Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 27.10.2018 Auktion 49

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Altenburger Dialoge: Rolf Szymanski trifft im Lindenau-Museum auf Gerhard Altenbourg

In dir, oder es wird nicht sein



Die Beziehung zwischen Gerhard Altenbourg und Rolf Szymanski war für beide Künstler essentiell und für die Kunst ihrer Zeit eine Bereicherung. Viele Jahre währte ihre Verbundenheit, die sie – trotz der Ost und West voneinander trennenden Beschränkungen – zu engen Weggefährten machte. Die Künstlerfreundschaft steht nun im Mittelpunkt einer Ausstellung im Lindenau-Museum in Altenburg. Unter dem Titel „Buben, Damen, Könige“ ist die aktuelle Schau ein weiteres Projekt der Ausstellungs- und Publikationsreihe „Altenbourg im Dialog“, die nach Gegenüberstellungen mit den Arbeiten von Martin Disler, Werner Heldt, Julius Bissier und Paul Eliasberg nun erstmals das Werk eines Bildhauers in Bezug zu dem Zeichner und Grafiker aus dem Thüringer Hügelland setzt.


Beide Künstler wurden zunächst vom West-Berliner Galeristen Rudolf Springer vertreten, später von der Galerie Brusberg in Hannover, die ab 1982 ebenfalls in West-Berlin residierte. Auch über die Akademie der Künste in West-Berlin, die Gerhard Altenbourg 1970 zu ihrem Mitglied ernannte und an der Rolf Szymanski von 1974 bis 1983 und von 1986 bis 1997 Direktor der Sektion Bildende Kunst sowie von 1983 bis 1986 Akademie-Vizepräsident an der Seite von Günter Grass war, standen die beiden miteinander in Kontakt. Um das Werk und die Ausstellungstätigkeit des jeweils anderen wahrnehmen und überhaupt miteinander kommunizieren zu können, war überdies der Beistand einiger privater Sammler für den zurückgezogen in seinem Wohnort Altenburg lebenden Gerhard Altenbourg und den in Leipzig geborenen und später in West-Berlin tätigen Bildhauer Rolf Szymanski von großer Bedeutung.

In der Ausstellung sind 83 Grafiken und Metallarbeiten des Bildhauers aus drei Privatsammlungen sowie aus dem Besitz Altenbourgs und aus Beständen des Lindenau-Museums zu sehen. Von Gerhard Altenbourg werden 28 Aquarelle und Grafiken gezeigt. Von diesen Werken ausgehend, haben der Direktor des Lindenau-Museums, Roland Krischke, und sein Kuratorenteam eine Reihe von Begegnungen konzipiert, um auf Geistesverwandtschaften und Kontinuitäten der beiden Weggefährten zu verweisen. Die Nebeneinanderstellungen zielen darauf ab, die Entwicklung von verwandten Ideen und Motiven offenzulegen, dem Austausch der beiden Künstler zu folgen und an dieser Zwiesprache selbst teilzunehmen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihren Blick hin- und herschweifen zu lassen zwischen der eigenwilligen Bilderwelt von Gerhard Altenbourg mit ihren fantastischen Gebilden, halb Mensch, halb Tier, den skurrilen Gestalten samt ihren ironischen und sexuellen Konnotationen, den enigmatischen Ich-Köpfen und Seelenlandschaften sowie den expressiven bronzenen Körperfindungen des Bildhauers, die auf verwandte und doch so andere Weise von Schichtungen handeln, von Turbulenzen und Zerreißproben und vom komplexen menschlichen Ebenbild.

Die großzügige und räumlich ineinandergreifende Inszenierung erlaubt vertiefende Einblicke in zwei künstlerische Ausdruckshaltungen, die von solchen sich überlagernden und einander durchdringenden Schichtungen geprägt sind. Die Vielschichtigkeit gilt auf technischer Ebene für scheinbar ganz traditionelle Herstellungsverfahren ebenso wie auf künstlerischer – dem bei Gerhard Altenbourg und Rolf Szymanski mit der handwerklichen Arbeit so eng verbundenen bildnerischen Denken. Sie gilt auf der geistigen Ebene für das Widersprüche umfassende Wirklichkeitsverständnis der beiden Künstler und gleichermaßen für die künstlerische Verbildlichung gegensätzlicher Empfindungen.

„Wie unter gewaltigem Druck oder enormer Hitze“, beschrieb der Kunsthistoriker und ehemalige Berliner Museumschef Jörn Merkert die Arbeiten von Rolf Szymanski, „sind die Volumen zu ungeheuer kompakten Ballungen zusammengeschmolzen und an anderer Stelle wie von einer aus dem Inneren drängenden vulkanischen Kraft bis zum Bersten gedehnt.… Den Figuren ist nichts Abbildhaftes zu eigen, sondern sie sind zur autonomen Plastik metamorphosierte Gestalten. Der Betrachter sieht – höchst beunruhigend – abstrakte Volumen, die sich in eindringlicher physischer Präsenz überlagern, ineinanderschieben und zu Körpern türmen. Ihm ist, als ob er durch all diese Schichtungen hindurchsehen könnte: ein Außen und Innen zugleich wahrnähme.“

Dieses eindringliche Hineinsehen, die Suche nach einem individuellen Ausdruck für ganzheitliches Empfinden und ein komplexes Verständnis von Geschichte, in der die Gegenwart, aber auch die Vergangenheit im Heute erlebt wird, sind grundlegende Triebkräfte, die auch auf Gerhard Altenbourg zutreffen. In seinem poetischen und meditativen Bilderkosmos verwob der Zeichner und Grafiker Fernblicke und Einblicke, die sanft hügeligen Landschaften seiner Heimat mit Figuren und Köpfen und verwandelte Natur in Physiognomie. Er beschäftigte sich mit antiken Mythen ebenso wie mit biblischen Geschichten und Motiven der spätmittelalterlichen Malerei, ließ sich anregen von Gedichten und Texten und schuf in seinen fantastisch anmutenden Zeichnungen ein intimes Welttheater, das viel preisgibt und doch nichts verrät. „Landschaften als Gehirnbau“ hat Altenbourg selbst seine Methode genannt und bereits 1958 bekannte er: „Ich liebe die Struktur, das innere Gefüge der Dinge, die Struktur als Zeichen, als Hieroglyphe.“ Ein anderes Mal nannte er seine Kunst „Grabungen in den Wildnissen der Psyche“.

Rolf Szymanski begriff den Körper als Grenze – nach außen und nach innen. Die Oberflächen seiner Plastiken sind immer Abdruck eines Fremden, nicht Benennbaren: „L’ Éphemere“ nannte er eine Werkgruppe. Durchfurcht von Verletzungen und Brüchen, halten die Volumen im fragilen Gleichgewicht einer nur für einen Moment erstarrten Bewegung die Balance. Licht und Schatten umspielen Deformationen ebenso wie die schwellende Leiblichkeit der Figuren. Eine vibrierende Ausdruckskraft durchdringt alle Teile ihrer Gestalt, durchpulst sie und verwandelt die Starre der angehaltenen Bewegung in stille Beschwingtheit. Die Synchronität von Ruhe und Bewegung, von Ausdruck und Konzentration verlangt vom Betrachter eine besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei der Erfassung des so fragil Wahrnehmbaren, um selbst die Vielfalt aller Teile zu vereinen. Denn „das, was geschieht, geschieht“, wie Gerhard Altenbourg es einmal für sich selbst formulierte, „in dir (und nur in dir), oder es wird nicht sein“.

Es waren nicht nur gegenseitige Bewunderung und Zuneigung füreinander, die Gerhard Altenbourg und Rolf Szymanski verbanden, sondern unübersehbar ästhetische Gemeinsamkeiten. Die thematisch aufgebaute Ausstellung im Lindenau-Museum folgt den verschlungenen Wegen der beiden und lässt die Besucher anhand der überzeugenden Auswahl und Gegenüberstellung von einander korrespondierenden Werken, Briefen und Fotografien an der Wahlverwandtschaft dieser zwei großen Künstler teilhaben.

Die Ausstellung „Buben Damen Könige – Rolf Szymanski und Gerhard Altenbourg“ ist bis zum 24. Juni zu sehen. Das Lindenau-Museum hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 25 Euro.

Kontakt:

Lindenau-Museum

Gabelentzstraße 5

DE-04600 Altenburg

Telefax:+49 (03447) 89 55 44

Telefon:+49 (03447) 89 55 3



26.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


18.03.2018, Buben Damen Könige – Rolf Szymanski und Gerhard Altenbourg

Bei:


Lindenau Museum

Künstler:

Rolf Szymanski

Künstler:


Gerhard Altenbourg










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce