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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit Modigliani zielt Sotheby’s in New York auf einen neuen Rekordpreis, doch auch sonst wird von Manet bis Giacometti Großes geboten

Nackter, als die Polizei erlaubte



Amedeo Modigliani, Nu couché (sur le côté gauche), 1917

Amedeo Modigliani, Nu couché (sur le côté gauche), 1917

15 Franc am Tag. Davon lebte und arbeitete der aus dem italienischen Livorno stammende Amedeo Modigliani zu Beginn seiner Karriere in Paris. Bezahlt wurde ihm das Geld von dem polnischen Kunsthändler Leopold Zborowski. Im Gegenzug erhielt er vom jungen Künstler eine Serie weiblicher Aktdarstellungen. Innerhalb von drei Jahren schuf Modigliani insgesamt 35 solcher Gemälde. 1917 präsentierte einige dieser Leinwände in der Galerie von Berthe Weill. Doch nicht für lange. Noch am Abend der Eröffnung am 3. Dezember wurde die Schau von der Polizei geschlossen. Der Vorwurf lautete Verstoß gegen das Gebot der Sittlichkeit und Verletzung der öffentlichen Moral. Bei seinen meist liegend gezeigten nackten Frauen, die er in der Regel nach Modellen arbeitete, führte Modigliani unterschiedliche stilistische und ikonografische Einflüsse zusammen. Ruhe, Eleganz und gelegentlich übernatürliche Längen in der Figur verweisen auf die italienische Renaissance und den Manierismus. Stärke und Selbstbewusstsein in den Gesichtern der Damen, oft durch intensiv betonte Augenpartien realisiert, finden ihre Vorbilder sowohl in den Heiligenbildern des Mittelalters als auch in der ägyptischen oder afrikanischen Kunst. Doch bleibt Amedeo Modigliani nicht einfach bei der Rezeption eindeutiger Vorbilder wie Ingres’ „La Grande Odalisque“ von 1814 oder Manets „Olympia“ von 1863 stehen. Er befreit das Motiv von allem historischen, allegorischen und mythologischen Beiwerk und führt dieses wichtige Sujet der Kunstgeschichte hinein in die avantgardistische Formensprache.


Modiglianis „Nu couché (sur le côté gauche)“ aus dem Jahr 1917 ist mit fast 150 Zentimeter Breite die größte Leinwand aus der Werkserie der liegenden Akte. Sie ist zudem die einzige Darstellung, bei dem der Körper der keck und herausfordernd über ihre Schulter blickenden Nackten in Rückenansicht nicht durch die Bildränder beschnitten wird. In ihrer buchstäblich ganzen Pracht erheben sich die wohlgeformten Rundungen aus dem Grund der flächig und reduziert gearbeiteten weißen Decke ihres Bettes. Nicht nur den Maßen nach soll dieses Bild nun zukünftig herausragen, auch dem Preis nach soll es der primus inter pares werden. Auf der Auktion „Impressionist & Modern Art“ bei Sotheby’s in New York am kommenden Montag will die „Nu couché“, die zuletzt im November 2003 bei Christie’s für netto 24 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte, für mindestens 150 Millionen Dollar unter den Hammer kommen.

Picasso – in Blau und Rosa, in Bleistift und in Holz

Fast bescheiden nimmt sich daneben Pablo Picassos „Le Repos“ von 1932 aus. Das intime und zugleich mit ikonenhaftem Status versehene Bildnis der Geliebten Marie-Thérèse Walter spiegelt in seiner antikisch anmutenden Wiedergabe des Gesichtes das Grazile und Mädchenhafte der Frau, die in Picasso ein leidenschaftliches Begehren entfesselte (Taxe 25 bis 30 Millionen USD). Der Spanier ist noch mit zehn weiteren Losen in der Auktion vertreten, darunter der mit Gouache übergangenen Tuschezeichnung „Famille d’Arlequin“ aus der Rosa Periode von 1905 (Taxe 12 bis 18 Millionen USD), der gleich teuren, flächigen „Femme au chien“ von 1953 und dem „Pierrot et danseuse (La Danseuse bleu)“ von 1900 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Bei letzterem handelt es sich um eines der wenigen Ölgemälde aus seiner ersten Zeit in Paris, das seine Auseinandersetzung mit Figuren der Commedia dell’arte als eines der Hauptmotive seines Frühwerkes und in der Farbigkeit des Nachtstücks die Blaue Periode einläutet.

Mit „Femme au chapeau assise, buste“ von 1962 für 4 bis 6 Millionen Dollar und der Bleistiftzeichnung einer kantig verzerrten „Nu couché“ von 1972 für 1 bis 1,5 Millionen Dollar ist auch Picassos Spätwerk in der Auktion zu finden. Seltenheitswert hat die „Paysage“ vom 27. Mai 1965. Denn dem Sujet der Landschaft – hier die Hügel um seinen letzten Wohnsitz in Mougins – hat sich der Maler nicht allzu häufig gewidmet (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Einzigartig ist die Plastik „Cigare“ aus dem Jahre 1941. Die kleine Holzskulptur illustriert eindrücklich und zugleich ironisch all die Schwierigkeiten des als entartet abgestempelten Künstlers in den Kriegsjahren, von Berufsverbot, über Materialknappheit bis hin zur ständig drohenden Gefahr einer Verhaftung (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Verstörend tritt Picasso ein letztes Mal in der Zeichnung „Tête“ vom 5. Juli 1972 auf, in der er sich mit aufgerissenen Augen und aufgedunsenem Gesicht als Widerhall seiner selbst dem Betrachter vorstellt (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Der weibliche Touch

Die im März in Miami verstorbene Sammlerin Bunny Adler hat sich ganz der weiblichen Kunst verschrieben. Epoche, Stil oder Sujet waren ihr egal, wichtig waren ihr lediglich die Qualität und die Autorenschaft einer Künstlerin. Entsprechend werden zwei unterschiedliche Werke aus ihrer Sammlung am Montagabend angeboten. „A Goodnight Hug“, entstanden 1880, stammt von Mary Cassatt. Gemeinsam mit Berthe Morisot zählt sie zu den bekanntesten Impressionistinnen. In ihrem Werk, besonders in dem vorliegenden Pastell, löst sie sich jedoch zunehmend in gesteigerter Abstraktion und einer Zuwendung zu dekorativen Formen vom Stil ihrer Zeitgenossen ab. Ursprünglich als „Mère et Enfant“ betitelt, ist der Gutenachtkuss zugleich eine emotionale und eindrückliche Studie der Rolle der Frau als Mutter (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Kaum in einem Terminus lässt sich der Stil von „Les Jeunes filles“ der polnischen Malerin Tamara de Lempicka aus der Zeit um 1930 fassen. Das Doppelporträt vereint mit Elementen des Kubismus, des Klassizismus, des Futurismus und der Neuen Sachlichkeit progressive Kunstströmungen der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. In der Kultur der Pariser „anées folles“ verwurzelt, zeigen Lempickas Leinwände moderne charakterstarke, aber immer explizit frauliche Abbilder ihrer Modelle in einer markanten Handschrift (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Die Bronzezeit

Aus der Nachkriegszeit listet der Katalog mehrere, teils großformatige Bronzeskulpturen. Am teuersten ist darunter die Figur „Le Chat“ von Alberto Giacometti aus dem 1955 mit einem Schätzpreis von 20 bis 30 Millionen Dollar. Wie auch seine übrigen Skulpturen reduziert der Schweizer die Katze auf essentielle Grundformen des Körpers. Indem er nun diese Formen in fast schon unerträglich dünne Längen zieht, verleiht er dem eigentlich festen Material eine immanente Fragilität und Verletzlichkeit, in der sich das Trauma der Kriegsgeneration spiegelt und die das Tier auf zerbrechlichen Beinchen ein beständiges memento mori in die Welt tragen lassen. Auch mit seinem „Falling Warrior“, gegossen 1956/57 in einer Auflage von zehn Stück, rekurriert Henry Moore auf Kriegserfahrungen. Seine Skulpturen weisen einen hohen Grad an Abstraktion auf, der in einem Faible des Briten für afrikanische und ozeanische Kunst gründet. Den „Falling Warrior“ schuf Moore dagegen unmittelbar nach einer Reise nach Griechenland, auf der er erstmals antike Kunst in ihrem ursprünglichen Kontext erlebte. Die dabei gewonnene Akzeptanz für klassische Elemente in der Plastik verarbeitete er zu einem ausdruckstarken und narrativ aufgeladenen gefallenen Soldaten (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Keinesfalls erzählerisch sind die Plastiken von Hans Arp. Der deutsch-französische Bildhauer distanzierte sich schon früh vom Figürlichen und Narrativen der Kunst und begann, neue Methoden und moderne Formen für seine Arbeit zu suchen. In der Skulptur führte ihn dies zu biomorphen Gebilden, von deren harmonischen, weichen Rundungen eine hypnotische Faszination ausgeht. In „Torse gerbe“ von 1961 und „Ptolémée II“ aus demselben Jahr kopiert er nicht einfach die Natur. Stattdessen reproduziert Arp bei der Erschaffung von symbolisch und sogar mythisch aufgeladenen Bronzen natürliche Schöpfungsprozesse. Sie sollen 700.000 bis 1 Million Dollar respektive 1,5 bis 2 Millionen Dollar einspielen.

Eindrücke und Ausdrücke

Werke von Manet und Monet vertreten in New York die Gruppe der klassischen Impressionisten. Von Edouard Manet stehen die Ölgemälde „Profil de jeune fille“ in melancholischer Profilansicht vor dunklem Hintergrund von circa 1880 für 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar und der studienhafte „Jeune homme en costume de toréador“ aus dem Jahr 1862 für 1,5 bis 2 Millionen Dollar zum Verkauf. Beide stammen aus amerikanischen Privatsammlungen und waren immer wieder in internationalen Ausstellungen zu sehen. Claude Monets 1896 gemalte „Matinée sur la Seine“ ist Teil einer Serie zu dem im Titel genannten Fluss mit seinem waldigen Ufer, deren einzelne Gemälde jeweils für sich eine Meditation über das Erhabene in der Landschaft bilden und in zarten Pastelltönen in Grün und Blau ausgeführt wurden (Taxe 18 bis 25 Millionen USD). Mit einer Felsformation bei Varengeville-sur-Mer in der Normandie beschäftigte sich Monet ebenfalls 1896 in der diesigen Wetterstimmung „Sur la falaise, au Petit Ailly“. In der „Inondation à Giverny“ von 1886 kombinierte er dagegen die Natur bei Hochwasser mit der Darstellung der dörflichen Ansicht, wie es auch für seine Gemälde aus der Zeit in Vétheuil typisch ist (Taxe je 2 bis 3 Millionen USD).

Mit Munch, Schiele und Kandinsky kann Sotheby’s Beispiele für die Bandbreite des Expressionismus anführen. Edvard Munchs „Sommernatt“ von 1902 schwingt in kräftigen und flimmernd vermischten Farbfeldern und einem changierenden Nebeneinander von verschwimmender und klarer Figuration zwischen dem Eindruck nächtlicher Landschaft und dem Ausdruck emotionaler Stimmung (Taxe 10 bis 15 Millionen USD). 1911 gestaltete Egon Schiele das „Stehende Mädchen im Hemd, mit schwarzen Strümpfen und rotem Tuch“ aus Bleistift, Aquarell und Gouache. Seine für die Zeitgenössen skandalösen Halbakte eröffnen einen unvollkommenen, aber dadurch umso persönlicheren Blick auf den weiblichen Körper (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Mit dem Aquarell „Die schwarze Linie“ von 1922 hatte Wassily Kandinsky den Expressionismus bereits weitgehend hinter sich gelassen und sich vollständig der ungegenständlichen Bildsprache verschrieben. Es bildet inmitten vergleichbarer Werke den Auftakt für die Beschäftigung des russischen Künstlers mit der Suche nach form- und farbimmanenten Bedeutungen und Inhalten (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Noch nicht ganz so weit ist Georgia O’Keeffe mit ihrer Landschaft „Lake George with White Birch“ von 1921 vorgedrungen. Man erkennt noch die Naturformen, die sich aber schon im Ausdruck der Farbe auflösen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Bei Rufino Tamayo und seinem Hund, der den Mond anheult, mischen sich Merkmale des Surrealismus und der mexikanischen Folklore (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



11.05.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Nacktheit lockt nicht immer

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Edouard Manet, Profil de jeune fille, um 1880
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Claude Monet, Sur la falaise, au Petit Ailly, 1896
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Edvard
 Munch, Sommernatt, 1902
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Wassily Kandinsky, Die schwarze Linie, 1922
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Claude Monet, Inondation à Giverny, 1886
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Edouard Manet, Jeune homme en costume de toréador, 1862
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Wassily Kandinsky, Die schwarze Linie, 1922

Wassily Kandinsky, Die schwarze Linie, 1922

Taxe: 700.000 - 1.000.000 USD

Zuschlag: 950.000,- USD

Losnummer: 41

Claude Monet, Inondation à Giverny, 1886

Claude Monet, Inondation à Giverny, 1886

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 USD

Zuschlag: 2.200.000,- USD

Losnummer: 42

Edouard Manet, Profil de jeune fille, um 1880

Edouard Manet, Profil de jeune fille, um 1880

Taxe: 1.800.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 3.600.000,- USD

Losnummer: 31

Mary Cassatt, A Goodnight Hug, 1880

Mary Cassatt, A Goodnight Hug, 1880

Taxe: 700.000 - 1.000.000 USD

Zuschlag: 3.800.000,- USD

Losnummer: 11

Claude Monet, Sur la falaise, au Petit Ailly, 1896

Claude Monet, Sur la falaise, au Petit Ailly, 1896

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 USD

Losnummer: 33

Egon Schiele, Stehendes Mädchen im Hemd, mit schwarzen Strümpfen und rotem Tuch, 1911

Egon Schiele, Stehendes Mädchen im Hemd, mit schwarzen Strümpfen und rotem Tuch, 1911

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 USD

Zuschlag: 1.700.000,- USD

Losnummer: 5

Claude Monet, Matinée sur la Seine, 1896

Claude Monet, Matinée sur la Seine, 1896

Taxe: 18.000.000 - 25.000.000 USD

Zuschlag: 18.000.000,- USD

Losnummer: 15

Edouard Manet, Jeune homme en costume de toréador, 1862

Edouard Manet, Jeune homme en costume de toréador, 1862

Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Losnummer: 44

Edvard Munch, Sommernatt, 1902

Edvard Munch, Sommernatt, 1902

Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 USD

Zuschlag: 9.800.000,- USD

Losnummer: 36




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