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Die Kunst der 68er in Aachen

In der Schau „Flashes of the Future“ thematisiert das Ludwig Forum in Aachen die Kunst der 1968er Generation. Es war das Jahr, in dem weltweit die politischen Unruhen, gesellschaftlichen Umwälzungsprozesse und Protestbewegungen der Nachkriegszeit kulminierten, etwa mit Bildern der Panzer, die mit Gewalt den Prager Frühling beendete, der Ermordung Martin Luther Kings oder den Mai-Unruhen in Paris, bei denen Studenten Steine schleuderten. Die circa 280 Exponate der Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, Zeichnung und Video sollen auch als politische Aussage verstanden werden, die sich auf die Gegenwart beziehen. Ein weiterer Ausgangspunkt ist die Sammlung von Peter und Irene Ludwig mit ihrem Schwerpunkt auf der Pop Art. Entsprechend werden neben amerikanischen Künstlern auch Themen wie der Vietnamkrieg, Körperkunst, Happening und Aktionskunst behandelt. Es geht um die Ikonografie der Studentenbewegung und um die Kritik des Konsums, um das Ende des Subjekts und den Tod des Autors, etwa in Arbeiten von Bazon Brock, Gustav Metzger, Yoko Ono, Richard Hamilton, Heimrad Prem oder Louise Bourgeois. Begleitend bietet eine Doppelwand in der Halle einen Einblick zu Geschehnissen der Zeit zwischen 1960 und 1970 mit Daten, Kommentaren, Fotografien und Filmausschnitten.

Laut den Kuratoren Andreas Beitin und Eckhart Gillen sollen „erstmals Ideen, Aktionen, Mythen und Selbst-Deutungen einer Generation im Spiegel ihrer künstlerischen Produktion und Praxis gezeigt und analysiert werden, um deutlich zu machen, welchem Geist die damaligen Aktionsformen und künstlerischen Sprachen entsprangen und welchen nicht zu überschätzenden Wert sie noch heute besitzen“. Vor etwa 50 Jahren traten machtlose Künstler und Studenten gegen die mächtigen Organe des Staates auf. Die Schau vertritt die These, dass erst das Zusammenwirken von Studenten, Intellektuellen und Künstlern eine kulturelle Revolution ermöglichte, die autoritäre Strukturen aufbrach. Bildende Künstler arbeiteten zum Beispiel stark gegen den aufkommenden Kunstmarkt und die kommerziell verwertbare Ware Kunst.

In Deutschland begannen Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell, das traditionelle Kunstwerk durch ein performatives Programm, halb Theater, halb Performance, zu ersetzen. Sie planten ihre Aktionen im Bewusstsein, dass Kunst die Realität nicht direkt, sondern nur auf dem Umweg über das Denken und die Wahrnehmung des Betrachters verändern und erweitern kann. Das Jahr 1968 bildete den Höhepunkt der künstlerischen und politischen Utopien und läutete auch ihren Untergang ein. So endete im Westen die Bewegung in Kaderparteien und dem Terrorismus der RAF. Die subversiven Aktionen auf Straßen und Plätzen schlugen 1968 um in eine Feindschaft gegen jede Form künstlerischer Praktiken. Dennoch konnte die „Bewegung der Ohnmächtigen“, so die Kuratoren, vieles durchsetzen, darunter den Rückzug der USA aus dem Vietnamkrieg, eine liberalere Gesellschaft oder das Abschaffen einer strafbaren Homosexualität.

Die Ausstellung „Flashes of the Future. Die Kunst der 68er oder Die Macht der Ohnmächtigen“ läuft bis zum 19. August. Das Ludwig Forum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Besucher bis 21 Jahre ist er frei. Der begleitende Katalog kostet im Ludwig Forum 7 Euro.

Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Straße 97-109
D-52070 Aachen

Telefon: +49 (0)241 – 18 07 104
Telefax: +49 (0)241 – 18 07 101

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Die Schau „Flashes of the Future“ im Ludwig Forum Aachen ist
 Ausstellung des Jahres 2018
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