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Eric und Jula Isenburger in Solingen

Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen widmet sich in seiner aktuellen Ausstellung dem jüdischen Künstlerehepaar Eric und Jula Isenburger. Der 1902 in Frankfurt am Main geborene Eric Isenburger studierte seit 1920 zunächst an der Kunsthochschule in Frankfurt und zugleich als Schüler in der Grafikklasse von Franz Karl Delavilla an der Kunstgewerbeschule. 1925 machte er dort seinen Abschluss. Es folgte ein Aufenthalt im spanischen Barcelona sowie 1928 der Umzug nach Wien, wo Isenburger als freischaffender Künstler und Bühnengestalter wirkte. Eine Erbschaft ermöglichte ihm 1931 die Einrichtung eines eigenen Ateliers in Berlin, wo er Anfang 1933 in der Galerie Wolfgang Gurlitt seine erste Einzelausstellung erhielt.

Isenburger und die 1908 im polnischen Augustow geborene Jula Elenbogen hatten 1927 in Warschau geheiratet. Jula, die bereits eine dreijährige Tanzausbildung in Frankfurt hinter sich hatte und ihr Studium in Wien fortsetzte, erhielt 1931 ein Engagement am Tanztheater von Mary Wigman in Dresden. Nach der Machterschleichung durch die Nationalsozialisten verließ das Ehepaar Isenburger auf Anraten Gurlitts Deutschland und kehrte nie wieder dorthin zurück. Die beiden ließen sich zunächst in Paris und 1937 in Nizza nieder. 1941 gelang ihnen die Flucht aus dem Gebiet des Vichy-Regimes in die USA. Jula beendete ihre auch Frankreich noch erfolgreiche Karriere und nahm einen Brotberuf auf, um ihrem Mann die Existenz als freischaffender Künstler zu ermöglichen. Eric konnte in Amerika noch manche Erfolge feiern und war bis 1980 Dozent an der National Academy of Design in New York. Er starb 1994, Jula sechs Jahre später.

Das in Deutschland weitgehend vergessene Ehepaar Isenburger wird in der Ausstellung neu entdeckt. Nachdem die Schau bereits im Frankfurter Museum Giersch zu sehen gewesen war, bestreitet sie nun das Frühjahrsprogramm des Zentrums für verfolgte Künste und wird außerdem im Sommer im Kunstmuseum Bayreuth Station machen. Präsentiert werden 110 Gemälde, 35 Grafiken sowie Fotos und Filmmaterial. Eric Isenburgers Kunst ist, wiewohl sich der Maler und Grafiker vor allem in den 1930er Jahren auch abstrakten Tendenzen widmete, vor allem von gegenständlichen Interieurs, Portraits und Landschaften geprägt und greift in den verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung Tendenzen beispielsweise des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und des Kubismus auf.

Die Ausstellung „Von Frankfurt nach New York. Eric und Jula Isenburger“ läuft bis zum 29. April. Das Zentrum für verfolgte Künste ist ein erst 2015 eröffneter Teil des Kunstmuseums Solingen und wie dieses Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro und für Schüler 2 Euro. Der Katalog kostet 29,95 Euro. Am 19. und 20. April findet unter dem Titel „Verantwortung kennt kein Zögern“ eine Tagung über den Status quo und die potentiellen Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Zentrums für verfolgte Künste statt.

Zentrum für verfolgte Künste
im Kunstmuseum Solingen
Wuppertaler Straße 160
D-42653 Solingen

Telefon: +49 (0)212 – 25 81 40
Telefax: +49 (0)212 – 25 81 444

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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