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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Mit zahlreichen Millionenverkäufen ist The European Fine Art Fair in Maastricht zu Ende gegangen. Die Messe mit der höchsten Konzentration an exquisiten Kunstwerken von der Antike bis in die Gegenwart hat nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Aber die Veränderungen des Kunstmarktes setzen neue Prioritäten

Zeitenwende in Maastricht



am Stand von Richard Green

am Stand von Richard Green

Verkäufe sind und bleiben der Gradmesser für den Erfolg einer Messe. Am Sonntag schloss die TEFAF in Maastricht ihre Pforten, die immer noch als die nobelste und hochkarätigste Kunst- und Antiquitätenmesse der Welt gilt. Auch sie wird selbstverständlich an ihren Millionenverkäufen gemessen. M&L Fine Art aus London vermeldete den Verkauf der 1951 entstandenen „Natura morta“ von Giorgio Morandi zum sogenannten „asking price“ – sprich geforderten Preis – von 1 Million Euro. Das ist keine Sensation, sondern inzwischen das Morandi-Level. Auf Auktionen kosteten ähnliche Motive 1,5 bis 1,8 Millionen US-Dollar. Die Hammer Galleries aus New York konnten das mit 9,5 Millionen US-Dollar veranschlagte Gemälde „Lilacs“ von Vincent van Gogh, ein relativ unspektakuläres Blumenbild von 1887, veräußern. Für Furore sorgte wieder der Pariser Galerie J. Kugel mit Kunstkammerobjekten und Renaissance-Möbeln. Ihr Prunkstück war eine monumentale astronomische Uhr – ein Meisterwerk der Elfenbeinkunst mit vielen Figuren und Reliefs, 1637/39 in Augsburg gefertigt und nach einem der prominenten Vorbesitzer kurz „Bulgari-Uhr“ genannt. Schon in den ersten Tagen verkauft, erfuhr man den Preis nur noch aus der „Bunten“: 7,5 Millionen Euro.


Auf keiner TEFAF-Ausgabe der letzten fünf Jahre aber haben die Besucher die Umbrüche im Kunstmarkt so deutlich gespürt wie heuer. Nur etwa ein Dutzend „reine“ Altmeister-Händler, darunter Otto Naumann, Richard Green und Colnaghi, reihten sich noch in die inzwischen bis zur Salonmalerei ausgedehnte Gemäldesektion, die zahlenmäßig von der Moderne und der Zeitgenössischen Kunst längst übertrumpft ist. Und mit sieben Tribal Art-Händlern, von denen vielleicht 40 Prozent zum ersten Mal teilnahmen, hat sich dieses Sammelgebiet TEFAF-Territorium erobert, das ihm vor allem die Aussteller mit Einrichtungen und Kunsthandwerk des 18. und frühen 19. Jahrhundert überließen. Nanne Dekking, Gründer des Kunstmarktdatenportals „Artory“ und neuer Chairman der TEFAF, hat die unübersehbaren Verschiebungen diplomatisch umschrieben und zitierte aus Giuseppe Tomasi di Lampedusas Roman „Il Gattopardo“: „Wer will, das alles so bleibt wie immer, muss sich den Veränderungen anpassen.“

Und Tribal Art hat sich insbesondere in Paris und Brüssel in den letzten 15 Jahren zu einem Spitzensegment des Kunstmarktes entwickelt mit Preisen bis in den siebenstelligen Bereich. Auf der TEFAF begeisterte etwa Lucas Ratton mit einer expressiven Fang-Figur aus dem westafrikanischen Land Gabun. Eines der Hauptexponate des ebenfalls in Paris ansässigen Bernard Dulon war eine Nackenstütze aus Elfenbein mit kreisförmigen Einkerbungen. Das Stück des 19. Jahrhunderts aus dem Kongo ging für mehr als 1 Million Euro in eine europäische Privatsammlung. Dass die vor kurzem begonnene Diskussion um Restitution afrikanischer Kunst bereits den Handel erreicht hat, davon war nichts zu spüren. Es ist eher so, dass die Stammeskunst inzwischen auf Augenhöhe mit den Old Masters liegt.

Auch wenn dieses Segment kleiner geworden ist und unter Warenverknappung leidet, bleibt das Angebot an Alten Meistern eine wichtige Säule auf der „Königin aller Messen“. Wie bei den Antiquitäten spielt das 18. Jahrhundert nur eine Nebenrolle. Sammler investieren vor allem in frühbarocke oder Renaissance-Gemälde. Die Galerie Colnaghi, die einst unter der Leitung von Konrad O. Bernheimer den Bogen bis ins 19. Jahrhundert gespannt hatte, konzentriert sich jetzt auf strenge, allegorisch ernsthafte Meister wie Luca Giordano oder Bartolomé Esteban Murillo aus dem 17. Jahrhundert. Dessen Gemälde „La Dolorosa“ fand für einen siebenstelligen Betrag schon in den ersten Tagen der Messe einen neuen Besitzer. Bei Rob Smeets aus Genf gingen unter anderem Jusepe de Riberas „Portrait des Archimedes“ von 1638 und Carlo Dolcis „Heiliger Johannes“ von etwa 1630 in neue Hände.

Bei der Galerie Bijl-Van Urk aus Alkmaar erstrahlte „Christus als Erlöser“ von Jan Sanders van Hemessen aus dem Jahr 1547 vor regenbogenfarbenen Hintergrund. Das Bild zum Preis von 1,4 Millionen Euro darf als eine Wiederentdeckung des Antwerpener Malers gefeiert werden, bis dato war es unter einer unscheinbaren Übermalung verdeckt. In der Sektion „Paintings“ hat sich schon seit einigen Jahren der Symbolismus eine Nische erobert. Jack Kilgore aus New York hat einen untrüglichen Blick für die Qualität dieser Richtung, die jenseits der großen Namen von Gustav Klimt, Franz von Stuck oder Fernand Khnopff preislich noch nicht überhitzt zu sein scheint. Victor Brugairolles’ in violettes impressionistisches Licht getauchte Vision „La Berger et la Mer“ von 1895 war für 216.000 Euro zu haben.

Als vor zwei Jahren die TEFAF einen New Yorker Ableger gründete, gab es einige Skepsis, ob die US-amerikanischen Millionäre und Museen dann noch Grund hätten, nach Maastricht einzufliegen. Sie kommen trotzdem, betont der Münchner Kunstkammerexperte Georg Laue gegenüber Kunstmarkt.com. Sein Glanzstück ist das neuentdeckte Relief „Christus im Garten Gethsemane“ des Meisters der Sebastiansmartyrien. Das vital und stark plastisch gearbeitete Werk um 1660 liegt preislich über der 500.000 Euro-Marke. Das Metropolitan Museum in New York hatte bei Laue Interesse an einer Nürnberger Renaissanceschatulle aus Metall zu einem hohen fünfstelligen Wert, das Minneapolis Institute of Art regelt gerade die Finanzierung für eine Kunstkammer-Pulverflasche, die im 16. Jahrhundert aus einer Turboschnecke gearbeitet wurde und einst im Besitz Francesco de Medicis war.

Amerikas Sammler lockt nach wie vor die hohe Konzentration an exquisiten Kunstwerken. Gerade bei den sogenannten „Works of Art“ im Bereich der Skulptur und im Kunsthandwerk früher Epochen kann keine andere Messe der TEFAF das Wasser reichen. Fast archaisch wirken bei dem Londoner Mittelalter-Spezialisten Mullany Fine Art die steinernen Taufbecken, Elfenbein-Kruzifixe und der kleine, dreiflügelige Hausaltar von Adriaen Isenbrant um 1520, dessen Preis bei 290.000 Euro liegt. Die ätherische Aura des tief Religiösen verströmte am Stand von Nicholas Mullany ein Alabasterrelief aus dem 15. Jahrhundert. Es ist eines der wenigen auf dem Markt befindlichen Andachtsreliefs aus Nottingham, dessen Werkstätten schon in ihrer Zeit für ihren sensitiven, leicht abstrahierten Habitus berühmt waren. Preis: 95.000 Euro.

Nur zum Vergleich: Die selbe Summe erwartet der Bauhaus-Spezialist Ulrich Fiedler in der Designabteilung für Theodor Boglers legendäre, halbkugelförmige Keramik-Teekanne aus den 1920er Jahren. Und 1,5 Millionen Euro verlangt der Brüsseler Händler Yves Macaux, der sich ganz auf die Wiener Werkstätte und Josef Hoffmann konzentriert hatte, für einen schwarz-weißen, an ein Mondrian-Gemälde erinnernden Wandschrank Hoffmanns für das Modehaus Flögl. Der Kunsthandel Senger aus Bamberg mit einer breiten Auswahl an gotischen Skulpturen überraschte mit 15 Medaillons des süddeutschen Bildschnitzers Martin Zürn, die biblische Szenen wie das Pfingstwunder oder Christi Himmelfahrt vorweisen. Die gewagt unterschnittenen, ausdrucksstarken Reliefs entdeckte Geschäftsführer Thomas Herzog erst kürzlich in einem kleinen Auktionshaus. In Maastricht gingen sie nun für eine respektable sechsstellige Summe in eine holländische Privatsammlung.

The European Fine Art Fair – das ist auch immer wieder ein marktrepräsentatives Schaufenster für die Moderne. Die Galerie Thomas aus München zeigte mit „Krieg und Vogelfrau“ ein ausdrucksstarkes Gemälde von Max Beckmann, die Galerie Henze & Ketterer hatte mit Ernst Ludwig Kirchners „Sängerin am Piano“ von 1930 ein stilistisch ungewöhnliches, von der Schablonentechnik des Spätwerks bestimmtes Gemälde des Expressionisten dabei. Die Galerie von Vertes aus Zürich offerierte die vier Jahre alte, große orangefarbene Leinwand „Infinity Nets“ von Yayoi Kusama für 950.000 Euro, während bei der Galerie Alon Zakaim die dem Klang der Farbe gewidmete Leinwand „Rythme coloré“ von Sonia Delaunay für 540.000 Euro zu haben war. Aus einer Serie von Steilküstenbildern, die Claude Monet 1882 in der Normandie gemalt hat, offerierte die Galerie Dickinson das Kabinettformat „Falaises, Temps gris“ für 4 Millionen Euro. Der teuerste Künstler der Messe war Pablo Picasso. Für sein engverschlungenes Paar auf dem Gemälde „Les Dormeurs“ von 1965 erhoffte sich Landau Fine Art aus Montreal 35 Millionen US-Dollar.

Kontakt:

The European Fine Art Foundation

Broekwal 64

NL-5268 HD Helvoirt

Telefon:+31 (0411) 64 50 90

Telefax:+31 (0411) 64 50 91



20.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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08.03.2018, The European Fine Art Fair

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TEFAF - The European Fine Art Foundation

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am
 Stand von Senger Bamberg
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am Stand von
 Mullany Fine Art
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am Stand von Lucas Ratton mit der Figur der Fang aus Gabun
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Variabilder:

Meister der Sebastiansmartyrien, Christus im Garten Gethsemane,
 Wien um 1660
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Variabilder:

Jan Sanders van Hemessen, Christus als Erlöser, 1547
Jan Sanders van Hemessen, Christus als Erlöser, 1547

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Relief mit der Anbetung der Könige, Nottingham, 15. Jahrhundert
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Afrikanische Nackenstütze, Demokratische Republik Kongo
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Relief mit der Anbetung der Könige, Nottingham, 15. Jahrhundert

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am Stand von Senger Bamberg

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am Stand von Lucas Ratton mit der Figur der Fang aus Gabun

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Vilhelm Hammershøi, Interior. Pigen dækker Bord, 1895

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Jan Sanders van Hemessen, Christus als Erlöser, 1547

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Meister der Sebastiansmartyrien, Christus im Garten Gethsemane, Wien um 1660

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am Stand von Mullany Fine Art

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Afrikanische Nackenstütze, Demokratische Republik Kongo

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Victor Brugairolles, Le Berger et la Mer

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Ernst Ludwig Kirchner, Sängerin am Piano, 1930

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