München sowie Medienstationen zum Einsatz. Aus Geitlingers Nachlass erhielt das Museum zur Wiedereröffnung mehr als 200 Arbeiten geschenkt.

Die erste Kunstausstellung nach dem „Relaunch“ widmet sich dem Werk des 1927 in Göttingen geborenen Bildhauers Emil Cimiotti. Cimiotti ist einer der letzten noch lebenden Meister aus der frühen Nachkriegszeit in Deutschland und durch zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum auch einer breiteren Öffentlichkeit präsent. Der gelernte Steinmetz absolvierte von 1949 bis 1954 ein Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum und Karl Hils mit Zwischenstationen in Berlin bei Karl Hartung sowie in Paris bei Ossip Zadkine. In den späteren 1950er Jahren erlangte Cimiotti einige Bekanntheit durch große Bronzeplastiken, die im weiteren Sinne dem Informel zugerechnet werden. Es folgten renommierte Preise und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem 1959 an der zweiten Documenta in Kassel und 1960 an der Biennale in Venedig. Seit 1963 hatte Emil Cimiotti eine Professur an der von ihm selbst mitbegründeten Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig inne. Die in Kooperation mit dem Georg-Kolbe-Museum Berlin anlässlich von Cimiottis 90. Geburtstag entstandene Ausstellung gibt mit 25 Plastiken, ausgewählten Zeichnungen und einigen jüngst gefertigten Papierreliefs einen kleinen Querschnitt durch das fast siebzigjährige und bis zur Gegenwart anhaltende Schaffen des Künstlers.

Das Edwin Scharff Museum feiert seine Wiedereröffnung am 24. und 25. Februar von 10 bis 18 Uhr mit einem umfangreichen Programm bei freiem Eintritt. Die Ausstellung „Denn was innen, das ist außen. Emil Cimiotti – Retrospektive“ läuft im Anschluss bis zum 21. Mai. Geöffnet ist das Edwin Scharff Museum dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr, donnerstags und freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Ausstellungskatalog zu Cimiotti kostet 24 Euro.

Edwin Scharff Museum
Petrusplatz 4
D-89231 Neu-Ulm

Telefon: +49 (0)730 – 70 50 25 55

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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