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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Christie’s fährt in London das bislang höchste Ergebnis für eine Zeitgenossenauktion in Europa ein

Peter Doigs Gespür für Schnee



Fast 137,5 Millionen Pfund – so viel wie nie in einer europäischen Zeitgenossenauktion – spülte die Gegenwartskunst am 6. März in die Kassen der Londoner Zentrale von Christie’s. Nicht das eine große Kunstwerk zum Spitzenpreis, sondern ein breites Angebot von 65 Losen, von denen nur fünf unveräußert blieben, und eine stattliche Anzahl von Zuschlägen im niedrigen zwei- und hohen einstelligen Millionenbereich trugen zu diesem hervorragenden Resultat bei. Die Vielfalt der Offerte schlug sich auch in der Top Ten-Liste nieder: Anders als häufig üblich sind dort zehn unterschiedliche Künstler verzeichnet, die die älteren wie die jüngeren Generationen repräsentieren. Ganz oben rangiert Andy Warhol mit einer sechsteiligen Folge seines bekannten „Self Portrait“ bei wirr abstehenden Haaren aus dem Jahr 1986. 19,9 Millionen Pfund knapp unterhalb des oberen Schätzpreises, umgerechnet annähernd 27 Millionen Dollar, erzielten die jeweils 56 Zentimeter im Quadrat messenden Leinwände. Für den Einlieferer war das allerdings trotzdem kein großes Geschäft, denn erst vor vier Jahren hatte er das Werk bei Sotheby’s in New York für netto 26,75 Millionen Dollar erstanden – Aufgeld und Steuern hier noch nicht eingerechnet!


Warhols Freund Jean-Michel Basquiat akquirierte 10,5 Millionen Pfund mit der 1982 entstanden, zwischen einfache Holzlatten gespannten Leinwand „Multiflavors“. 1987 und damit ein Jahr vor seinem Tod war sie bereits bei Sotheby’s und nochmals 1990 in Paris auf Auktionen zu Gast gewesen (Taxe 10 bis 15 Millionen GBP). Platz drei der Ergebnisliste besetzte bei 9,5 Millionen Pfund Peter Doigs schillernd bunte Leinwand „Charley’s Space“ von 1991, das erste aus der „Schnee“-Serie, die Doigs internationalen Durchbruch stark beförderte. Der Auktionserlös kommt der gemeinnützigen Donald R. Sobey Foundation zugute, mit der kanadische Künstler unterstützt werden sollen (Taxe 6 bis 8 Millionen GBP). Daneben sehen die 350.000 Pfund für den „Snowballed Boy“ von 1995, mit dem Doig auf kleinerem Format wiederum seinen Winterfreuden huldigt, geradezu bescheiden aus (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Zur oberen Grenze von 3 bis 5 Millionen Pfund wechselte Alberto Burris martialisches „Ferro T“, bestehend aus geschweißten aufgebrochenen Eisenplatten auf einer Holztafel, aus dem Jahr 1959 den Besitzer. Etwas enttäuschend fiel dagegen das Ergebnis für ein 1965 datiertes „Concetto Spaziale“ Lucio Fontanas aus. Die stark querformatige, über zwei Meter breite weiße Leinwand mit genau 24 Vertikalschnitten und schwarzem Querbalken schaffte statt der erwarteten 8 bis 12 Millionen Pfund nur 7,5 Millionen Pfund. Das nutzte auch Fontanas Widmung an Rotraut Klein, die Ehefrau des drei Jahr zuvor verstorbenen Yves Klein, nichts.

Auch die 8,1 Millionen Pfund für Jackson Pollocks kleines Action Painting „Number 21“ von 1950 mit grünen, roten, schwarzen und weißen Farbspritzern auf grauem Grund nahmen sich gegenüber der Taxe von 10 bis 15 Millionen Pfund etwas mager aus. Louise Bourgeois’ fast einen halben Meter hohe, unikate Stahlarbeit „Spider III“ von 1995 erzielte 4 Millionen Pfund an der unteren Grenze des Taxrahmens. Aus der umfangreichen und hochkarätigen Sammlung des 2016 verstorbenen österreichischen Architekten Harry Glück, die schon die Impressionisten- und Moderne-Auktion von Christie’s vor zwei Wochen bereichert hat, kamen „Three Studies for a Portrait“ von Francis Bacon aus dem Jahr 1978, womit er sein legendäres Modell Henrietta Moraes wieder einmal verewigte, für 9 Millionen Pfund unter den Hammer. Erwartet waren allerdings 10 bis 15 Millionen Pfund.

Teuerster deutscher Künstler wurde Gerhard Richter – allerdings mit nur 3,7 Millionen Pfund für das fotorealistische Kleinformat „Venedig (Insel)“ von 1985. Dabei war die mittelgroße Leinwand mit dem Ausschnitt einer Festungsmauer unter fahlblauem Himmel nicht nur über dreißig Jahre in gleichem Privatbesitz und damit fast marktfrisch, sondern ziert sogar – auf der Staffelei stehend, das Cover des Werkkatalogs der 1962 bis 1985 entstandenen Gemälde Richters. Dennoch wurde die Schätzung von mindestens 4 Millionen Pfund nicht erreicht. Die Werke anderer deutscher Künstler hielten sich weitgehend an ihre Preisrahmen, etwa Thomas Schüttes überlebensgroße fragmentierte „Bronzefrau Nr.7“ auf rostigem Stahltisch von 2002 für 2,1 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) oder Georg Baselitz’ 1983 datiertes Ölbild „Die Geißelung“ mit zwei auf den Kopf gestellten Personen in grellen Farben für 2,3 Millionen Pfund (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP).

Einige Überraschungen gab es im Niedrigpreissektor, etwa bei einer minimalistischen, fast zweieinhalb Meter breiten Wandskulptur Donald Judds aus bemaltem Aluminium in Schwarz, Weiß und Rot von 1985 für 1,1 Millionen Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP) oder George Condos neokubistischen nackten „Figures in Motion“ von 2013 für 1,55 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Mark Bradfords aufwendig aus Fundstücken hergestellte Collage „Bear Running from the Shotgun“ von 2014, mit der der Künstler seine abstrakte Formensprache jüngst in neue Formen überführte, strich mit 3,2 Millionen Pfund sogar einen neuen Auktionsrekord ein (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP). 470.000 Pfund für Kelley Walkers rote Leinwand „Black Star Press“ von 2007, der Bilder von der schwarzen Protestbewegung des Jahres 1963 in Birmingham, Alabama, zugrunde liegen (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), und 1,7 Millionen Pfund für Maria Helena Vieira da Silvas apokalyptisch anmutende Vision „L’Incendie I“ von 1944 setzten ebenfalls neue Höchstmarken für Künstler auf Versteigerungen (Taxe 1,1 bis 1,5 Millionen GBP). Für hochwertigstes Design zeichnete François-Xavier Lalanne mit seinem „Grand Mouflon de Pauline“ aus dem Jahr 2006 verantwortlich. Das aus patinierter Bronze gegossene Tier öffnet eine seiner Seiten zu einer Art Schreibsekretär. Der Wert des Stücks verdoppelte sich auf 1,2 Millionen Pfund.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



15.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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