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Am 24.09.2018 Auktion A186: Autographen

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Angebot an Alten und Neueren Meistern bei Koller in Zürich reicht von mittelalterlichen Heiligen bis zu russischen Dämonen

Drei Mönche auf Abwegen



Gerrit Dou, Eine Heringsverkäuferin mit Dienstmädchen in einer Nische, 1651

Gerrit Dou, Eine Heringsverkäuferin mit Dienstmädchen in einer Nische, 1651

Eine der berühmtesten Kunstsammlungen des 18. Jahrhunderts in privater Hand war die der Familie von Schönborn. Gemälde von Peter Paul Rubens, Van Dyck, den Brueghels, Luca Giordano, Tizian, Artemisia Gentileschi, Albrecht Dürer und vielen anderen Meistern ließen sich dort bewundern. Die Schönborns konnten es sich leisten, sie waren reich und ungeheuer mächtig. Lothar Franz von Schönborn, Kurfürsterzbischof von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, ließ sich das Schloss Weißenstein in Pommersfelden als prächtige Privatresidenz errichten. Das kostete freilich nicht nur den Bauherrn viel Geld, sondern auch seine Erben. Denn ein Gebäude dieser Größe muss auch unterhalten werden. Darin lag ein wichtiger Grund, warum die Schönborns ihre Sammlung 1867 in Paris großteils versteigern lassen mussten. Eines der zahlreichen Werke, von denen sie sich trennten, war Gerrit Dous 1651 datierte Holztafel einer Heringsverkäuferin mit Dienstmädchen in einer Nische. Das lebensechte Genrebild ging damals in russische Hand, wechselte noch mehrmals – unter anderem über Auktionen in Paris und London – den Besitzer und stand zuletzt vor gut zehn Jahren bei Koller in Zürich zum Verkauf. Damals kostete das Bild 325.000 Franken. Jetzt bietet Koller es erneut an, für 150.000 bis 250.000 Franken.


In einem derzeit recht angespannten, nur im Höchstpreissegment wirklich attraktiven Altmeistermarkt ist diese Taxe recht moderat, was aber auch für eine Reihe weiterer Schätzpreise auf der Versteigerung am 23. März gilt. Das älteste Werk stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und aus Spanien. Dort, genauer in Aragon, wirkte damals ein namentlich nicht mehr identifizierbarer Künstler, der nach einem großen Petrusaltar in Langa del Castillo den Notnamen Meister von Langa trägt. Die von Koller angebotene Tafel zeigt ebenfalls den heiligen Petrus als Papst in Lebensgröße, umgeben von sechs kleineren Verbildlichungen seiner Apostelkollegen. Wo die sicherlich einst vorhandenen übrigen Altarbestandteile hingekommen sind, ist unbekannt (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR).

Gemälde Alter Meister

Dank Signatur kann dem schmalen Œuvre Vrancke van der Stockts eine figurenreiche Anbetung der Könige von etwa 1470 zugeordnet werden. Stockt lässt sich seit 1445 als Meister in der Brüsseler Lukasgilde nachweisen und führte die Werkstatt seines Vaters Jan van der Stockt fort. Vermutlich war er Schüler Rogier van der Weydens, nach dessen Tod 1464 er der offizielle Maler der Stadt Brüssel wurde. Außerdem fungierte der 1495 gestorbene Künstler mindestens dreimal als Stadtrat (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Eine weitere Anbetung, flankiert von den Darstellungen der Geburt Christi und der Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, findet sich auf einem um 1506 entstandenen Triptychon des sogenannten Meisters der Bob Jones-Anbetung, benannt nach einem Altar in der Bob Jones University Museum & Gallery in Greenville, South Carolina (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR).

Eines der ältesten Portraits der Auktion ist das Bildnis eines unbekannten Edelmanns mit markantem Gesicht und einem Falken, geschaffen im Umkreis des 1518 aus Norditalien nach Brügge eingewanderten Ambrosius Benson, für 80.000 bis 100.000 Franken. Rund hundert Jahre später, um 1638, malte Bernardo Strozzi ein posthumes Bildnis des Gouverneurs von Korsika namens Paolo Gregorio Raggi. Den Auftrag dazu hatte wohl Tommaso Raggi erteilt, ebenfalls Gouverneur der Mittelmeerinsel, zusammen mit einer Reihe weiterer Portraits von Familienmitgliedern, um die Ahnengalerie im Stadtpalast der Raggi zu Genua zu vervollständigen (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR). Etwa um dieselbe Zeit dürfte Anthonis van Dycks Portrait der Anne Sophia Herbert, Countess of Carnarvon und Tochter eines der bedeutendsten englischen Auftraggeber des Künstlers, entstanden sein (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR).

Für die Stilllebenmalerei sind vorrangig die Niederländer zuständig. Die in Antwerpen ansässige Clara Peeters, von der ein Stillleben mit Katze, Fischen, Austern und Flusskrebsen für 100.000 bis 150.000 Franken zu Gebote steht, gilt als die erste dokumentierte Malerin in diesem Genre. Ein kleiner Blumenstrauß mit großen fleischigen Blüten und Eidechse von Ambrosius Bosschaert d.J. aus dem Jahr 1630 wird mit 25.000 bis 35.000 Franken gehandelt. Als eine Gemeinschaftsarbeit haben Joris van Son und Gysbrecht Thys die Wiedergabe einer Steinkartusche, auf der Maria mit Christus und dem Johannesknaben zu sehen ist, sowie eines rahmenden Frucht- und Blumengehänges signiert (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Den Vanitas-Gedanken spielt Carstian Luyckx auf seinem Memento Mori-Stillleben mit Musikinstrumenten, Noten, leerer Rüstung und den zahlreichen Totenköpfen samt Skelett voll aus (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Auch bei den Landschaften dominiert Niederländisches, allen voran Meindert Hobbemas bewaldeter Flussverlauf mit Haus, Passanten und Angler aus der Zeit um 1663 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und Aert van der Neers Flusslandschaft bei Mondschein mit einem Dorf für 60.000 bis 90.000 Franken.

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Bei den Neueren Meistern findet sich das Hauptlos der Auktion: Kusma Petrow-Wodkins 1904 geschaffenes, alla prima mit rasantem, expressivem Pinselstrich aufgetragenes Ölbild „Dämon“ soll 500.000 bis 700.000 Franken einspielen. Zur Wirkung der androgynen Figur in riesigem Federkleid trägt auch der jugendstilartige Rahmen bei. Die übrigen Offerten bewegen sich im fünfstelligen Schätzpreisbereich. Petrow-Wodkins Landsmann Ivan Fedorovic Choultsé ist mit einer geheimnisvoll im Abendrot leuchtenden Waldlandschaft von 1915 vertreten, bei der sich der Blick des Betrachters irgendwo im Dunkel des Hintergrundes verliert (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Weiter ist das Panorama auf einem impressionistischen Gemälde Félix Ziems, das vor dem Licht der untergehenden Sonne die Hagia Sophia zu Konstantinopel zeigt (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Als Realist gilt Augustin Théodule Ribot. Diesmal hat er sich aber einem traditionellen allegorischen Thema verschrieben und „Die Lebensalter“ in Gestalt dreier männlicher Wesen auf die Leinwand gebracht (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR).

Aus deutschen Landen gibt es gefällige Landschaften wie Carl Morgensterns Ansicht der felsigen Küste bei Amalfi mit dem Kapuzinerkloster von 1843 (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) oder Johan Christian Dahls Blick auf die Elbe vom Cosels Garten bei Dresden aus dem Jahr 1822 (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Ebenfalls romantisch geht es auf Dahls Gebirgsgegend mit Burg, Wasserfall, und Reisendem zu Pferd vor einer einfachen Holzhütte aus dem Jahr 1816 zu (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Der in königlich-bayerischen Diensten stehende Architekt Leo von Klenze malte 1855 die Fantasie einer italienischen großen Klosterhalle mit Benediktinermönchen und einem Ausblick auf die Insel Capri (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Während sich hier die Mönche eifrig den hohen Wissenschaften widmen, betreiben die drei Geistlichen in einer Klosterbibliothek bei Eduard von Grützner 1892 eine „Heimliche Studie“ etwas anderer Art: Sie beugen sich über einen großformatigen Kupferstich, auf dem sich unbekleidete Damen räkeln. Die Leinwand, die den Umschlag des 1991 publizierten Grützner-Werkkatalogs ziert, wird für 40.000 bis 60.000 Franken aus Privatbesitz angeboten.

Zeichnungen und Druckgrafik

Die Abteilung Arbeiten auf Papier enthält unter anderem eine wohl eigenhändige Federzeichnung des berühmten Venezianers Giovanni Battista Tiepolo, die die Karikatur eines stehenden Edelmanns im Umhang mit lang herabhängender Nase zeigt (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Ein Blatt des italienischen Frühklassizisten Gaetano Gandolfi mit einem Turm aus Kopfstudien liegt für 7.000 bis 9.000 Franken bereit. Bei den Neueren Meistern ist ein kleines Konvolut von Aquarellen und Zeichnungen des Zürchers Ludwig Vogel besonders hervorzuheben, der zunächst Zuckerbäcker wurde, sich aber dann doch zum Maler ausbilden lassen durfte und in Wien respektive Rom zum „Lukasbund“ gehörte (Taxen zwischen 500 und 3.000 SFR). Unter den Druckgrafiken findet sich ein Abzug von Martin Schongauers „Großer Kreuztragung“ aus der Zeit um 1480 für 5.000 bis 7.000 Franken.

Die Auktion beginnt am 23. März um 10:30 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



20.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 180.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 3020

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Taxe: 5.000 - 7.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

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Ivan Fedorovic Choultsé, Waldlandschaft im Abendrot, 1915

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 65.000,- SFR

Losnummer: 3255

Meindert Hobbema, Bewaldete Flusslandschaft mit einem Haus, Passanten und Angler, um 1663

Meindert Hobbema, Bewaldete Flusslandschaft mit einem Haus, Passanten und Angler, um 1663

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 135.000,- SFR

Losnummer: 3037

Eduard von Grützner, Heimliche Studie, 1892

Eduard von Grützner, Heimliche Studie, 1892

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Zuschlag: 85.000,- SFR

Losnummer: 3211

Ludwig Vogel, Pflanzenstudie mit Insekt und Eidechse, um 1811

Ludwig Vogel, Pflanzenstudie mit Insekt und Eidechse, um 1811

Taxe: 1.200 - 1.500 SFR

Zuschlag: 4.500,- SFR

Losnummer: 3455

Vrancke van der Stockt, Die Anbetung der Könige, um 1470

Vrancke van der Stockt, Die Anbetung der Könige, um 1470

Taxe: 70.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 3004

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Zuschlag: 50.000,- SFR

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Carstian Luyckx, Memento Mori-Stillleben mit Musikinstrumenten, Büchern, Noten, Skelett, Totenschädel und Rüstung

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Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Zuschlag: 450.000,- SFR

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Meister von Langa, Thronender heiliger Petrus als Papst, umgeben von sechs Aposteln, 1420

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

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Aert van der Neer, Flusslandschaft im Mondschein mit einem Dorf und einer Kirche

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Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

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